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Soziale Medien: EU plant Mindestalter 13 Jahre und gestaffelten Zugang

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 21:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission will ein Mindestalter von 13 Jahren für soziale Medien einführen und einen gestaffelten Zugang für Jugendliche schaffen.

EU-Kommission plant Mindestalter von 13 Jahren für soziale Netzwerke
Jugendliche Hand hält Smartphone mit unscharfem Social-Media-Feed und digitalen Sicherheitsüberlagerungen, symbolisiert Altersbeschränkungen und Online-Privatsphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die EU-Kommission will das Mindestalter für soziale Netzwerke auf 13 Jahre festlegen und einen gestaffelten Zugang für Jugendliche einführen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte die neue Gesetzesinitiative am heutigen Montag an. Grundlage ist ein umfassender Expertenbericht, der noch am selben Tag veröffentlicht wurde.

Gestaffelter Zugang nach Altersstufen

Das von Forschern wie Jörg Fegert und Maria Melchior erstellte Gutachten empfiehlt ein abgestuftes System. Für Kleinkinder unter drei Jahren fordern die Experten komplette Bildschirmfreiheit. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren sollten soziale Medien nur unter Aufsicht der Eltern und mit strengen Zeitlimits nutzen dürfen.

Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren schlägt das Gremium eine „sich entwickelnde autonome Nutzung" vor. Der Zugang zu Plattformen soll schrittweise gewährt werden – allerdings nur, wenn die Dienste nachweislich über robuste Sicherheitsfunktionen und Schutzmechanismen gegen süchtig machendes Design verfügen.

Die Zahlen sind alarmierend: Kinder verbringen derzeit zwischen vier und sechs Stunden täglich in sozialen Netzwerken. Rund 60 Prozent berichten von emotionalen Problemen im Zusammenhang mit ihrer Online-Aktivität.

Technische Hürden und Datenschutz

Die EU setzt bei der Durchsetzung der Altersbeschränkungen auf die Europäische Digital Identity Wallet. Diese soll mit sogenannten Zero-Knowledge-Proofs arbeiten – einem kryptografischen Verfahren, das Plattformen die Überprüfung des Alters ermöglicht, ohne persönliche Daten zu speichern. Das soll Konflikte mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vermeiden.

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Als Alternative oder Ergänzung prüft die Kommission auch eine Altersverifikation direkt auf Geräteebene. Ziel ist ein strenger Jugendschutz, der gleichzeitig das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung wahrt.

Die geplanten Regeln zielen zudem auf konkrete Funktionen ab. Infinite Scrolling etwa – das endlose Nachladen von Inhalten – hatten EU-Regulierer bereits als potenziellen Verstoß gegen den Digital Services Act (DSA) eingestuft. Sowohl Meta als auch TikTok erhielten deswegen Verwarnungen.

Internationaler Trend und öffentliche Unterstützung

Die EU folgt mit ihren Plänen einem globalen Trend. Australien hatte bereits im Dezember 2025 ein Verbot für unter 16-Jährige erlassen – ein Schritt, der nach Einschätzung von EU-Beamten als Katalysator für die europäischen Vorschläge diente. Auch Griechenland plant ein Verbot für unter 15-Jährige ab Januar 2027.

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Die europäische Bevölkerung steht hinter den Plänen: Laut Eurobarometer befürworten 63 Prozent der EU-Bürger altersbasierte Beschränkungen für soziale Medien.

Die formellen Gesetzesvorschläge der Kommission werden für die Zeit nach dem Sommer erwartet – vermutlich im September oder in der zweiten Jahreshälfte 2026. Noch offen ist, ob das Mindestalter für die Kontoerstellung ohne elterliche Zustimmung bei 14 oder 16 Jahren liegen wird.

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