Smishing-Welle, Busan

Smishing-Welle in Busan: 260.000 erhalten betrĂŒgerische Wallet-SMS

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 07:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Busan blockierte die Polizei einen SMS-Betrug mit gefÀlschter Wallet-Software; HintermÀnner und mögliche Verluste werden noch ermittelt.

Busan: Smishing-Angriff zielt auf 260.000 Krypto-Nutzer
NÀchtliche Stadtansicht von Busan mit modernen WohngebÀuden und HafenkrÀnen in der DÀmmerung. Illustration mit AI erstellt.

In der sĂŒdkoreanischen Hafenstadt Busan ist es zu einem großflĂ€chigen Versuch gekommen, digitale Vermögenswerte mittels betrĂŒgerischer Textnachrichten zu entwenden.

Nach Erkenntnissen der zustÀndigen Busan Metropolitan Police Agency wurden am 12. September 2026 gegen 10:48 Uhr massenhaft Kurznachrichten an rund 260.000 EmpfÀnger verschickt. Die EmpfÀnger wurden in diesen Mitteilungen dazu aufgefordert, ein vermeintlich aktualisiertes Krypto-Wallet zu installieren.

TatsÀchlich handelte es sich bei dem in der Nachricht enthaltenen Link um einen sogenannten Smishing-Versuch. Ziel der Angreifer war es, durch die Installation der gefÀlschten Software Zugriff auf die virtuellen Assets der betroffenen Nutzer zu erlangen.

Missbrauch von Infrastruktur eines Einkaufszentrums

Die Ermittlungen der Behörden ergaben, dass der Versand der Massen-SMS ĂŒber den unbefugten Zugriff auf das Konto einer SMS-Agentur erfolgte. Dieses Konto war einem Einkaufszentrum im Bezirk Sasang-gu in Busan zugeordnet. Die TĂ€terschaft nutzte diese bestehende Infrastruktur, um die Sicherheitsfilter der Mobilfunkanbieter zu umgehen und eine hohe Zustellrate der betrĂŒgerischen Nachrichten zu erreichen.

Die Busan Metropolitan Police Agency reagierte laut Berichten vom 16. September 2026 unmittelbar auf den Vorfall. Den Beamten gelang es, die relevanten Sendedaten zu sichern und den kompromittierten Kontozugriff der SMS-Agentur zu sperren, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Die polizeilichen Ermittlungen zur Identifizierung der HintermÀnner dauern an.

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Technischer Hintergrund und das Phishing-as-a-Service-Modell

Der Vorfall wird in einen grĂ¶ĂŸeren Kontext organisierter CyberkriminalitĂ€t eingeordnet. Experten bringen derartige AktivitĂ€ten mit der sogenannten Smishing Triad in Verbindung. Dabei handelt es sich um eine groß angelegte Kampagne, die auf den Diebstahl sensibler Finanz- und IdentitĂ€tsdaten spezialisiert ist. Zum Einsatz kommt dabei ein Phishing-Kit mit der Bezeichnung JWR.

Dieses technische Werkzeug ermöglicht es Angreifern, automatisiert eine Vielzahl kritischer Daten abzugreifen. Dazu zÀhlen:
* Zugangsdaten fĂŒr Online-Banking und Digital-Wallet-Logins
* Informationen zu Zahlungskarten
* Einmalpasswörter (One-Time Passwords, OTP) zur Zwei-Faktor-Authentisierung
* Allgemeine IdentitÀtsdaten zur Vorbereitung von IdentitÀtsdiebstahl

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Analysen des Sicherheitsunternehmens Group-IB ordnen die aktuelle AktivitĂ€t einem spezifischen Betreiber-Subcluster zu, der in Fachkreisen unter dem Namen Outsider gefĂŒhrt wird. Dieser agiere als Kunde innerhalb eines wachsenden Phishing-as-a-Service-Ökosystems.

In diesem Modell stellen spezialisierte Entwickler die notwendige Infrastruktur und Software-Kits gegen Bezahlung zur VerfĂŒgung, wĂ€hrend die eigentlichen Angreifer – in diesem Fall der Subcluster Outsider – die DurchfĂŒhrung der Kampagnen und die Auswahl der Opfer ĂŒbernehmen.

Die Behörden in Busan mahnen zur Vorsicht bei unaufgeforderten Kurznachrichten, die zur Installation von Software oder zur Eingabe von Zugangsdaten fĂŒr KryptowĂ€hrungen auffordern. Da die Ermittlungen der Busan Metropolitan Police Agency noch nicht abgeschlossen sind, bleibt die genaue Schadenshöhe durch potenziell bereits erfolgte Abgriffe virtueller Assets Gegenstand der weiteren Untersuchungen.

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