Smartphone-Betrug: 350 Kontakte erhalten nach WhatsApp-Kaperung Phishing
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 21:07 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit raffinierten Vorgehensweisen gelingt es Cyberkriminellen immer wieder, Mobiltelefone aus der Ferne vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach Berichten vom 13. Oktober 2026 nutzen Betrüger aktuelle Methoden, um fremde Geräte fernzusteuern, Bildschirme abzuschalten und unbemerkt Konten leerzuräumen.
Verbraucherschützer und Ermittler warnen eindringlich vor den vielschichtigen Maschen, die oft mit Phishing-Nachrichten beginnen und mit erheblichem finanziellem Schaden enden.
Hoher Schaden nach gezieltem Anruf in Tirol
Wie gefährlich die Kombination aus gefälschten Benachrichtigungen und anschließenden Anrufen ist, zeigt ein Fall aus Österreich. Eine 34-jährige Frau aus dem Bezirk Innsbruck-Land hatte am 7. Oktober 2026 am Nachmittag eine SMS mit dem vorgeblichen Absender Finanz Online erhalten. Die Kurznachricht enthielt einen Link zur angeblichen Aktualisierung ihrer Kontodaten, woraufhin die Betroffene dem Link folgte und persönliche Angaben übermittelte.
Am 12. Oktober 2026 folgte daraufhin der Anruf von einer unbekannten Nummer. Ein Mann mit ausländischem Akzent, der fließend Deutsch sprach, gab sich als Bankmitarbeiter aus und spiegelte der Frau vor, es lägen unberechtigte Abbuchungen auf ihrem Konto vor. Auf Anweisung des Anrufers überwies die 34-Jährige Geld auf ein unbekanntes Konto.
Als die Bank-App eine unmittelbar danach versuchte zweite Überweisung automatisch blockierte, beendete der Betrüger das Telefonat. Laut Polizei liegt der entstandene Schaden im mittleren vierstelligen Eurobereich. Das Bankkonto wurde daraufhin gesperrt, Anzeige erstattet und Ermittlungen eingeleitet.
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Gekaperte Messenger-Konten und gefälschte Bank-Nachrichten
In Villingen verlor am 12. Oktober 2026 eine 45-jährige Frau den Zugriff auf ihr WhatsApp-Konto. Sie hatte zuvor auf einen Link geklickt, um vorgeblich an einer Abstimmung für ein Mädchen teilzunehmen. Direkt nach der Übernahme des Zugangs verschickten die Angreifer dieselbe betrügerische Nachricht an 350 Kontakte der Frau.
Parallel dazu warnen Verbraucherschützer vor gefälschten E-Mails, die sich gezielt an Kunden der Commerzbank richten. Darin behaupten die Kriminellen, ein Sicherheitsupdate sei zwingend erforderlich. Empfänger werden aufgefordert, ihre Banking-App innerhalb von 24 Stunden über eine Schaltfläche zur Neuverbindung wieder einzurichten, da ansonsten angeblich keine Weiternutzung mehr möglich sei.
Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass unpersönliche Anreden wie Sehr geehrter Commerzbank-Kunde, fehlende Kontodaten, künstlich erzeugter Zeitdruck und zweifelhafte Absenderadressen klare Warnzeichen seien. Es wird geraten, derartige Verknüpfungen nicht zu öffnen, keine Daten einzugeben und Überprüfungen ausschließlich über offizielle Portale oder die reguläre App vorzunehmen. Sollten bereits Eingaben erfolgt sein, müsse umgehend die Bank zur Kontosperrung kontaktiert werden.
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Krankenkasse warnt vor vielfältigen Kontaktversuchen
Auch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) warnt vor Täuschungsversuchen via E-Mail, SMS und Telefon. Demnach kursieren gefälschte Benachrichtigungen über angebliche Leistungsauszahlungen sowie Aufforderungen zur Datenaktualisierung über externe Links. Zudem meldeten sich angebliche Mitarbeiterinnen telefonisch, um eine kostenlose Lichttherapie anzubieten.
Die ÖGK stellte klar, dass sie Versicherte niemals über Direktlinks oder interaktive Schaltflächen zur Änderung persönlicher Daten auffordere. Sämtliche Anpassungen dürften ausschließlich über die offizielle App oder die direkt im Browser eingegebene Adresse vorgenommen werden.
Ein sicherer Austausch erfolge über das Serviceportal mit ID-Austria-Login. Obwohl für das year 2026 ein Rückgang der gemeldeten Fälle verzeichnet worden sei, bleibe anhaltende Wachsamkeit geboten.
