Smartphone-Sicherheit: 69% der GerÀte mit Foto entsperrbar
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 20:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein aktueller Test der niederlĂ€ndischen Verbraucherschutzorganisation Consumentenbond offenbart massive SicherheitslĂŒcken bei modernen Smartphones. Von 133 untersuchten GerĂ€ten lieĂen sich 92 Modelle â satte 69 Prozent â mit einem einfachen Foto des Besitzers entsperren. WĂ€hrend Premium-Hersteller wie Apple und Google den Manipulationen standhielten, fielen GerĂ€te von Samsung, Oppo und Motorola durch.
Flaggschiffe mit peinlicher Panne
Besonders brisant: Auch aktuelle Oberklasse-Modelle sind betroffen. Das Samsung Galaxy S25 Ultra und das Oppo Find X Pro lieĂen sich per Foto ĂŒberlisten. Auch diverse Motorola- und Redmi-GerĂ€te zeigten sich anfĂ€llig.
Die Gesichtserkennungssysteme von Apple (Face ID) und Google hielten dagegen. Doch selbst im Apple-Ăkosystem lauern Risiken â nur an anderer Stelle. Die Hardware-LĂŒcke âusbliter8â im SecureROM der A12- und A13-Chips betrifft Ă€ltere, aber noch weit verbreitete GerĂ€te wie das iPhone XR, iPhone 11 und iPhone SE der zweiten Generation. Das Problem: Da der Fehler in der schreibgeschĂŒtzten Hardware sitzt, lĂ€sst er sich nicht per Update beheben.
Samsung schlieĂt 57 SicherheitslĂŒcken
Parallel zu den Testergebnissen reagieren die Hersteller. Samsung hat Anfang Juli ein Sicherheitsupdate fĂŒr das Galaxy Z Fold 7 und das Galaxy Z Flip 7 ausgerollt. Es schlieĂt insgesamt 57 LĂŒcken, fĂŒnf davon gelten als kritisch.
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Besonders gefĂ€hrlich: Die Schwachstellen CVE-2026-27280 und CVE-2026-33636 stecken in Bibliotheken zur Bildverarbeitung. Zwei weitere LĂŒcken (SVE-2026-1087 und SVE-2026-1650) fanden sich in einer Codec-Bibliothek. Solche Fehler sind brandgefĂ€hrlich â Angreifer können ĂŒber manipulierte Bilddateien Schadcode einschleusen.
Klage gegen Apple in Illinois
Die biometrische Datenerfassung gerĂ€t zunehmend ins Visier der Justiz. Anfang Juli reichten KlĂ€ger im US-Bundesstaat Illinois eine Sammelklage gegen Apple ein. Ihr Vorwurf: Face ID verstoĂe gegen das lokale Datenschutzgesetz fĂŒr biometrische Informationen (BIPA).
Die Hardware-LĂŒcke âusbliter8â in iPhones XR, 11 und SE (2. Gen.) lĂ€sst sich nicht per Update beheben. Gleichzeitig schlieĂt Samsung 57 LĂŒcken â doch reicht das? Unser Report zeigt, welche GerĂ€te wirklich sicher sind und wie Sie biometrische Daten optimal absichern. Sicherheits-Checkliste jetzt sichern
Die Industrie reagiert mit neuen Schutzmechanismen. Apple stellte auf der WWDC 2026 die Funktion âTrust Insightsâ vor, die im September mit dem nĂ€chsten Betriebssystem-Update kommen soll. Das System analysiert lokale Metadaten und Server-Feedback, um betrĂŒgerische Transaktionsmuster zu erkennen. Google plant eine Ă€hnliche Funktion fĂŒr Android â zur Erkennung gefĂ€lschter Anrufe.
Aktuelle iOS-Updates schlossen zuletzt rund 60 weitere LĂŒcken. Und in der Bootloader-Software U-Boot wurden sechs neue Schwachstellen entdeckt, die eine CodeausfĂŒhrung vor der Signaturkontrolle ermöglichen könnten. Die Sicherheitslage bleibt angespannt â und ein Foto reicht oft schon aus, um sie zu umgehen.
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