Smartphone-Unfälle, Textnachrichten

Smartphone-Unfälle: Textnachrichten erhöhen Risiko um das Sechsfache

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der ADAC Mittelrhein startet eine Aufklärungskampagne gegen Handynutzung am Steuer. Neue Monocams und längere Verjährungsfristen sollen die Kontrollen verschärfen.

ADAC-Kampagne „Lenken statt Liken“: Handy am Steuer wird zur tödlichen Gefahr
Ein verschwommenes Autocockpit, in dem das Display eines Smartphones den Innenraum in kaltes blaues Licht taucht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der ADAC Mittelrhein startet im August die Aktion „Lenken statt Liken“ in Rheinland-Pfalz. Sie soll auf die Gefahren der Handynutzung am Steuer aufmerksam machen. Hintergrund sind alarmierende Unfallzahlen.

Ablenkung: Das Risiko wird massiv unterschätzt

Allein 2025 gab es in Rheinland-Pfalz 55 Unfälle mit Personenschaden durch Elektroniknutzung. 11 Menschen wurden schwer verletzt, 56 leicht. Seit 2021 starben zwölf Menschen bei solchen Unfällen.

Die Dunkelziffer dürfte laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) weit höher liegen. Der Grund: Nach einem Unfall ist die Handynutzung oft kaum noch nachweisbar. Dabei ist das Risiko enorm: Normale Handynutzung verdreifacht die Unfallgefahr. Wer Textnachrichten liest oder schreibt, verursacht sogar sechsmal häufiger Unfälle.

Die Folgen sind gefährliche Blindflüge. Bei 50 km/h legt ein Auto in wenigen Sekunden beträchtliche Strecken zurück – ohne dass der Fahrer auf die Straße blickt.

Monocams und neue Verjährungsfristen

Die Behörden rüsten technisch auf: Spezielle Monocams erkennen Handy-Verstöße per Kamera. Zwischen April und November 2025 erfassten sie in Rheinland-Pfalz 950 Verstöße. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 668.

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Auch rechtlich wird schärfer durchgegriffen. Seit Juli gilt für Handy-Verstöße und Temposünden eine Verjährungsfrist von sechs Monaten statt drei. Der Grund: Die Ermittlungen sind aufwendiger geworden. Fachleute fordern zudem EU-weite Blackboxen in Autos und härtere Sanktionen.

Assistenzsysteme: Segen und Fluch

Neue Autos haben oft Ablenkungswarner integriert. Doch die Systeme reagieren kritikern zufolge zu träge – in der Stadt teils erst nach mehreren Sekunden. Automatisiertes Fahren könnte helfen: Auswertungen aus mehreren EU-Ländern zeigen, dass assistierte Systeme deutlich seltener kollidieren. Ein deutscher Premiumhersteller führt dieses Jahr Systeme der Stufe Level 2++ in Städten ein.

Dass Technik auch Leben retten kann, zeigte ein Unfall in Niedersachsen: Ein Transporter prallte gegen einen Baum, das Smartphone der Insassen alarmierte automatisch die Rettungskräfte. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

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Die Entwicklung bei Verkehrsverstößen ist uneinheitlich: Während einige Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern weniger Bußgelder einnahmen, meldeten andere bis zu 36 Prozent mehr Verfahren. In Nordrhein-Westfalen entzogen die Behörden im Vorjahr hunderten Fahrern den Führerschein – bei jungen Fahrern war erstmals Drogenkonsum der häufigste Grund.

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