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Soziale Medien an Grundschulen: Aktionsrat fordert bundesweites Verbot

31.05.2026 - 10:18:18 | boerse-global.de

Ein Expertengremium spricht sich für ein bundesweites Social-Media-Verbot an Grundschulen aus. Die Politik diskutiert über Schutzmaßnahmen und Altersgrenzen.

Soziale Medien an Grundschulen: Aktionsrat fordert bundesweites Verbot - Foto: über boerse-global.de
Soziale Medien an Grundschulen: Aktionsrat fordert bundesweites Verbot - Foto: über boerse-global.de

Die Risiken für die kindliche Entwicklung seien zu groß, teilte das Expertengremium am heutigen Sonntag mit.

Suchtpotenzial, Cybermobbing und Aufmerksamkeitsstörungen überwiegen den Nutzen digitaler Vernetzung in dieser Altersgruppe deutlich. „Die Plattformen setzen vermehrt auf Algorithmen statt auf wirksame Filtermechanismen", erklärte Nele McElvany von der Universität Dortmund bei der Vorstellung der Ergebnisse.

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Neues Bildungsziel „mediale Integrität"

Die Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken nimmt bereits im Grundschulalter stetig zu. Der Aktionsrat schlägt daher ein neues Bildungsziel vor: mediale Integrität. Ausnahmen vom Nutzungsverbot sollen nur für klar definierte pädagogische Zwecke gelten.

Bereits 2025 hatte das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen eine Empfehlung ausgesprochen, Smartphones und Smartwatches an Grundschulen zu verbieten. Die neuen Forderungen zielen jedoch auf einen bundesweit verbindlichen Rechtsrahmen. Dieser soll Alterskontrollen, ein Verbot suchtfördernder Design-Elemente und gezielte Werbung für Kinder umfassen.

Bundespolitik uneins

Bundesfamilienministerin Karin Prien erklärte gestern, dass ein gesetzliches Verbot weiterhin geprüft werde. Eine Expertenkommission soll im Juni ihre Empfehlungen vorlegen. Prien strebt einen Dreiklang aus Schutz, Befähigung und Teilhabe an.

Zudem brachte die Ministerin eine Regelung ins Gespräch, die den Kontakt von Kleinkindern unter drei Jahren mit digitalen Endgeräten einschränken könnte – analog zur gewaltfreien Erziehung.

Innerhalb der Bundesregierung gehen die Meinungen auseinander. Bundeskanzler Merz spricht sich für Beschränkungen bis zum 14. Lebensjahr aus. Innenminister Dobrindt mahnte gestern zur Zurückhaltung bei pauschalen Verboten und betonte die Eigenverantwortung der Eltern.

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Österreich verfolgt bereits einen konkreten Zeitplan. Nach einer Begutachtungsphase im Sommer sollen die Regeln Anfang 2027 in Kraft treten.

Internationale Ansätze und Milliardendeals

Australien hat bereits im Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren umgesetzt. Die G7-Digitalminister einigten sich am Freitag bei einer Konferenz in Paris auf gemeinsame Grundsätze: striktere Altersüberprüfungen, Kampf gegen illegale Inhalte und ein Verbot von Mikro-Targeting bei Minderjährigen.

Kritik kommt vom UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk. Er warnte am Freitag davor, pauschale Verbote als Allheilmittel zu betrachten. Altersbeschränkungen könnten leicht umgangen werden, der Fokus müsse auf sicherer konzipierten Diensten liegen.

Der wirtschaftliche Druck auf die Plattformbetreiber wächst. Wie gestern bekannt wurde, stimmten Meta, ByteDance, Alphabet und Snap einem Vergleich von rund 27 Millionen US-Dollar zu. Ein Schulbezirk in Kentucky hatte geklagt – suchtfördernde Technologien hätten erhebliche Kosten für die psychologische Betreuung der Schüler verursacht. Allein Meta übernimmt rund neun Millionen US-Dollar. Rund 1.200 ähnliche Klagen sind in den USA noch anhängig.

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