Smartphone-Sicherheit, Millionen

Smartphone-Sicherheit: 2,67 Millionen Angriffe und 306.000 neue Schadprogramme

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 00:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky registriert Millionen Angriffe auf Smartphones. Kritische Lücken in Android und iOS sowie neue KI-gestützte Hacking-Methoden bedrohen die Sicherheit.

Mobilgeräte im Visier: Neue Sicherheitslücken und Hacker-Trends
Ein leuchtendes digitales Schloss auf einem Smartphone-Display, das von abstraktem Binärcode durchbrochen wird. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedrohungslage für Mobilgeräte bleibt hoch. Kaspersky blockierte weltweit rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe auf Smartphones – und entdeckte dabei 306.000 neue Schadprogramme. Kein Wunder: Für 58 Prozent der Nutzer ist das Smartphone inzwischen das primäre Internetgerät.

Kritische Lücken in Android und iOS

Gleich mehrere Sicherheitslücken sorgen aktuell für Kopfschmerzen. Bei Android 16 ermöglicht eine Tastenkombination die Umgehung der PIN-Sperre. Google arbeitet an einem Fix. Noch heikler: Eine Schwachstelle in MediaTek-Chipsätzen erlaubt das Auslesen von PIN-Codes und Krypto-Seed-Phrasen. Ein Patch ist bereits verfügbar.

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Auch Apple-Nutzer sind betroffen. Die Angriffskette „DarkSword“ nutzt sechs Zero-Day-Lücken, um Passwörter und Krypto-Wallet-Daten zu stehlen. Dahinter steckt vermutlich die Gruppe UNC6353. Apple schloss die Lücken mit iOS 26.3. Ein weiteres Problem: Der Dienst „Hide My Email“ in iCloud+ gab zeitweise die echte E-Mail-Adresse preis. Der Fehler wurde Anfang Juli behoben – ein Restrisiko besteht für Alias-Adressen, die vor dem 7. Juli erstellt wurden.

Hacker vermarktet KI-Jailbreak als Dienstleistung

Die Zeiten, in denen Hacker selbst Malware schrieben, sind vorbei. Ein Hacker namens „Trim“ entwickelte aus einem Claude-Jailbreak-Tutorial eine kommerzielle Plattform. Sein Produkt „AI Pentest Checker“ kombiniert manipulierte Prompts mit Sicherheitsscannern und findet automatisch Schwachstellen. Die Methode „Context Warming“ umgeht dabei die Sicherheitsfilter der KI-Modelle. Branchenkenner beobachten einen Trend: Kriminelle setzen zunehmend auf modifizierte Sprachmodelle vom Graumarkt statt auf eigene Schadsoftware.

Mitarbeiter als Sicherheitsrisiko

Die größte Schwachstelle sitzt oft vor dem Bildschirm. 76 Prozent der Mitarbeiter verwenden Passwörter mehrfach. 64 Prozent nutzen KI-Tools, die nicht vom Unternehmen freigegeben wurden – klassische Schatten-IT.

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Dazu kommt eine neue Phishing-Methode: „Text Salting“. Seit dem Frühjahr wurde sie bei über einer Million Angriffen eingesetzt. Unsichtbare Textelemente umgehen dabei KI-basierte E-Mail-Filter. Das BSI warnte am 21. Juli zudem vor kritischen Lücken in WordPress und 7-Zip und empfahl dringende Updates. Experten raten zu biometrischen Sicherungen, starken sechsstelligen Passcodes und regelmäßigen System-Updates.

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