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Smart Glasses: Bundesnetzagentur prüft Verkaufsverbot für Meta-Brillen

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Behörden prüfen Verbote für Metas Datenbrillen wegen Datenschutzverstößen, während der Absatz weltweit um 167 Prozent steigt.

Meta Smart Glasses: Datenschutzbedenken und Milliardenmarkt im Konflikt
Nahaufnahme einer modernen KI-Smartbrille auf einem dunklen Schreibtisch mit Fokus auf die Kameralinse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs sieht in Metas Smart Glasses einen Verstoß gegen geltendes Datenschutzrecht. Die Behörde hat bereits Bußgelder verhängt, während die Bundesnetzagentur ein mögliches Verkaufsverbot prüft.

Heimliche Aufnahmen: LED-Leuchte zu dezent

Die Hamburger Datenschutzbehörde kritisiert, dass die Brillen das heimliche Filmen in der Öffentlichkeit ermöglichen. Die LED-Leuchte, die eine laufende Aufnahme signalisieren soll, sei in Tests nicht ausreichend erkennbar gewesen. Die technische Umsetzung gewährleiste den Schutz der Privatsphäre Dritter nicht, so Fuchs.

Die Bundesnetzagentur untersucht derweil, ob die Geräte unter das Verbot von Spionageausrüstung fallen. Der Vertrieb von Gegenständen, die zur heimlichen Bild- oder Tonaufnahme geeignet sind und ein anderes Objekt vortäuschen, ist in Deutschland untersagt. Zusätzlich hat das Bundesjustizministerium einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Aufnahmen in intimen Situationen strenger bestrafen soll.

Milliardenmarkt trotz Rechtsstreit

Die rechtlichen Hürden bremsen das Geschäft kaum: Im ersten Quartal verkaufte die Branche weltweit 2,25 Millionen Smart Glasses – ein Plus von 167 Prozent. IDC rechnet für das Gesamtjahr mit 13,6 Millionen Geräten. Meta dominiert mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent und hat bereits über sieben Millionen Brillen abgesetzt.

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Laut Financial Times testet Meta schon Prototypen der nächsten Generation. Die „Super-Sensing“-Modelle sollen Daueraufnahmen ermöglichen, ohne dass ein Lichtsignal den Aufnahmezustand anzeigt. CEO Mark Zuckerberg sieht in der Technologie einen entscheidenden Vorteil: Nutzer ohne KI-Assistenzsysteme könnten künftig einen kognitiven Nachteil haben.

Internationaler Widerstand wächst

Auch die niederländische Datenschutzbehörde und der Europäische Datenschutzausschuss ermitteln. Es liegen Berichte über heimliche Aufnahmen in öffentlichen Toiletten vor. Der Veranstaltungsort TivoliVredenburg und mehrere Kreuzfahrtunternehmen haben die Brillen bereits verboten.

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Für zusätzliche Empörung sorgten Recherchen, wonach Aufnahmen zur Optimierung der KI-Modelle an Subunternehmer in Kenia weitergeleitet wurden. Moderatoren sollen dabei auch intimes Bildmaterial gesehen haben. Meta beendete die Zusammenarbeit. In London gab es Proteste, Instagram kündigte an, Videos zu sperren, die zur Belästigung Dritter aufgenommen wurden.

Google und Apple drängen in den Markt

Metas Vorsprung schmilzt: Google und Samsung bringen im Herbst eine gemeinsame Brille auf Basis von Android XR. Apple hat sein Konkurrenzprodukt auf Mitte 2027 verschoben – Datenschutzprobleme in der Produktion sollen der Grund sein. Experten fordern angesichts des Tempos neue rechtliche Rahmenbedingungen für tragbare Aufnahmegeräte.

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