SPLIT-ONS: Herner Studie prüft kleinere Portionen Trinknahrung für Ältere
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deMangelernährung und eine unzureichende Nährstoffaufnahme stellen in der Altersmedizin eine zentrale Herausforderung dar. Um die Versorgung älterer Menschen praxisnah zu verbessern, rücken innovative Ansätze bei der Verabreichung von Nahrungsergänzungen in den Fokus der klinischen Wissenschaft.
Ein Vorhaben aus dem Ruhrgebiet erhält nun internationale Unterstützung: Wie Berichte der Ruhr-Universität Bochum sowie der Elisabeth Gruppe vom 05.11.2026 belegen, wurde Dr. Lyn Brüggestrat mit dem Nutrition Research Grant 2026 der European Geriatric Medicine Society (EuGMS) ausgezeichnet.
Die Assistenzärztin der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation des Marien Hospital Herne, das als Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum fungiert, erhält dafür ein Fördervolumen von 25.000 Euro.
Die Auszeichnung gilt als bedeutende Anerkennung im Bereich der Altersforschung: Die Förderung zählt zu lediglich zwei europaweit vergebenen Preisen für Nachwuchswissenschaftler, die sich auf Fragestellungen der geriatrischen Ernährung spezialisiert haben.
Das Konzept der kleineren Portionen im Projekt SPLIT-ONS
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Im Mittelpunkt der geförderten Arbeit steht das klinische Forschungsprojekt mit dem Titel SPLIT-ONS. Die Untersuchung widmet sich einer Kernfrage der geriatrischen Praxis: Viele ältere Patienten schaffen es im Alltag nicht, die ihnen ärztlich verordnete Trinknahrung in den vorgesehenen Mengen vollständig zu sich zu nehmen.
Häufig führen mangelnder Appetit oder ein früh einsetzendes Sättigungsgefühl dazu, dass größere Einzelportionen nicht ausgetrunken werden und somit essenzielle Kalorien sowie Nährstoffe verloren gehen.
Das Vorhaben geht der Hypothese nach, ob Betroffene mehr von der empfohlenen Trinknahrung konsumieren, wenn die tägliche Gesamtmenge über den Tag hinweg auf mehrere kleinere Portionen aufgeteilt wird. Dabei bleibt die vorgesehene Gesamtzufuhr an Kalorien und Eiweiß identisch.
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Das Ziel besteht darin, durch eine veränderte Verabreichungsstrategie die tatsächliche Aufnahme zu steigern, ohne die Betroffenen mit großen Trinkmengen auf einmal zu überfordern.
Studiendesign und Einbettung in die Tagesklinik
Entwickelt wurde das wissenschaftliche Konzept von Dr. Lyn Brüggestrat gemeinsam mit Dr. Gero Lueg, Leitender Oberarzt Neurogeriatrie, sowie der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation.
Die praktische Durchführung der Studie soll im Jahr 2027 in der geriatrischen Tagesklinik des Marien Hospital Herne anlaufen. Das Umfeld einer Tagesklinik ermöglicht eine engmaschige Beobachtung der Patienten während ihrer Behandlungszeiten vor Ort.
Um darüber hinaus zu überprüfen, ob die angewendeten Strategien auch nach der Entlassung im häuslichen Umfeld tragfähig bleiben, ist eine Nachbeobservation fest eingeplant: Etwa drei bis vier Wochen nach dem jeweiligen Klinikaufenthalt soll eine standardisierte telefonische Nachbefragung der Teilnehmer erfolgen.
Die Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, wie ernährungsmedizinische Interventionen für ältere Menschen künftig strukturiert werden müssen, um langfristig im Alltag zu wirken.
