Smartphone-WLAN, FBI

Smartphone-WLAN: FBI warnt vor automatischer Verbindung mit offenen Netzen

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten empfehlen, automatische WLAN-Verbindungen abzuschalten und öffentliche Netze mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen zu nutzen.
Ein menschenleerer, moderner Flughafen-Wartebereich bei Dämmerung mit großen Glasfronten und schlichtem Architekturdesign. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsexperten schlagen Alarm wegen der automatischen Einwahl von Smartphones in unbekannte und offene WLAN-Netze. Sowohl Geräte mit iOS als auch mit Android sind standardmäßig häufig so konfiguriert, dass sie sich ohne vorherige Rückfrage mit bereits bekannten oder ungesicherten Funknetzwerken verbinden.

Behörden und IT-Sicherheitsanalysten raten dringend dazu, diese Systemeinstellungen manuell anzupassen, um Angriffe auf persönliche Daten zu verhindern.

Risiken durch manipulierte Zugangspunkte und Datenabgriff

Besonders an öffentlichen Orten mit hoher Besucherfrequenz wie Flughäfen, Bahnhöfen, Hotels und Cafés ist das Sicherheitsrisiko erhöht. Unter anderem warnt die US-Bundespolizei FBI davor, Mobilgeräte außerhalb des eigenen Zuhauses automatisch mit kostenlosen Netzwerken koppeln zu lassen.

Eine gängige Methode von Cyberkriminellen ist der sogenannte böse Zwilling: Angreifer richten dabei einen eigenen Hotspot ein, der denselben Namen trägt wie ein legitimes Netzwerk vor Ort, beispielsweise das WLAN eines Cafés oder eines Terminals. Weist der gefälschte Zugangspunkt ein stärkeres Signal auf, wählt sich das Endgerät automatisch dort ein.

Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Kaspersky drohen bei solchen Man-in-the-Middle-Angriffen gravierende Sicherheitsvorfälle. Unbefugte können den Datenverkehr abfangen, Passwörter mitschneiden sowie E-Mail- und Bankdaten ausspähen.

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Auch das Nationale Zentrum für Cybersicherheit in Jordanien zählt Man-in-the-Middle-Attacken, unverschlüsselte Netze, das Abhören von Funksignalen sowie die Verbreitung von Schadsoftware zu den zentralen Bedrohungen in öffentlichen Netzwerken. Der jordanische IT-Experte Hani al-Batasch verweist zudem auf die Gefahr von Identitätsdiebstahl, Kontenübernahmen und Ransomware-Infektionen.

Weitere Branchenexperten warnen davor, dass bereits eine unbedachte Verbindung persönliche Bilder, Telefonnummern und Adressen offenlegen kann, da Angreifer Netzwerkfreigaben ausnutzen oder präparierte Hardware zur Kompromittierung verbundener Telefone einsetzen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen und Konfiguration

Um sich vor diesen Gefahren zu schützen, raten Fachleute zur Deaktivierung der automatischen Verbindungsfunktionen. Auf dem iPhone lässt sich dies in den Einstellungen unter dem Menüpunkt für WLAN über das jeweilige Informationssymbol anpassen, indem der automatische Verbindungsaufbau abgestellt wird; dort können alte Einträge auch dauerhaft gelöscht werden.

Auf Android-Geräten findet sich die Option in den Einstellungen unter Netzwerk und Internet, wo das automatische Verbinden für einzelne Netzwerke über das Zahnrad-Symbol abgeschaltet werden kann. Zudem sollten dort Funktionen zur automatischen WLAN-Aktivierung und Benachrichtigungen über offene Netze deaktiviert werden.

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Auch für Windows-10-Geräte existiert eine Gegenmaßnahme: Über die administrativen Vorlagen der Gruppenrichtlinien lässt sich die automatische Verbindung mit empfohlenen offenen Hotspots, Kontakten und kostenpflichtigen Diensten vollständig abschalten oder alternativ über die Systemregistrierung anpassen.

Neben der Abschaltung der Automatik empfehlen Behörden und Fachleute wie Issa Mahasneh von der Jordanischen Open-Source-Gesellschaft den konsequenten Einsatz virtueller privater Netzwerke vertrauenswürdiger Anbieter.

In öffentlichen Netzen sollten zudem keine sensiblen Daten übermittelt, Dateifreigaben deaktiviert und Webseiten nur verschlüsselt angesteuert werden. Zwei-Faktor-Authentifizierung, Virenscanner sowie die Überprüfung von App-Berechtigungen für Mikrofon und Kamera erhöhen die Sicherheit weiter.

Der IT-Sicherheitsspezialist Karl-Emil Nikka riet laut einem Bericht vom 7. November 2026 zudem dazu, Geräte grundsätzlich nur dann mit dem Netz zu verbinden, wenn dies zwingend erforderlich ist, und installierte Programme stets auf dem neuesten Stand zu halten.

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