Skullcandy Dime 3: Sicherheitslücke ermöglicht unbemerkte Bluetooth-Spionage
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 01:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das IT-Sicherheitszentrum CERT/CC warnt vor einer gravierenden Sicherheitslücke in den kabellosen Kopfhörern Skullcandy Dime 3. Betroffen ist das Modell mit der Kennzeichnung S2DCW. Die Schwachstelle führt dazu, dass die In-Ear-Kopfhörer eine Bluetooth-Kopplung ohne jegliche Bestätigung durch den eigentlichen Besitzer annehmen. Dadurch erhalten unbefugte Personen in Funkreichweite die Möglichkeit, sich unbemerkt mit dem Zubehör zu verbinden.
Gefahr für Privatsphäre und vertrauliche Gespräche
Die Schwachstelle wird unter der Bezeichnung CVE-2025-20701 geführt. Die Ursache des Problems liegt im Software Development Kit (SDK) des Herstellers Airoha, das in der Firmware-Version 1.0.0.28 zum Einsatz kommt. Wie unter anderem xakep.ru in einem Bericht vom 14.09.2026 darlegte, birgt die fehlerhafte Implementierung erhebliche Risiken für die Privatsphäre der Anwender.
Sobald Angreifer eine aktive Bluetooth-Verbindung zu den Ohrhörern aufgebaut haben, können sie das laufende Audio abfangen. Das betrifft abgespielte Inhalte ebenso wie Telefonate.
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Noch schwerwiegender ist der direkte Zugriff auf die Hardware: Unbefugte können das integrierte Mikrofon der Kopfhörer nutzen, um Gespräche in der unmittelbaren Umgebung mitzuhören. Für Anwender, die das Gerät im Alltag, am Arbeitsplatz oder in privaten Situationen tragen, entsteht dadurch ein gravierendes Überwachungsrisiko.
Fehlende Update-Möglichkeit für Betroffene
Eine technische Lösung für den Fehler existiert prinzipiell. Ein Fix ist in der neueren Firmware-Version 1.0.0.30 bereits enthalten. Allerdings stehen Besitzer der betroffenen Hardware vor einem gravierenden Problem: Nutzer können nicht eigenständig von der Version 1.0.0.28 auf die korrigierte Softwareversion updaten.
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In der Praxis führt das Fehlen eines funktionierenden Aktualisierungspfads dazu, dass bereits im Umlauf befindliche Kopfhörer mit der betroffenen Firmware dauerhaft angreifbar bleiben. Ohne eine entsprechende Möglichkeit zum Aufspielen der fehlerbereinigten Version verbleiben die Geräte für Dritte über die Luftschnittstelle zugänglich.
Lange Verzögerungen in der Software-Lieferkette
Die Problematik verdeutlicht zugleich die langen Verzögerungen bei der Behebung von Softwarefehlern entlang der Lieferkette. Der herstellerseitige Airoha-Patch datiert bereits auf den 04.08.2025. Dass die Schwachstelle bei den Skullcandy-Modellen dennoch fortbesteht, unterscheidet das Produkt von Geräten anderer Hersteller.
So schloss Apple dieselbe Lücke im Juni 2026 in den Beats Studio Buds, die ebenfalls auf der betroffenen Technologie basierten. Während bei den Kopfhörern des US-Konzerns ein entsprechendes Update verteilt wurde, bleibt die Situation für Nutzer der Skullcandy Dime 3 aufgrund der blockierten Update-Möglichkeit weiterhin ungelöst.
