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Sport ab 40: Wie Frauen mit gezieltem Training altern

22.05.2026 - 12:16:21 | boerse-global.de

Studien zeigen: Gezieltes Kraft- und Ausdauertraining ab 40 kann Zellalterung verlangsamen und das biologische Alter senken.

Sport ab 40: Wie Frauen mit gezieltem Training altern - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Sport ab 40: Wie Frauen mit gezieltem Training altern - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Wer ab 40 Jahren richtig trainiert, kann Alterungsprozesse verlangsamen oder sogar teilweise umkehren.

Besonders Frauen sind betroffen. Hormonelle Umstellungen verändern den Stoffwechsel, die Muskelmasse schwindet. Doch gezielte Bewegung kann gegensteuern – auf zellulärer Ebene.

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Mitochondrien in Gefahr: Was im Körper passiert

Ab 40 verändern sich die Kraftwerke der Zellen – die Mitochondrien. Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena fanden heraus: Die Produktion des Membranlipids Phosphatidylcholin sinkt bei Frauen um die Menopause deutlich. Das schwächt die Energieversorgung der Zellen.

Die Studie in „Nature Communications“ zeigt aber auch einen Hoffnungsschimmer: Bestimmte Nährstoffe wie Cholin können den Prozess innerhalb weniger Tage positiv beeinflussen. Getestet wurde an Fadenwürmern und menschlichen Zellkulturen.

Parallel dazu gerät der Hormonhaushalt ins Ungleichgewicht. Bei Schilddrüsenunterfunktion sinkt der Grundumsatz – viszerales Bauchfett entsteht leichter. Volker Fendrich von der Schön Klinik Hamburg Eilbek erklärt: Mit gut eingestellten Medikamenten, kalorienreduzierter Ernährung und Bewegung bleibt Gewichtsabnahme möglich. Das ist wichtig, denn Bewegungsmangel und Übergewicht gelten als Hauptursachen für die nicht-alkoholische Fettleber. In Deutschland sind bereits rund 25 Prozent der Bevölkerung betroffen.

600 Minuten Sport pro Woche? Was die Forschung empfiehlt

Die WHO empfiehlt 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Doch neue Daten zeigen: Das senkt das Risiko fĂĽr Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur um etwa 8 bis 9 Prozent.

Eine Studie im „British Journal of Sports Medicine“ unter Leitung von Zhide Liang (Macao Polytechnic University) analysierte Daten von über 17.000 Probanden zwischen 40 und 69 Jahren. Das Ergebnis: Für eine Risikoreduktion von über 30 Prozent sind 560 bis 610 Minuten Sport pro Woche nötig.

Dieses Pensum erreichen derzeit nur etwa 12 Prozent der Bevölkerung. Lars Donath von der Deutschen Sporthochschule Köln betont: Bereits moderate Steigerungen der täglichen Aktivität sind wertvoll. Schon 7.000 Schritte täglich senken das allgemeine Sterberisiko um 40 Prozent.

Krafttraining als Lebensversicherung

Der Körper baut ab 30 Jahren ab – und ab 50 beschleunigt sich der Prozess massiv. Prof. Thomas Wessinghage, Facharzt für Orthopädie, warnt: Ohne gezieltes Training kann die Muskelkraft bis zum 80. Lebensjahr um bis zu 60 Prozent sinken.

Krafttraining ist nicht nur für Stabilität und Sturzprophylaxe essenziell. Es beugt auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes vor.

Ein zentraler Indikator: die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max). Fallbeispiele zeigen: Wer diesen Wert gezielt steigert, kann sein biologisches Alter innerhalb eines Jahres um mehr als ein Jahrzehnt senken. Auch Basisübungen dienen als Maßstab. Laut American Council on Exercise sollten Frauen und Männer in ihren 50ern eine zweistellige Anzahl an Liegestützen schaffen. Eine Studie von 2019 belegte: Hohe Kapazität bei dieser Übung korreliert mit drastisch reduziertem Risiko für Herzerkrankungen.

Tischtennis gegen Demenz – neue Trends für 40plus

Neben klassischem Kraft- und Ausdauertraining gewinnen Sportarten an Bedeutung, die Koordination und mentale Fitness verbinden. Dr. Bastian Marquaß empfiehlt Tischtennis als „Gehirn-Jogging“. Die Sportart fördert die Auge-Hand-Koordination und stimuliert den Hippocampus – das verzögert neuronalen Abbau.

Dietrich Grönemeyer unterstreicht: Jede zweite Demenzerkrankung wäre durch Präventionsmaßnahmen wie Sport und soziale Teilhabe vermeidbar.

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Regionale Angebote reagieren auf den Bedarf. In Berlin bietet die Frauensporthalle spezielle Senioren- und Rückengymnastik an. Der TV Wetzlar hat Kurse für Sturzprophylaxe und Wirbelsäulengesundheit integriert. „Walking Football“ – eine gelenkschonende Fußballvariante ohne Laufen und Körperkontakt – findet in Westfalen Zulauf bei Teilnehmern ab 50. Sogar Kletterhallen wie das Chimpanzodrome in Frechen planen spezielle Anfängerkurse für Ältere. Das Training stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern wirkt auch gegen Einsamkeit.

Systemische Gesundheit statt punktueller Belastung

Die aktuelle Datenlage zeigt einen Paradigmenwechsel. Es geht nicht mehr um ästhetische Ziele, sondern um die systemische Belastbarkeit des Körpers. Rückenschmerzen gelten heute nicht mehr als isoliertes Wirbelsäulenproblem, sondern als Signal für systemische Überlastung durch Stress, Fehlhaltungen und mangelnde fasziale Mobilisation.

Der Trend zur „Longevity“ rückt die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien und die VO2max-Werte ins Zentrum. Dabei zeigt sich hohe Individualität: Eine 75-jährige Powerlifterin wie Barbara Phillips gewinnt durch intensives Krafttraining nach einer Operation ihre Mobilität zurück. Andere erreichen ihre Gesundheitsziele durch moderate, aber zeitlich umfangreiche Bewegungseinheiten.

Was kommt: Personalisierte Konzepte fĂĽr die Lebensmitte

Für die kommenden Jahre ist mit einer weiteren Differenzierung der Sportangebote für Frauen in der Lebensmitte zu rechnen. Ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse – wie die Bedeutung von Cholin für den Zellstoffwechsel oder Kreatin für den Muskelerhalt – werden fester Bestandteil von Trainingskonzepten.

Da Demenzerkrankungen und Fettleber-Fälle steigen, nimmt die Bedeutung von Sport als medizinische Prävention weiter zu. Experten raten: Bereits vor dem 50. Lebensjahr eine feste Routine aus Kraft- und Ausdauertraining etablieren. Nur so lässt sich den unvermeidlichen biologischen Abbauprozessen rechtzeitig entgegenwirken.

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