SpaceX kauft US-Frequenzen für Starlink-Mobilfunk mit Smartphones
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
SpaceX legt mit dem Kauf von US-Frequenzen den Grundstein für ein eigenes Mobilfunkangebot über den Satellitendienst Starlink.
Smartphones sollen direkt erreicht werden
Starlink liefert derzeit schnelles Internet aus dem All, benötigt dafür auf der Erde aber ein Empfangsgerät mit eigener Antenne und freie Sicht zum Satelliten. Mit den nun erworbenen Lizenzen könne das Signal auch durch Wände übertragen und von herkömmlichen Smartphones empfangen werden, teilte SpaceX mit.
Damit will das Unternehmen von Elon Musk insbesondere Gebiete mit schwacher oder fehlender Mobilfunkversorgung erreichen. Musk erklärte, die USA könnten nun vollständig abgedeckt werden. In dem Land gibt es große Regionen ohne mobiles Internet.
Mobilfunkaktien unter Druck
An der Börse löste die Ankündigung deutliche Reaktionen aus. Die Aktien von AT&T fielen im frühen US-Handel am Freitag um rund acht Prozent, die Papiere der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US verloren neun Prozent. Für Verizon ging es um mehr als sechs Prozent abwärts, während die SpaceX-Aktie um gut zwei Prozent zulegte.
FCC muss Vorhaben genehmigen
Bevor SpaceX das Satellitennetz mit einem terrestrischen Mobilfunknetz kombinieren kann, braucht das Unternehmen die Erlaubnis der US-Telekomaufsicht FCC. Verkäufer des Frequenzspektrums war die Investmentfirma Grain Management. Zum Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Satelliteninternet wird zum Mobilfunk
SpaceX verschiebt mit dem Frequenzkauf den Schwerpunkt seines Starlink-Geschäfts: Der Dienst soll nicht mehr nur abgelegene Orte über spezielle Empfangsanlagen anbinden, sondern direkt mit gewöhnlichen Smartphones kommunizieren. Damit würde Satellitenkonnektivität stärker in den klassischen Mobilfunkmarkt hineinreichen.
Der technische Vorteil liegt in der Reichweite. Satelliten können Regionen versorgen, in denen der Ausbau von Funkmasten wirtschaftlich schwierig oder geografisch kaum möglich ist. Die dpa-Meldung verweist zugleich auf eine zentrale bisherige Einschränkung: Für die herkömmliche Starlink-Nutzung sind eine Antenne und freie Sicht zum Satelliten erforderlich. Die neuen Frequenzen sollen diese Hürde bei kompatiblen Mobilfunkverbindungen verringern.
FCC und Netzqualität als entscheidende Hürden
Der Kauf allein macht SpaceX noch nicht zu einem landesweiten Mobilfunkanbieter. Zunächst muss die US-Telekomaufsicht FCC die Verbindung von Satellitennetz und terrestrischer Nutzung genehmigen. Außerdem müssen Kapazität, Verzögerungszeiten, Notrufversorgung und die Koordination mit bestehenden Netzen geklärt werden.
Für Verbraucher könnte das Angebot vor allem in Funklöchern relevant werden, etwa auf dem Land, in Gebirgsregionen oder auf Verkehrswegen. In dicht besiedelten Gebieten bleiben klassische Mobilfunknetze wegen ihrer höheren Kapazität voraussichtlich überlegen. Die Kursverluste von AT&T, T-Mobile US und Verizon zeigen jedoch, dass der Markt den Schritt als möglichen Angriff auf ein etabliertes Geschäftsmodell bewertet.

