Sodbrennen, Ernährung

Sodbrennen: Ernährung schlägt Protonenpumpenhemmer mit 81 Prozent

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 20:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Spezielle Diät hilft bei 81% der Reflux-Patienten, während PPI nur 56% erreichen und das Demenzrisiko erhöhen.

Reflux-Therapie: Ernährung schlägt Medikamente bei Sodbrennen
Eine Nahaufnahme einer gesunden SchĂĽssel mit ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, GemĂĽse und Obst. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Ernährungsumstellungen wirken oft besser als Protonenpumpenhemmer (PPI) – und vermeiden deren Risiken.

Diät schlägt Medikamente

Eine im Juli 2026 im Fachjournal JAMA veröffentlichte Studie liefert klare Zahlen. Ein Team um Dr. Jerome R. Lechien von der Universität Paris-Saclay verglich verschiedene Therapieansätze bei 145 Patienten mit laryngopharyngealem Reflux (LPR).

Das Ergebnis: Ein spezielles Ernährungs- und Lebensstilprogramm erzielte eine Ansprechrate von 81 Prozent. Die Diät setzte auf eiweißreiche, fett- und zuckerarme Kost – kombiniert mit viel Ballaststoffen, Vollkornprodukten und Stressreduktion.

Die reine Medikamentengabe schnitt deutlich schlechter ab: Antacida kamen auf 74,1 Prozent, Alginate auf 57,9 Prozent. Schlusslicht waren die häufig verschriebenen Protonenpumpenhemmer (PPI) mit nur 56,3 Prozent Ansprechrate.

Langzeitrisiken von PPI

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Doch nicht nur die schwächere Wirksamkeit gibt zu denken. Eine zweite Studie aus dem Juni 2026 in Nature Metabolism mit rund 66.000 Probanden zeigt: Eine Dauertherapie mit PPI erhöht das Demenzrisiko um 44 Prozent. Bei älteren Patienten stieg die Rate kognitiver Beeinträchtigungen über zehn Jahre sogar um 47 Prozent.

Zum Vergleich: Die DASH-Diät – ebenfalls ballaststoffreich – senkte das Risiko für solche Einschränkungen einer aktuellen Analyse zufolge um 41 Prozent.

Entwarnung bei Magenkrebs

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Bei einer anderen Sorge geben Forscher dagegen Entwarnung. Eine skandinavische Fall-Kontroll-Studie, ebenfalls im Juli 2026 veröffentlicht, fand keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Langzeiteinnahme von PPI und der Entwicklung von Magenkrebs.

Die kumulierten Daten aus dem Sommer 2026 zeichnen ein klares Bild: Eine ballaststoff- und eiweißreiche Ernährung sollte künftig die erste Wahl bei Reflux-Beschwerden sein. Der Einsatz von Medikamenten – insbesondere PPI – muss dagegen kritischer abgewogen werden.

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