SpaceX liefert Google ab Oktober KI-Rechenleistung für 28 Mrd. Euro
15.06.2026 - 13:02:48 | boerse-global.de
Der Raketenbauer SpaceX liefert Google ab Oktober Rechenleistung für Künstliche Intelligenz – ein Vertrag mit einem Volumen von rund 28 Milliarden Euro.
Die Vereinbarung läuft über 32 Monate und sieht vor, dass Google monatlich rund 920 Millionen US-Dollar (etwa 860 Millionen Euro) an SpaceX überweist. Im Gegenzug erhält der Internetkonzern Zugriff auf Hochleistungsrechner für seine KI-Plattform Gemini Enterprise. Konkret stellt SpaceX ab Oktober 2026 rund 110.000 Nvidia-Grafikprozessoren (GPUs) bereit – die Rechenzentren sollen eine Leistung von etwa 100 Megawatt liefern.
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Kündigungsklauseln schützen beide Seiten
Der Vertrag enthält klare Regelungen für den Fall von Verzögerungen: Google kann bis Ende September 2026 aussteigen, falls SpaceX die Liefertermine nicht einhält. Ab Ende 2026 oder Anfang 2027 haben beide Partner zudem die Möglichkeit, mit einer Frist von 90 Tagen zu kündigen.
Für SpaceX kommt der Deal zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen von Elon Musk bereitet sich auf einen Börsengang vor, dessen Bewertung auf 1,75 bis 1,8 Billionen US-Dollar geschätzt wird. Nach der milliardenschweren Fusion mit xAI im Februar 2026 – damals mit 1,25 Billionen Dollar bewertet – und einem Verlust von 4,27 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2026 verschafft die Google-Partnerschaft dringend benötigte Planungssicherheit.
Verflechtungen werfen Fragen auf
Kompliziert wird die Lage durch die engen finanziellen Bande: Alphabet, Googles Mutterkonzern, hält eigenen Angaben zufolge zwischen 4,9 und 10 Prozent an SpaceX. Sollte die Bewertung nach dem Börsengang die Prognosen erreichen, wäre allein diese Beteiligung über 100 Milliarden Dollar wert. Google ist damit gleichzeitig Großkunde und Großaktionär – eine Konstellation, die bei Analysten Fragen zu möglichen Interessenkonflikten aufwirft.
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Branche leidet unter Rechenhunger
Der Deal spiegelt einen wachsenden Trend wider: Der „Compute Crunch“ – die Verknappung von Rechenkapazität – treibt Tech-Konzerne zu immer größeren Investitionen. So mietet etwa das KI-Unternehmen Anthropic für monatlich 1,25 Milliarden Dollar Zugriff auf 222.000 GPUs.
Allerdings mehren sich Zweifel an der Wirtschaftlichkeit solcher Deals. Branchenbeobachter schätzen, dass die Preise im SpaceX-Google-Vertrag 56 bis 100 Prozent über dem Marktniveau liegen. Ob sich diese Ausgaben langfristig rechnen, ist offen.
