Smartphone-Betrug: 25,5 Millionen Angriffe in vier Monaten
05.07.2026 - 00:24:21 | boerse-global.de
Von Januar bis April 2026 blockierten Sicherheitsdienste rund 25,5 Millionen Betrugsversuche auf mobilen Geräten. Kriminelle setzen dabei verstärkt auf Social Engineering und technische Schwachstellen.
Scams dominieren die Angriffswelle
Der Löwenanteil der Bedrohungen entfällt auf Scams: 78,1 Prozent aller blockierten Angriffe nutzten diese Methode. Die Täter schleusen manipulierte Nachrichten über WhatsApp, SMS oder Kalendereinladungen ein. Ziel ist es, durch künstlichen Zeitdruck sensible Daten oder Geldzahlungen zu erschleichen.
Besonders alarmierend ist der Anstieg beim Device-Code-Phishing. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten Experten einen Zuwachs von 1.380 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Auch Deepfakes werden zunehmend für Betrug eingesetzt. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bezifferte den Schaden für 2025 auf 212 Millionen Euro – die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bei bis zu einer Milliarde Euro.
NFC-Angriffe legen um 188 Prozent zu
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Neben der Manipulation von Menschen rücken technische Schnittstellen in den Fokus der Angreifer. Laut Kaspersky stiegen Attacken auf die NFC-Schnittstelle von Android-Geräten um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt blockierten die Systeme 35.600 solcher Angriffsversuche. Die Täter setzen dabei auf manipulierte Apps oder Methoden wie „Reverse NFC“.
Auch kabellose Übertragungsdienste sind betroffen. Forscher des CISPA entdeckten sechs Sicherheitslücken in Apple AirDrop und Google Quick Share. Apple schloss eine dieser Schwachstellen Ende Juni 2026. Experten raten, die Sichtbarkeit der Dienste auf bekannte Kontakte zu beschränken.
Zusätzlich warnten Sicherheitsforscher vor der Malware „BusySnake“, die die Schwachstelle CVE-2025-9491 ausnutzt. Auch eine gefälschte Chrome-Erweiterung für den KI-Dienst Perplexity sorgte für Aufsehen – sie spionierte Suchanfragen aus.
Hersteller ziehen nach: Neue Schutzfunktionen in Aussicht
Die Mobilfunkbranche reagiert auf die veränderte Bedrohungslage. Apple kündigte für das im Herbst erwartete iOS 27 das „Trust Insights Framework“ an. Die Funktion erkennt Social-Engineering-Versuche in Echtzeit, indem sie Interaktionsmuster und Kommunikationskontext lokal auf dem Gerät analysiert. Samsung testet parallel in der Beta-Phase von One UI 9 einen automatischen Sicherheitsmodus.
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Die Auswirkungen der Kriminalität zeigen sich auch im Alltag. Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldete für das erste Halbjahr 2026 bereits 29.400 Anträge – die meisten davon im Flugverkehr. Anfang Juli erbeuteten falsche Bankmitarbeiter in Hessen über 6.000 Euro von Senioren, indem sie vorgaben, für eine Sparkasse zu arbeiten.
WhatsApp führt Benutzernamen ein – Sicherheit bleibt Risiko
WhatsApp führt zum heutigen 4. Juli 2026 die Möglichkeit ein, Benutzernamen zu verwenden. Das soll die Privatsphäre der Nutzer weiter schützen. Doch trotz technologischer Fortschritte bleibt das Risiko hoch.
Umfragen zeigen: 82 Prozent der Nutzer priorisieren beim Online-Einkauf das günstigste Angebot. Bereits 37 Prozent der Befragten gaben an, durch Online-Betrug finanziellen Schaden erlitten zu haben. Experten raten weiterhin zur Vorsicht bei unerwarteten Kontaktanfragen und empfehlen die Nutzung offizieller Sicherheitsfeatures.
