Smartphone-Phishing: Angriffe um 1.200% gestiegen, KI treibt Betrug
08.06.2026 - 22:43:32 | boerse-global.de
Im Fokus: gefĂ€lschte RĂ€umungsverkĂ€ufe, manipulierte KI-Suchergebnisse und Phishing-Kampagnen rund um die FuĂball-WM.
GefÀlschte Rabattaktionen fluten die PostfÀcher
Die Schweizer Cybercrimepolice warnt vor einer aktuellen Masche: Kriminelle verschicken E-Mails, die einen angeblichen RĂ€umungsverkauf des ElektronikhĂ€ndlers Interdiscount vortĂ€uschen. Als BegrĂŒndung fĂŒr die Rabattaktion nennen die Absender geopolitische Spannungen wie den Iran-Konflikt.
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Die EmpfĂ€nger werden aufgefordert, an einer Umfrage teilzunehmen. DafĂŒr versprechen die BetrĂŒger Zugriff auf stark vergĂŒnstigte Produkte. ZunĂ€chst verlangen sie eine ReservierungsgebĂŒhr von 2,95 CHF, die per Kreditkarte zu zahlen ist.
Nach einer vermeintlichen Lieferung werden weitere 50 CHF fĂ€llig. Das eigentliche Ziel: die Kreditkartendaten fĂŒr unautorisierte Abbuchungen missbrauchen.
KI-Suchmaschinen als Einfallstor
Sicherheitsforscher beobachten einen neuen Trend: BetrĂŒger manipulieren KI-basierte Suchmaschinen. Durch gezielte Beeinflussung der Algorithmen platzieren sie gefĂ€lschte Online-Shops in den Ergebnissen von Diensten wie ChatGPT.
Die Fake-Shops imitieren bekannte Marken wie Dunelm oder Russell & Bromley. Sie locken mit PreisnachlĂ€ssen von bis zu 80 Prozent. OpenAI hat reagiert und die betrĂŒgerischen Seiten aus seinen Verzeichnissen entfernt.
Mobiles Phishing explodiert
Die Bedrohungslage fĂŒr mobile EndgerĂ€te verschĂ€rft sich massiv. Phishing-Angriffe auf Smartphones sind in den vergangenen zwei Jahren um 1.200 Prozent gestiegen. Treiber dieser Entwicklung: der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz.
Rund 82,6 Prozent aller identifizierten Phishing-Mails sind inzwischen KI-generiert. FĂŒr Laien wird die Erkennung immer schwieriger. Der wirtschaftliche Schaden durch mobile CyberkriminalitĂ€t lag allein im ersten Quartal 2026 bei rund 442 Milliarden Euro.
Neben klassischem E-Mail-Phishing gewinnt das sogenannte Quishing an Bedeutung â Phishing via QR-Codes. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 registrierten Behörden ĂŒber 18 Millionen solcher VorfĂ€lle. Das entspricht einer Steigerung von 150 Prozent.
Steuerbetrug mit ELSTER-Masche
Auch im Bereich der Steuerkommunikation schlagen Kriminelle zu. Aktuell kursieren gefĂ€lschte Nachrichten im Namen der Plattform ELSTER. Die TĂ€ter versprechen angebliche Steuerguthaben fĂŒr die Jahre 2025 oder 2026.
Das Ziel: Nutzer auf gefÀlschte Login-Seiten locken und sensible Kontodaten abgreifen.
WM 2026: FBI warnt vor massiver Phishing-Welle
Mit Blick auf die FuĂball-Weltmeisterschaft 2026 schlĂ€gt das FBI Alarm. Kriminelle nutzen Domains, die eine offizielle Zugehörigkeit zur FIFA suggerieren. Sie wollen persönliche Daten und Zahlungsinformationen von FuĂballfans stehlen.
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In Spanien konnten Behörden Anfang Juni in Elche eingreifen. Sie beschlagnahmten gröĂere Mengen gefĂ€lschter WM-Fanartikel.
Experten raten zur Vorsicht bei unangeforderten Nachrichten mit hohem Zeitdruck oder ungewöhnlichen ZahlungsmodalitÀten. Bei Verdacht auf Datenmissbrauch sollten Betroffene umgehend ihre Bank kontaktieren und Anzeige erstatten.
Die rechtliche Situation hat sich verschĂ€rft. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs kann grobe FahrlĂ€ssigkeit bei Phishing-Opfern zur vollstĂ€ndigen Haftung fĂŒr entstandene SchĂ€den fĂŒhren.
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