Sommerhitze, Legionellen

Sommerhitze: Legionellen, Kühlketten-Ausfälle und Medikamenten-Risiken

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 16:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Steigende Temperaturen erhöhen das Risiko für Legionellen, Kühlkettenausfälle und Medikamentenschäden. Experten geben konkrete Handlungsempfehlungen.

Sommerhitze: Hygiene-Risiken durch Legionellen und Kühlketten-Probleme
Nahaufnahme einer sauberen Küchenspüle mit fließendem Wasser, einem Schwamm und einem Geschirrtuch in hellem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steigende Temperaturen begünstigen die Vermehrung von Bakterien in Wasserleitungen, Küchen und Lebensmitteln. Besonders gefährdet: Trinkwasserqualität, Medikamente und die Kühlkette.

Legionellen-Gefahr nach dem Urlaub

Wer länger verreist war, sollte beim ersten Wasserlassen Vorsicht walten lassen. Hygiene-Experte Martin Exner warnt vor erhöhtem Legionellen-Risiko in stehenden Leitungen. Die Lösung: Wasser vor dem ersten Gebrauch mindestens eine Minute lang laufen lassen. Das Thema stand im Juni 2026 auch auf dem 9. Internationalen Hagleitner-Hygieneforum auf der Agenda.

In der Küche werden Schwämme, Spültücher und Handtücher bei Feuchtigkeit schnell zu Keimschleudern. Experten raten zu häufigem Wechsel und vollständiger Trocknung. Auch Abflüsse sind ideale Brutstätten – Essig, Backpulver oder heißes Nudelwasser helfen bei der Reinigung.

Kühlketten im Kollaps

Bei Außentemperaturen über 35 Grad geraten Kühlsysteme an ihre Grenzen. In Rheinland-Pfalz fielen bei Lidl und Aldi bereits Kühltheken aus. Der Grund: Die Anlagen sind oft nur für maximale Umgebungstemperaturen in diesem Bereich ausgelegt. Bei 40 Grad droht die Überlastung.

Besonders betroffen sind soziale Einrichtungen. Tafeln in Nordrhein-Westfalen melden massive Verluste. In Bochum oder Essen müssen bis zu 40 Prozent der Lebensmittelspenden wegen der Hitze entsorgt werden.

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Medikamente richtig lagern

Ein kritischer Punkt: die Aufbewahrung von Arzneimitteln. Hohe Temperaturen können die Wirkweise verändern. Besonders gefährdet sind Blutdrucksenker und Insulin-Präparate. Die Wirkung kann sich verstärken oder abschwächen. Fachleute warnen eindringlich vor der Lagerung im Auto – dort werden bis zu 70 Grad erreicht. Besser: kühl, trocken und lichtgeschützt im Wohnraum.

Schädlingsalarm in Biotonne und Garten

Feuchtwarmes Klima lässt Insekten und Parasiten explosionsartig vermehren. Bei der Biotonne hilft trockenes Einpacken und ein schattiger Standort gegen Maden. Gegen Fruchtfliegen in der Küche wirken Essigfallen.

Das Robert Koch-Institut beobachtet zudem die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke. Lokale Übertragungen von Dengue- oder Zika-Viren gab es in Deutschland bisher nicht. Das West-Nil-Virus bleibt jedoch präsent: 2024 wurden 49 Fälle registriert, 2025 sank die Zahl auf 14. Regentonnen abdecken und Vogeltränken regelmäßig wechseln – das senkt das Risiko.

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An der Ostsee droht Gefahr aus dem Wasser. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad warnen Experten vor Vibrionen. Die Bakterien können über offene Wunden schwere Infektionen auslösen.

Hitzewarner und Haushaltstricks

Die Stadt Münster setzt auf Prävention: Hitzewarner-Aufkleber zeigen an, wenn die Raumtemperatur 28 Grad überschreitet. Die Aufkleber geben Hinweise zu richtigem Lüften und ausreichender Flüssigkeitszufuhr.

Um Schimmel vorzubeugen, sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Einfache Helfer: Salz oder Reis wirken als Feuchtigkeitsbinder. Und wer seine Arbeitsflächen freiräumt, tut nicht nur der Hygiene etwas Gutes – Studien zeigen, dass acht von zehn Deutschen unbenutzte Küchengeräte auf den Flächen lagern. Das stört nicht nur optisch, sondern auch praktisch.

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