Solarziegel, SOLTEQ

Solarziegel unsichtbar: SOLTEQ zeigt neue Ästhetik-Technologie

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 03:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Solar-Technik wird unsichtbar: Keramikziegel, PVT-Fassaden und Solarfasern prägen die neuesten Entwicklungen der Photovoltaik-Branche.

Photovoltaik-Integration 2026: Unsichtbare Solarziegel und neue Trends
Ein modernes Hausdach mit nahtlos integrierten Solardachziegeln in minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Photovoltaik verschwindet zunehmend im Gebäude – und wird trotzdem immer effizienter. Die neuesten Konzepte setzen auf Ästhetik statt Aufdach-Optik.

Keramik-Dachziegel: Solar, die keiner sieht

Die SOLTEQ Solar GmbH stellte Anfang August eine Technologie für keramische Solar-Dachziegel vor. Die Solareinheiten sind nahezu unsichtbar in die Ziegelstruktur eingebettet. Zahlreiche RAL-Farbtöne und Oberflächenstrukturen lassen das Dach wie ein klassisches Ziegeldach wirken – und erzeugen dabei Strom.

Der Trend dahinter heißt „Calm Technology“: Technik, die sich zurücknimmt. Das japanische Unternehmen Mui Lab präsentierte im August eine Smart-Home-Steuerung unter einem Holzfurnier aus Ahorn oder Kirsche. Die Bedienung läuft über eine LED-Matrix und Handschrifterkennung direkt auf der Holzoberfläche.

Wärme aus der Fassade: PVT-Module heizen Kita

Autarkie funktioniert längst nicht nur beim Strom. In Langenfeld nutzt eine Kindertagesstätte seit August 60 PVT-Module, die gleichzeitig Strom und Wärme liefern. Sie versorgen eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und decken eine Heizlast von 30 kW ab – ganz ohne fossile Energieträger oder Erdkollektoren.

Auch Privathaushalte profitieren von der Kombinationstechnik. Balkonkraftwerke gibt es laut Informationen von Veranstaltungen in Frankfurt Anfang August bereits für 250 bis 300 Euro. Sie decken etwa 30 bis 50 Prozent des jährlichen Strombedarfs eines Haushalts.

Ein Praxisbeispiel aus Plüderhausen zeigt das Potenzial: Ein Haus mit Solarstrom, Wärmepumpe und Dämmung aus Schafwolle erzielte an einem Tag einen Überschuss von über 20 kWh – bei einem Ertrag von 29 kWh stand der Verbrauch bei lediglich 8,9 kWh.

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Energiegemeinschaften: Zehn Gemeinden, ein Netz

Die Zukunft gehört aber nicht nur Einzellösungen. In der Region Liezen schlossen sich zehn Gemeinden zu einer Energiegemeinschaft zusammen, um PV-Strom regional zu nutzen und Netzgebühren zu senken. Ähnlich funktioniert die Agri-PV-Anlage in Bodensdorf: Nach einem Jahr Betrieb steht die Bilanz bei 1,85 Millionen kWh erzeugtem Strom, vermarktet über eine lokale Energiegemeinschaft.

Doch die regulatorischen Rahmenbedingungen bremsen den Ausbau. Ein Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur vom August sieht für Prosumer Aufschläge von 70 bis 90 Prozent auf den Grundpreis vor. Kritiker befürchten: Bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung könnten diese Aufschläge pro Wohneinheit anfallen, beim klassischen Mieterstrommodell dagegen nur einmalig am Summenzähler. Eine Entscheidung wird für Ende 2026 erwartet, die Umsetzung ist für 2029 geplant.

EEG-Novelle: Ende der EinspeisevergĂĽtung zeichnet sich ab

Das Bundeskabinett passierte Ende Juli die jüngste EEG-Novelle. Seit dem 1. August liegt die Einspeisevergütung bei 7,7 Cent pro kWh. Für Anlagen unter 25 kW soll sie ab Januar 2027 ganz entfallen – eine Übergangsfrist von 36 Monaten ist vorgesehen. Während das Energy Sharing auf EU-Ebene seit Juni verpflichtend ist, rechnet Deutschland erst 2027 mit der vollständigen Umsetzung.

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Solarfasern: Photovoltaik zum Einnähen

Die Forschung treibt die Integration weiter voran. Eine im August veröffentlichte Studie in den „Applied Physics Letters“ beschreibt Photovoltaik-Fasern aus Mehrfachsolarzellen, die sich direkt in Textilien einnähen lassen. Die leichten, flexiblen Fasern könnten künftig Wearables mit Strom versorgen – und machen die Energiegewinnung endgültig unsichtbar.

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