Smartphone-Betrug: FaceTime-Phishing und RedHook-Trojaner im Angriff
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 19:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Apple, die US-Verbraucherschutzbehörde FTC und mehrere Telekommunikationsanbieter schlagen Alarm: Kriminelle setzen zunehmend auf ausgeklügelte Methoden, um an persönliche Daten und Bankzugänge zu gelangen. Die Bandbreite reicht von FaceTime-Phishing bis hin zu Schadsoftware, die nach Diebstahl die Kontrolle über das Gerät übernimmt.
FaceTime-Betrug: Wenn der Anruf von der „Bank" kommt
Am heutigen Dienstag warnten Apple und die FTC vor einer wachsenden Welle von Betrugsanrufen über den Videodienst FaceTime. Die Täter geben sich als Bankmitarbeiter, Technik-Support oder sogar als Polizeibeamte aus. Typischerweise beginnt die Masche mit einer SMS über angeblich verdächtige Kontobewegungen – gefolgt von einem FaceTime-Anruf.
Während des Gesprächs setzen die Betrüger ihre Opfer unter Druck, den Bildschirm zu teilen oder Passwörter und Banking-Daten preiszugeben. Apple stellt klar: Seriöse Unternehmen führen keine unaufgeforderten FaceTime-Anrufe durch, um persönliche Daten abzufragen. Der Konzern rät, niemals den Bildschirm mit unbekannten Anrufern zu teilen und das Gespräch sofort zu beenden, sobald Druck ausgeübt wird.
iOS-Update schützt nach Diebstahl – doch die Betrüger schlafen nicht
Erst am Montag veröffentlichte Apple das Update iOS 26.4, das den „Gestohlene-Geräte-Schutz" nun standardmäßig aktiviert. Die Funktion verlangt für kritische Aktionen – etwa den Zugriff auf gespeicherte Passwörter oder die Änderung sensibler Einstellungen – zwingend eine biometrische Authentifizierung per Face ID oder Touch ID. Außerhalb vertrauter Orte gilt zudem eine Sicherheitsverzögerung von einer Stunde zwischen zwei Scans.
Doch selbst die beste Software nützt wenig, wenn das Gerät erst einmal in falschen Händen ist. Die Deutsche Telekom warnte heute vor Phishing-Versuchen, die gezielt Kunden ansprechen, die ihr Handy verloren haben. Die Täter geben sich als ehrliche Finder oder als Service-Mitarbeiter aus und verschicken Nachrichten mit Links zu gefälschten Apple- oder Google-Login-Seiten. Ziel ist es, die Zugangsdaten zu ergaunern, um die Gerätesperre zu umgehen. Hunderte Kunden hätten bereits solche Versuche gemeldet. Die Telekom rät, sofort den „Verloren-Modus" zu aktivieren und niemals Zugangsdaten über Links in Nachrichten einzugeben.
Android-Alarm: RedHook-Trojaner ĂĽbernimmt die Kontrolle
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Auch Android-Nutzer sind nicht sicher. Sicherheitsforscher entdeckten am Montag den Banken-Trojaner RedHook, der eine besonders perfide Methode nutzt: Er kapert die drahtlose ADB-Schnittstelle (Android Debug Bridge) und verschafft sich so Shell-Zugriff auf das Gerät. Hat der Nutzer einmal die Zugänglichkeits-Berechtigungen erteilt, aktiviert die Schadsoftware eigenständig die Entwickleroptionen und das drahtlose Debugging.
Der Trojaner kann 53 verschiedene Befehle ausführen. Er ist in der Lage, den Bildschirm live zu streamen, Tastatureingaben mitzulesen, Kontakte und SMS abzugreifen, die Kamera zu aktivieren oder das Gerät zu sperren und zu entsperren. Experten raten, Apps ausschließlich aus offiziellen Stores zu installieren und regelmäßig zu prüfen, welche Anwendungen Zugänglichkeitsrechte erhalten haben.
Millionen-Datenpanne bei niederländischem Anbieter
Im Telekommunikationssektor erreichten die Ermittlungen zu einem schwerwiegenden Datenleck bei Odido einen neuen Meilenstein. Die niederländischen Behörden erklärten am Montag, sie gingen von inländischen Tätern hinter dem Hack aus, der bereits im Februar 2026 die Daten von sechs Millionen Kunden offenlegte. Die Angreifer verschafften sich demnach Zugang, indem sie sich per Telefon als IT-Support ausgaben und einen Mitarbeiter zur Preisgabe seiner Zugangsdaten brachten. Während Passwörter und Finanzdaten weitgehend unberührt blieben, gelangten Namen, Adressen und Telefonnummern in die Hände der Kriminellen.
Spanische Polizei zerschlägt Betrugsring – 788 High-End-Smartphones gestohlen
Ebenfalls am Montag gab die spanische Polizei die Zerschlagung eines großen Betrugsrings bekannt. Die Bande hatte 788 hochwertige Smartphones gestohlen – der Schaden für Telefónica beläuft sich auf rund 1,09 Millionen Euro. Die Täter nutzten gestohlene Identitäten und Social Engineering, um die Auslieferung der Geräte abzufangen. Nach zweieinhalb Jahren Ermittlungen nahm die Polizei zwölf Verdächtige in Barcelona, Valencia und Saragossa fest.
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Australien: Betrüger nutzen Netzausfälle für falsche Rückzahlungs-Angebote
Der australische Anbieter Telstra warnte am Montag vor einer weiteren Masche: Kriminelle nutzen aktuelle Netzstörungen aus und kontaktieren Kunden mit angeblichen Rückzahlungsangeboten. Ziel ist es, an Bankdaten zu gelangen oder Zahlungen per Kryptowährung oder Gutscheinkarten zu erpressen. Telstra stellte klar: Rückzahlungen würden ausschließlich über die offizielle App des Unternehmens abgewickelt.
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