SKIing, Ruhestand

SKIing im Ruhestand: Warum Wohlhabende ihr Erbe lieber selbst ausgeben

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen unterschiedliche Erbschaftspläne, fehlende Testamente und Hemmungen vieler Senioren, Ersparnisse für den eigenen Lebensgenuss einzusetzen.

SKIing im Ruhestand: Vermögen nutzen oder an die Familie vererben?
Eine sonnige Terrasse mit Blick auf das Meer bei Sonnenuntergang, die eine entspannte Atmosphäre im Ruhestand symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Unter dem Schlagwort „SKIing“ – eine Abkürzung für „Spending the Kids’ Inheritance“ – rückt eine veränderte Haltung wohlhabender Ruheständler in den Fokus der Finanz- und Altersvorsorgedebatte. Das Konzept beschreibt Seniorinnen und Senioren, die ihr über Jahrzehnte angespartes Vermögen im Alter gezielt für Reisen und Konsum verwenden.

Die dahinterstehende Überlegung lautet, dass es sich um das selbst erwirtschaftete Vermögen handelt und nicht um einen vorweggenommenen Nachlass für die Kinder. Internationale Erhebungen verdeutlichen jedoch, wie stark die Vorstellungen zwischen den Generationen voneinander abweichen.

Differenzierte Pläne beim Vererben und fehlende Nachlassregelung

Daten des Finanzdienstleisters Standard Life zeigen, dass 15 Prozent der britischen Eltern im Ruhestand dem eigenen Wohlbefinden eine höhere Priorität einräumen als dem Hinterlassen eines Erbes. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 19 Prozent, während es bei den Frauen 11 Prozent sind.

Zugleich deuten Untersuchungen auf eine sinkende Erbschaftserwartung in der Bevölkerung hin: Laut Northwestern Mutual fiel der Anteil der US-Befragten, die mit einem Nachlass rechnen, binnen eines Jahres von 25 Prozent auf 20 Prozent.

Parallel dazu bleibt Altersarmut eine bestehende Herausforderung. Nach Angaben der Joseph Rowntree Foundation leben in Großbritannien 16 Prozent der Rentner in Armut; in den USA liegt dieser Wert nach vorliegenden Daten bei 15,4 Prozent. Dennoch fehlen in vielen Familien formale Vorkehrungen für die Weitergabe von Werten: 39 Prozent der Angehörigen der Babyboomer-Generation und 61 Prozent der Generation X verfügen über kein Testament.

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Deutsche Immobilienbesitzer setzen überwiegend auf Teileigentum

Eine Bestandsaufnahme zur Situation in Deutschland liefert eine Baufinanzierungsstudie der Allianz aus dem März 2026, für die über 1.100 Immobilieneigentümer über 60 Jahren befragt wurden. Demnach beabsichtigt etwa ein Viertel der Teilnehmer, das eigene Vermögen aufzubrauchen. Gut 60 Prozent planen hingegen, ihr Erspartes zumindest teilweise zu vererben.

Ein zentraler Aspekt ist der Erhalt von Sachwerten: 56 Prozent der Befragten gaben an, Immobilien in der Familie halten zu wollen. Rund 40 Prozent haben Vermögenswerte bereits übertragen oder haben dies fest eingeplant. Gleichzeitig äußerten 41 Prozent der Teilnehmer die Sorge, dass künftige Pflege- und Gesundheitskosten ihr Vermögen aufzehren könnten.

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Abhängigkeit jüngerer Generationen und Hürden bei der Entnahme

Während ein Teil der Rentner das eigene Kapital verbrauchen möchte, verlassen sich viele Nachkommen auf künftige Zuflüsse. Nach Zahlen von Standard Life sparen 24 Prozent der Generation Z sowie 23 Prozent der Millennials nicht vorrangig für die eigene Altersvorsorge, weil sie von einer Erbschaft ausgehen.

Unter jenen Millennials, die mit Vermögensübertragungen rechnen, bezeichnen 69 Prozent diese Mittel als kritisch oder höchst kritisch für die eigene Absicherung.

Gleichzeitig fällt vielen Senioren das tatsächliche Ausgeben ihres Vermögens schwer. In der Retirement-Pulse-Umfrage 2026 von Prudential gaben 86 Prozent der Befragten an, sich nicht frei zu fühlen, Ersparnisse für Dinge einzusetzen, die ihnen Freude bereiten.

Selbst bei Personen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 500.000 US-Dollar verspüren 61 Prozent Unbehagen bei Ausgaben für den persönlichen Genuss. Als Unterstützung für den geplanten Vermögensverzehr nennt die Erhebung garantierte lebenslange Einkommen sowie klar definierte Entnahmestrategien.

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