SpaceX-Börsengang: 70-Milliarden-Euro-Rekord am 12. Juni
14.06.2026 - 10:50:46 | boerse-global.de
Der Technologiesektor erlebt einen historischen Börsengang, während prominente Investoren ihre Wetten auf etablierte Player neu ordnen. SpaceX, PayPal und Co. zeigen: Die Zeiten für Tech-Investments bleiben volatil.
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SpaceX schreibt Börsengeschichte
Am 12. Juni 2026 ging SpaceX an die Börse – und brach dabei alle Rekorde. Mit einem Emissionsvolumen von umgerechnet rund 70 Milliarden Euro ist es der größte Börsengang aller Zeiten. Rund 555,56 Millionen Aktien wurden zu je 126 Euro ausgegeben.
Der erste Handelstag war von extremer Volatilität geprägt. Die Papiere eröffneten bei 140 Euro, kletterten bis auf 165 Euro und schlossen bei 150 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 19 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis – die Bewertung des Raumfahrtunternehmens liegt nun bei knapp zwei Billionen Euro.
Die Analysten sind gespalten. Während einige den Meilenstein für die gesamte Raumfahrtwirtschaft feiern, warnen andere vor einer Überbewertung. Die Kurseinschätzungen renommierter Häuser schwanken zwischen konservativen 59 Euro und optimistischen 178 Euro. Die Nachfrage war enorm: Sie übertraf das Angebot umgerechnet um über 93 Milliarden Euro. Privatanleger gingen dabei leer aus – ihr Anteil wurde von ursprünglich 30 auf rund 20 Prozent gekürzt.
Michael Burry setzt auf die alten Hasen
Während alle auf den Neuling SpaceX schauen, stockt Starinvestor Michael Burry leise bei etablierten Tech-Größen auf. Der „Big Short"-Investor erhöhte seine Positionen bei PayPal, Alibaba, Adobe und Veeva Systems.
Seine These: Der Markt bestraft aktuell große, profitable Unternehmen mit niedriger Verschuldung und aktiven Aktienrückkäufen. Bei PayPal sieht Burry trotz wechselnder Führungsetagen solide Fundamentaldaten. Der Zahlungsdienstleister erwirtschaftete 2025 einen freien Cashflow von rund 5,6 Milliarden Euro. Burry hält das Unternehmen für ein attraktives Übernahmieziel für Private-Equity-Firmen.
PayPal-Chef Alex Chriss treibt derweil die Margenverbesserung voran – ein Plan, der bis 2027 laufen soll. Ob das reicht, um den Kurs nachhaltig zu stützen, bleibt abzuwarten.
Digitalkredit: Gewinne ja, Kurse nein
Die Bilanz der Digitalfinanzierer fällt durchwachsen aus. SoFi Technologies steigerte den Nettogewinn im ersten Quartal um 134 Prozent und zählt nun 14,7 Millionen Mitglieder. Die Kryptosparte spülte umgerechnet 224 Millionen Euro in die Kassen, das Geldanlage-Segment wuchs um 34 Prozent.
Doch die Prognose ist gedämpft: SoFi rechnet nicht mit Zinssenkungen der US-Notenbank und senkte den Ausblick. Die Folge: Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent eingebrochen.
Ganz anders die Entwicklung bei Sezzle. Die „Buy Now, Pay Later"-Plattform legte bei den Abonnenten um 48,4 Prozent zu, der Umsatz stieg um 29,2 Prozent. Die Nettogewinnmarge liegt bei beachtlichen 37,9 Prozent. Shift4 Payments meldete ein Umsatzplus von 49 Prozent auf umgerechnet 1,05 Milliarden Euro – verfehlte aber die Analystenerwartungen beim Gewinn je Aktie.
Tokenisierte Aktien und KI als Renditetreiber
Die Börsenwelt wird digitaler: Die Kryptobörse Binance startete „bStocks" – tokenisierte Wertpapiere, die eins zu eins durch traditionelle Aktien gedeckt sind. Los geht es mit NVIDIA, Tesla und Circle, SpaceX soll folgen. Die Tokens laufen auf dem BEP-20-Standard, ermöglichen Bruchteilshandel ab fünf Euro und rund um die Uhr Zugang. Die Regulierungsbehörde ADGM gab grünes Licht.
In Katar entsteht unterdessen eine KI-gestützte Plattform für islamkonforme Aktien. Das Ministerium für Awqaf und Wahed Mena unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Die Plattform soll mit natürlicher Sprachverarbeitung und Finanzkennzahlen Aktien auf dem qatarischen Markt analysieren.
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Der große Treiber bleibt aber die künstliche Intelligenz. Der „Dan Ives Wedbush AI Revolution ETF" legte seit Jahresbeginn um 17 Prozent zu – mehr als doppelt so viel wie der S&P 500 mit acht Prozent. Grundlage sind die massiven Umsatzsprünge der Kernbeteiligungen: NVIDIA allein meldete zuletzt einen Quartalsumsatz von umgerechnet 76 Milliarden Euro.
