Smartphone-Trojaner, BetrĂŒger

Smartphone-Trojaner: BetrĂŒger nutzen gefĂ€lschte Anrufe zur Fernsteuerung

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 04:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Manipulierte Anrufe verbreiten mobile Banking-Trojaner. Group-IB meldet 1.469 betroffene GerÀte in Indonesien, Apple ergÀnzt iOS-Schutz.

Android-Trojaner stehlen Bankdaten per Fernzugriff und KI
Eine dunkle, menschenleere Gasse bei Nacht, die eine bedrohliche AtmosphÀre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle setzen zunehmend auf manipulierte Telefonate und gezielte soziale Manipulation, um Smartphone-Nutzer zur Installation gefĂ€hrlicher Fernsteuerungssoftware zu verleiten. Über gefĂ€lschte Anrufe bringen die BetrĂŒger ihre Opfer dazu, vermeintliche Hilfsprogramme oder Sicherheits-Apps herunterzuladen.

Sobald diese Anwendungen auf dem Mobiltelefon aktiv sind, erlangen die TÀter weitreichenden Zugriff auf das System und können Transaktionen im Online-Banking initiieren oder sensible Zugangsdaten abfangen.

Perfektionierte Trojaner fĂŒr mobile Betriebssysteme

Wie Sicherheitsanalysten beobachten, greifen die Angreifer dabei auf hochentwickelte Schadprogramme zurĂŒck. Das Sicherheitsunternehmen Group-IB analysiert seit 2022 den Android-Trojaner Gigabud. Dieser legt eine gefĂ€lschte Anmeldemaske ĂŒber legitime Banking-Apps und fĂ€ngt auf diesem Weg den Entsperrcode der Nutzer ab.

Eine Gruppe namens GoldFactory kombiniert Gigabud mit der Anwendung Vwork unter dem Paketnamen net.yy.vwork, welche die originale Banking-App direkt in ein Arbeitsprofil auf dem EndgerÀt klont.

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Nach Angaben von Group-IB wurden in Indonesien zwischen Februar und Juli 2026 rund 1.469 kompromittierte GerÀte und 1.281 mögliche Anmeldungen registriert, wobei der entstandene Schaden bei circa 960.939 US-Dollar lag.

Einen weiteren Bedrohungsvektor beschreiben die Forscher von Zimperium zLabs. Sie entdeckten den vermutlich aus China stammenden Android-Trojaner RedHat, auch als RatHat bezeichnet. Die Malware bedient sich eines integrierten KI-Assistenten, um GerĂ€te autonom fernzusteuern und Bildschirminhalte ĂŒber den sogenannten Accessibility-Tree in Echtzeit auszulesen.

Das Programm fĂŒhrt selbststĂ€ndig Klicks aus und stiehlt Anmeldedaten sowie Einmalpasswörter ĂŒber unsichtbare Overlays. Der SchĂ€dling verbreitet sich unter anderem ĂŒber Download-Portale von Drittanbietern, soziale Medien, bösartige Werbeeinblendungen und SMS-Spam. FĂŒr den Betrieb verlangt die Software weitreichende Bedienungshilfen-Rechte und verhindert ihre eigene Deinstallation.

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Das System basiert auf drei Komponenten: der Malware-App selbst, einem Go-Agenten mit Shell-Rechten ĂŒber die Android Debug Bridge sowie einem FRP-Proxy. Nach einem Löschversuch kann sich das Programm selbststĂ€ndig neu installieren. Die Zahl der bisherigen Opfer ist bislang nicht beziffert.

Gegenmaßnahmen und Empfehlungen

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik rĂ€t Betroffenen, bei Verdacht auf einen unberechtigten Zugriff umgehend sĂ€mtliche Zugangsdaten zu Ă€ndern und das betroffene Kreditinstitut zu verstĂ€ndigen.

Parallel rĂŒsten Betriebssystemhersteller Schutzmechanismen gegen Social Engineering nach. Apple integrierte in das seit dem 14. September verfĂŒgbare Betriebssystem iOS 27 eine Funktion zur Risikoerkennung bei IdentitĂ€tsmissbrauch.

Diese Schutzfunktion ist standardmĂ€ĂŸig deaktiviert und muss in den GerĂ€teeinstellungen unter Datenschutz und Sicherheit manuell fĂŒr teilnehmende App-Entwicklungsteams freigegeben werden. Die PrĂŒfung erfolgt lokal auf dem EndgerĂ€t anhand von Interaktionsmustern, ZeitablĂ€ufen, Sensorwerten sowie GerĂ€te- und Kontoinformationen, ohne persönliche Nachrichten, E-Mails oder Fotos auszuwerten.

Apps erhalten dabei lediglich eine Risikoeinstufung in den Stufen Unbekannt, Mittel oder Hoch, um im Verdachtsfall zusĂ€tzliche BestĂ€tigungen einzufordern oder Überweisungen zu verzögern. Nach einer Aktivierung greifen geĂ€nderte Einstellungen mit einer Verzögerung von bis zu 24 Stunden.

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