Smart-TV-Sicherheit: Samsung löscht Apps mit Proxy-Funktion aktiv
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Samsung hat weitreichende Sicherheitsmaßnahmen für sein Smart-TV-Ökosystem ergriffen. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, entfernt das Unternehmen Apps mit einer riskanten Proxy-Funktion aus seinem offiziellen Store. Über den bloßen Verkaufsstopp hinaus geht Samsung dazu über, bereits installierte Anwendungen, die diese Technik nutzen, aktiv von den Geräten der Endnutzer zu löschen. Zudem wurde ein grundsätzliches Verbot für neue App-Einreichungen ausgesprochen, welche auf diese Software-Architektur setzen.
Sicherheitsrisiken durch Residential Proxies
Hintergrund der Maßnahme ist eine Untersuchung der norwegischen Sicherheitsfirma Mnemonic, die ihre Erkenntnisse in den ersten Augusttagen veröffentlichte. Die Sicherheitsforscher identifizierten in zahlreichen Applikationen für Smart-TV-Plattformen Code des Anbieters Bright Data. Dieser ermöglicht es, einen sogenannten Residential Proxy aufzubauen. Dabei wird die private Internetleitung des Nutzers dazu verwendet, fremden Datenverkehr dynamisch umzuleiten und Inhalte nachzuladen.
Für die betroffenen Haushalte bedeutet dies, dass ihre Geräte als Knotenpunkt für externe Netzwerkaktivitäten fungieren können. In den Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass der Proxy-Code den Datenverkehr Dritter über den Internetanschluss des TV-Besitzers leitet. Samsung reagierte nun auf diese Funde, um die Integrität der Geräte und die Bandbreite der Kunden zu schützen.
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Betroffene Anwendungen und Reichweite
Die Analyse der Sicherheitsforscher stützte sich auf eine Untersuchung von über 6.000 App-Paketen für die Plattformen von Samsung und LG. Die Ergebnisse zeigen eine weite Verbreitung der problematischen Software-Bausteine: Rund ein Drittel der untersuchten Samsung-Apps enthielt den entsprechenden Proxy-Code.
Konkret nachgewiesen wurde die Funktion unter anderem in den Anwendungen '2048 Football Cup' aus dem Jahr 2014 sowie in der 2024 erschienenen Version von 'Pac-Man'. Beide Titel werden vom Publisher Play.Works vertrieben. Die Relevanz dieser Funde wird durch die Marktstellung des Publishers unterstrichen, der nach Branchenangaben über 400 Millionen Haushalte erreicht. Die weitreichende Distribution der Apps führte dazu, dass potenziell Millionen von Smart-TVs ohne das Wissen der Nutzer als Proxy-Server agierten.
Vergleich zum Wettbewerber LG
Obwohl Samsung nun mit der aktiven Löschung der Apps reagiert, zeigen die Daten für den Konkurrenten LG eine noch höhere Durchdringung mit dem fraglichen Code. Den Untersuchungen zufolge enthielt fast jede zweite App im LG-Store entsprechende Software-Elemente; die Quote wurde mit rund 42 % aller Anwendungen beziffert.
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LG hatte bereits vor den aktuellen Maßnahmen von Samsung ein Verbot für Apps mit integrierter Proxy-Funktion angekündigt. Samsung, das zunächst keine Stellungnahme zu den ersten Berichten abgegeben hatte, setzt nun mit der automatisierten Entfernung bereits installierter Programme einen deutlichen Standard im Umgang mit derartigen Sicherheitsrisiken im Bereich des vernetzten Wohnzimmers. Experten raten Besitzern von Smart-TVs generell dazu, die Berechtigungen installierter Apps regelmäßig zu prüfen und nicht mehr benötigte Anwendungen konsequent zu löschen.
