Speicherchips, DRAM-Preise

Speicherchips: DRAM-Preise auf Rekord von 24 Dollar – KI treibt Krise

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rekordhohe Speicherpreise treiben Konsumentenpreise und schüren Sorgen über anhaltende Engpässe in der Tech-Branche.

Speicherkrise 2026: Rekordpreise fĂĽr RAM und Flash belasten Hersteller
Nahaufnahme von High-End-Computerspeicherchips auf einer Leiterplatte, die die globale Hardware-Knappheit darstellt. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Die weltweite Tech-Branche steckt in einer schweren Versorgungskrise: Künstliche Intelligenz verschlingt Speicherchips in nie gekanntem Ausmaß. Die Folge sind Rekordpreise für RAM und Flash-Speicher – mit drastischen Auswirkungen für Verbraucher und Industrie.

Speicherpreise auf Höchstständen

Die Preise für Speicherbausteine haben im Juli 2026 historische Höchstwerte erreicht. DRAM-Chips kosteten zuletzt 24 US-Dollar pro Einheit – ein Anstieg von 14,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und achtmal so viel wie bei ihrer Markteinführung. Damit liegt der Preis auf dem höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2016.

Der Preisanstieg verläuft bemerkenswert konstant: Zwischen April 2025 und Februar 2026 stiegen die DRAM-Preise elf Monate in Folge. Auch NAND-Flash-Speicher verteuerte sich im Juli bereits zum 19. Mal in Folge. Branchenanalysten von TrendForce rechnen damit, dass sich der Trend fortsetzt: Für das dritte Quartal prognostizieren sie weitere Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent, da das Angebot extrem knapp bleibt.

Spielekonsolen und Geräte werden teurer

Die gestiegenen Komponentenkosten zwingen Hersteller zu deutlichen Preisanpassungen. Microsoft erhöhte im Juli die Preise seiner Xbox-Konsolen weltweit. In Großbritannien stieg der Preis der Series X mit Laufwerk von 500 auf 670 Pfund, die Series S verteuerte sich um 43 Prozent. In den USA kosten die Basismodelle nun 100 Dollar mehr, Varianten mit größerem Speicher sogar bis zu 150 Dollar mehr.

Erst im März hatte Sony die PlayStation 5 um 90 Pfund teurer gemacht. Microsoft, das im Juli im Rahmen eines Umbaus 3.200 Stellen strich, sieht sich nun Kritik ausgesetzt: Die Preiserhöhungen betreffen Hardware, die seit Jahren auf dem Markt ist.

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Auch Apple erhöhte die Preise für Laptops und iPads im Juli um 15 bis 25 Prozent. Die Konzernführung warnte, dass die Speicherkosten eine erhebliche Belastung bleiben dürften. Die Folgen zeigen sich im Markt: Die Smartphone-Verkäufe fielen im zweiten Quartal um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr – der niedrigste Stand seit 13 Jahren. Gleichzeitig stieg der Branchenumsatz dank höherer Stückpreise auf 109 Milliarden Dollar.

KI-Datacenter als Haupttreiber

Die Knappheit hat einen klaren Auslöser: Die enorme Nachfrage nach High-Bandwidth-Speicher (HBM) für KI-Rechenzentren bindet Produktionskapazitäten, die sonst für Standard-RAM zur Verfügung stünden. Davon profitieren vor allem die großen Hersteller. Samsung verdoppelte seinen Quartalsumsatz auf 117 Milliarden Dollar, der Nettogewinn vervierzehnfachte sich. Die Aktien von SK Hynix und Micron legten binnen zwölf Monaten um 528 beziehungsweise 690 Prozent zu.

Mitten in der Krise ging am 27. Juli der chinesische Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) an die Börse in Shanghai – und wurde prompt zum wertvollsten Unternehmen des Landes. Das unterstreicht die strategische Bedeutung lokaler Speicherproduktion.

Verschärft wird die Lage durch Engpässe bei anderen Materialien. Ein Konflikt in Westasien und ein Streik auf einer saudiarabischen Anlage legten die Produktion einer Spezialchemikalie lahm, die für die Herstellung von Leiterplatten unverzichtbar ist. Die Preise für Leiterplatten stiegen daraufhin um mehr als 20 Prozent – auch wegen höherer Kosten für Epoxidharz und Kupferfolie.

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Kein Ende der Preisrallye in Sicht

Die Aussichten für Verbraucher sind düster. Der Finanzvorstand von Samsung erwartet, dass sich die Knappheit 2027 weiter verschärfen und bis 2028 anhalten wird. Laut einem Bericht von Deloitte ist mit nennenswerten neuen Kapazitäten erst 2029 oder 2030 zu rechnen.

Weitere Preiserhöhungen sind bereits angekündigt: Qualcomm will die Preise für Mobilfunk-Chips ab dem 1. September um zweistellige Prozentsätze anheben. TSMC plant Aufschläge von 5 bis 10 Prozent für die Chip-Produktion ab 2027. Und auch Grafikkarten-Fans müssen sich auf höhere Preise einstellen: Nvidia erwägt offenbar eine Verteuerung seiner nächsten Generation um 20 bis 30 Prozent – wegen der gestiegenen Kosten für GDDR7-Speicher.

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