Deutschland, Europa

Bezahldienst Wero fĂŒr Online-EinkĂ€ufe gestartet

17.11.2025 - 15:28:59 | dpa.de

Sparkassen, Volksbanken und etliche HĂ€ndler sind schon dabei: Wie Wero als europĂ€ische Antwort auf Dienste wie Paypal den Zahlungsmarkt aufmischen will – und wo es noch hakt.

Der Bezahldienst Wero kann nun auch beim Online-Shopping genutzt werden. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der von einem europĂ€ischen Bankenverbund gestartete Bezahldienst Wero kann nun auch beim Online-Shopping genutzt werden. Das kĂŒndigte die European Payments Initiative (EPI) auf einem Event in Frankfurt/Main an. Wero ist bisher in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg und Belgien verfĂŒgbar und bietet nach dem Muster des US-Konkurrenten Paypal bislang direkte mobile Geldzahlungen von Mensch zu Mensch an. KĂŒnftig kann der Dienst auch beim Einkaufen im Netz genutzt werden, Ă€hnlich wie Kreditkarten oder Apple Pay, Google Pay, Paypal, Klarna oder andere vergleichbare Dienste. 

46 Millionen Wero-Nutzer

Nach dem Start von SofortĂŒberweisungen zwischen Privatpersonen können die inzwischen mehr als 46 Millionen Wero-Nutzer in Europa die Lösung nun auch beim Online-Shopping einsetzen, darunter 1,3 Millionen in Deutschland. Hierzulande sind auf der Bankenseite die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken mit an Bord. In den kommenden Wochen und Monaten sollen weitere folgen: zunĂ€chst Postbank und Deutsche Bank, anschließend ING Deutschland und Revolut. Weitere Banken sollen zu einem spĂ€teren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Auf der HĂ€ndlerseite haben etliche Shopbetreiber und Dienstleister angekĂŒndigt, Wero einzufĂŒhren. Der TickethĂ€ndler Eventim ist bereits gestartet. Andere stehen in den Startlöchern - darunter Decathlon, Lidl, Rossmann, CEWE, Cineplex, Zooplus, Hornbach, Dott, Air Europa, Veepee sowie BAUR und KĂ€fer.

Erfolg hÀngt vom Netzwerkeffekt ab

Zahlungsdienste leben davon, dass viele Nutzer und HĂ€ndler mitmachen. Je nachdem, wie viele HĂ€ndler Wero akzeptieren, hĂ€ngt der Erfolg stark davon ab. Die EPI tritt dabei gegen etliche große und etablierte Marken an: Player wie Paypal, Visa und Mastercard verfĂŒgen ĂŒber große Netzwerke und eine hohe Markenbekanntheit. Außerdem soll der Vormarsch von Apple Pay und Google Pay gestoppt werden. Ein Vorbild ist die Smartphone-Bezahllösung Twint aus der Schweiz, die in der Alpenrepublik sehr populĂ€r ist.

Ausgebremst wird Wero bislang durch die Tatsache, dass noch nicht alle Funktionen aktiv sind. Dazu gehört die Zahlung im Laden an der Kasse. Dies ist erst fĂŒr die Jahre 2026 und 2027 geplant.

 «Wero ist gekommen, um zu bleiben»

Joachim Schmalzl, der Aufsichtsratsvorsitzende von EPI, rĂ€umte auf dem Event ein, dass Wero vor Herausforderungen stehe. Der Dienst habe aber auch schon viel erreicht. «Wero ist gekommen, um zu bleiben.» Der Erfolg basiere auf gemeinsamen Zielen. In ganz Europa arbeiteten Banken, Zahlungsdienstleister und HĂ€ndler zusammen, um etwas zu erreichen, was keine der Institutionen alleine bewĂ€ltigen könne. «Die EinfĂŒhrung der E-Commerce-Lösung von Wero markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein: einen gemeinsamen Schritt hin zu einem souverĂ€nen europĂ€ischen Zahlungssystem», sagte Schmalzl, der auch geschĂ€ftsfĂŒhrendes Vorstandsmitglied im Sparkassenverband DSGV ist.

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