Speicherpreise explodieren: 2TB-SSD kostet jetzt 400 statt 80 Euro
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur lässt die Preise für Speicher und Grafikkarten explodieren. Verbraucher und Hersteller müssen sich auf eine lange Durststrecke einstellen.
SSD-Preise schieĂźen durch die Decke
Der Preisschock trifft vor allem den Speichermarkt. NAND-Flash-Vertragspreise stiegen im ersten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent – und die Entwicklung betrifft auch Endverbraucher. Ein 2-Terabyte-SSD-Modell, das einst für rund 80 Euro zu haben war, kostet heute bis zu 400 Euro.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bei Kingston verteuerten sich die NAND-Kosten im Jahr 2025 um satte 246 Prozent. Die Folge: Mittelklasse-Gaming-PCs, die früher rund 1.200 Euro kosteten, schlagen heute mit knapp 1.900 Euro zu Buche. Hersteller wie Phison berichten, dass sich die NAND-Preise mehr als verdoppelt haben – und die Produktionskapazitäten für 2026 bereits komplett ausgelastet sind. Branchenexperten rechnen frühestens in 18 bis 24 Monaten mit einer Entspannung.
Grafikkarten: Knappheit und ZwangsbĂĽndel
Auch bei High-End-Grafikkarten sieht es düster aus. Die NVIDIA RTX 5090 erscheint derzeit fast ausschließlich in fertigen High-End-Systemen – etwa im MSI Aegis R2 für knapp 4.900 Euro nach Rabatt. Einzelkarten werden ab rund 4.200 Euro gehandelt.
Die RTX 5080-Serie kämpft ebenfalls mit Lieferengpässen. In Taiwan verkaufen Händler die Karte nur noch im Bundle oder in Komplett-PCs. Auf großen westlichen Plattformen liegen die Preise 20 bis 30 Prozent über der unverbindlichen Preisempfehlung – Spitzenmodelle kosten bis zu 2.000 Euro. In Europa werden übertaktete Versionen der RTX 5080 mit 16 Gigabyte GDDR7-Speicher für rund 1.490 Euro gelistet.
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AMD reagiert auf die Entwicklung mit günstigeren Alternativen. Die neue RX 9050-Serie kommt mit einer 8-Gigabyte-Variante für 279 Euro auf den Markt – allerdings nur für bestimmte internationale Märkte. Eine 4-Gigabyte-Version bleibt OEM-Herstellern vorbehalten.
Lichtblicke im Preisdickicht
Trotz der allgemeinen Teuerung gibt es vereinzelte Schnäppchen. Ein Cooler-Master-Mini-ITX-System mit RTX 5080 und Intel Core Ultra 7 wurde kürzlich auf 2.792 Euro reduziert. Auch die Crucial T705 2TB PCIe Gen5 SSD fiel im Preis – auf 385 Euro bei Amazon.
Monitore zeigen sich stabiler. Ein ASRock Phantom 27-Zoll-QHD-OLED-Monitor mit 360 Hertz war bei Newegg fĂĽr 500 Euro zu haben. Gebrauchte 1440p-OLED-Monitore von AOC gibt es auf dem Zweitmarkt bereits fĂĽr rund 237 Euro.
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Apple hat derweil ein Leasing-Programm für Mac-Hardware über Klarna gestartet. Die Raten beginnen bei 24,99 Euro monatlich – ein klares Signal, dass auch der Tech-Riese die steigenden Einstiegshürden erkannt hat.
Rekordgewinne und Schmuggelaffären
Die finanzielle Kehrseite des KI-Booms zeigt sich bei den Herstellern. SK hynix meldete für das zweite Quartal 2026 einen Rekordumsatz von umgerechnet 55,6 Milliarden Euro – getrieben von der starken Nachfrage nach KI-Speicher. Die Zahlen blieben jedoch knapp hinter den Erwartungen der Investoren zurück.
Der hohe Wert von KI-Komponenten hat auch kriminelle Folgen. In Taiwan wurde ein ehemaliger Mitarbeiter eines großen Grafikchip-Herstellers festgenommen – er soll KI-Server mit beschränkten Chips nach China geschmuggelt haben. Die Behörden ermitteln in mindestens acht ähnlichen Fällen.
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