Sozialportal, Bund

Sozialportal: Bund baut digitales Wohlfahrtsamt bis Ende 2027

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 20:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deutschland erweitert sein Sozialportal zu einer zentralen Plattform für alle Leistungsanträge. Ein Expertenbeirat begleitet die Integration bis 2027.

Bundesregierung baut Sozialportal zum digitalen Wohlfahrtsamt aus
Leuchtendes digitales Netzwerk über einer dezenten Weltkarte, das vernetzte Regierungsdienste und digitale Transformation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bürger sollen künftig alle Leistungsanträge über eine einzige Plattform abwickeln können.

Die heute angekündigte Erweiterung der Plattform ist Teil eines umfassenden Modernisierungsschubs. Geplant ist die Integration bestehender Systeme wie NOOTS und BundID mit der künftigen europäischen digitalen Identität (EUDI Wallet). Ein Expertenbeirat soll die Umsetzung bis Ende 2027 begleiten.

Digitaler Rückstand als Antrieb

Deutschland hat bei der Verwaltungsdigitalisierung Nachholbedarf. Der Digital Economy and Society Index 2025 sieht die Bundesrepublik auf Platz 21 von 27 EU-Staaten. Zwar sind laut Bitkom inzwischen 71 Prozent der Verwaltungsleistungen online verfügbar – ein Anstieg von 56 Prozent im Jahr 2024. Doch die Nutzung der elektronischen Identifikation (eID) liegt bei mageren 25 Prozent.

Luxemburg zeigt, wie es gehen kann: Das Center for Information Technology of the State (CTIE) managt rund 350 Projekte mit einem Budget von 192 Millionen Euro. Ein KI-Chatbot wird bereits von 14.000 Beamten genutzt. Für Datenschutz und digitale Souveränität setzt das Großherzogtum auf eine Partnerschaft mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral.

Schwellenländer setzen auf Identitätssysteme

Indien treibt seine Verwaltungsreform mit Macht voran. Minister Jitendra Singh meldete den Abbau von rund 2.000 veralteten Vorschriften. Das Beschwerdemanagementsystem CPGRAMS wuchs von 200.000 auf 2,5 Millionen jährliche Eingaben. Im Bundesstaat Maharashtra müssen alle Behörden bis zum 15. August ihre Verfahren digitalisieren.

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Auch Afrika erlebt einen Digitalisierungsschub:
- Kenia: Präsident Ruto verkündete den Ausbau auf über 26.000 Online-Dienste – ein sprunghafter Anstieg von rund 350 im Jahr 2022.
- Südafrika: Die Provinz Gauteng erhält umgerechnet rund 95 Millionen Euro für digitale Infrastruktur und ein KI-Amt.
- Nigeria: Die Identitätsbehörde NIMC übernimmt die Public-Key-Infrastruktur und strebt bis Jahresende ein „eine Person, eine Identität"-System an.
- Algerien: Präsident Tebboune ordnete an, alle Behörden binnen 30 Tagen an das nationale Rechenzentrum anzuschließen.

Kommunen schmieden Bündnisse

Die Digitalisierung erreicht auch die kommunale Ebene. Die Stadtwerke Esslingen setzen künftig auf die SaaS-Plattform kVASy des Anbieters SIV.AG. Die PROFI AG und die Kommunale IT-Union (KITU) vermelden ein erfolgreiches erstes Jahr ihrer Zusammenarbeit – von 11,5 Millionen Euro Rahmenvolumen sind bereits 25 Prozent von 130 Mitgliedskommunen abgerufen.

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In Augsburg haben fünf Unternehmen das Bündnis „Wir können KI" geschlossen. Sie wollen mittelständischen Firmen einsatzbereite KI-Lösungen anbieten – mit klarem Fokus auf Datensouveränität. Die Stadtwerke Konstanz melden derweil einen Glasfaser-Ausbaugrad von 58 Prozent und investieren kräftig in die Digitalisierung lokaler Mobilitätsangebote.

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