Spot-Roboter, Boston

Spot-Roboter: Boston Dynamics testet Zubehör für autonome Paketzustellung

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stretch automatisiert Lagerarbeit, während Boston Dynamics Spot-Anwendungen testet und Atlas mit einer neuen Hand ausstattet.

Boston Dynamics: Stretch im Einsatz, Spot und Atlas entwickeln sich weiter
Ein weites, leeres Logistiklager mit hohen Metallregalen und einem sauberen Betonboden in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Entwicklung moderner Robotiksysteme verlagert sich zunehmend von reinen Technologie-Demonstrationen hin zu konkreten industriellen und logistischen Einsatzszenarien.

Bei Boston Dynamics lässt sich diese Transformation über verschiedene Plattformen hinweg nachvollziehen: Vom Konzept des Handle-Roboters, der Radeffizienz mit der Beweglichkeit von Beinen verband, über den daraus entstandenen Lagerroboter Stretch bis hin zu erweiterten Anwendungsfeldern für den vierbeinigen Roboter Spot.

Vom mobilen Handle-Konzept zur Serienreife in der Logistik

Das technologische Konzept des Handle-Roboters, das Räder an Beinen nutzte, bildete die konzeptionelle Grundlage für spätere spezialisierte Logistiklösungen des Unternehmens. Aus diesen Entwicklungsansätzen ging der 2021 vorgestellte Roboter Stretch hervor, der gezielt für das Handling von Kartons, die Entladung von Trailern und Containern sowie das Case-Picking konzipiert wurde.

Stretch arbeitet vollautonom ohne Vorprogrammierung, lässt sich innerhalb weniger Tage in bestehende Abläufe integrieren und bewegt Kartons mit einem Gewicht von bis zu 50 Pfund (rund 23 Kilogramm). Das System bewältigt hunderte Kartons pro Stunde, wobei die Batteriekapazität für eine oder mehrere Arbeitsschichten pro Ladung ausgelegt ist.

Nach der kommerziellen Verfügbarkeit im Jahr 2022 und einer Vorbestellung durch DHL Supply Chain erfolgte dort 2023 das erste kommerzielle Deployment in Nordamerika, gefolgt von Ausweitungen nach Großbritannien und Europa.

In den Jahren 2024 und 2025 folgten Einsätze bei Unternehmen wie Gap Inc., der Otto Group und Arvato; zudem wurden H&M, Maersk und NFI als Nutzer genannt. Offizielle Verkaufspreise veröffentlicht Boston Dynamics nicht, Berichten zufolge belaufen sich die Kosten jedoch auf rund 300.000 US-Dollar pro Einheit.

Neue Testphasen für Spot und Fortschritte bei Atlas

Parallel zur Automatisierung in geschlossenen Lagern erprobt Boston Dynamics neue Einsatzbereiche für bestehende Systeme im Außenbereich. Für den vierbeinigen Roboter Spot, der bereits bei Industrieinspektionen sowie an archäologischen Stätten wie Pompeji eingesetzt wird, laufen Tests mit speziellem Zubehör für die Paketzustellung.

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In diesem Anwendungsszenario soll Spot Pakete eigenständig von einem Transportfahrzeug aufnehmen und autonom an der Haustür abladen. Paige Miller, leitende Produktmanagerin für Spot bei Boston Dynamics, erläuterte hierzu den potenziellen Effizienzgewinn: Für alle drei per Spot zugestellten Pakete könne dem Lieferfahrzeug rechnerisch ein weiteres Paket hinzugefügt werden.

Auch die Forschungsarbeiten an humanoiden Plattformen schreiten voran. Für den Atlas-Roboter wurde Anfang Oktober 2026 eine neue Hand mit 13 Freiheitsgraden vorgestellt, womit das Gesamtsystem über 56 Freiheitsgrade verfügt.

Gleichzeitig verzeichnet das regionale Umfeld personelle und institutionelle Verschiebungen: Aaron Saunders, ehemaliger Technikchef von Boston Dynamics und seit 2025 bei DeepMind tätig, kündigte den Aufbau eines neuen Robotiklabors von Google DeepMind in Cambridge im US-Bundestaat Massachusetts in räumlicher Nähe zu Boston Dynamics und dem MIT an.

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Werkserweiterung und organisatorische Aufstellung

Die industrielle Skalierung spiegelt sich auch in der Unternehmensstruktur und den Produktionskapazitäten wider. Nachdem Hyundai die Anteile der SoftBank für 325 Millionen US-Dollar übernommen hatte, ist der südkoreanische Konzern Alleineigentümer von Boston Dynamics.

Am Standort Waltham investiert das Unternehmen 100 Millionen US-Dollar in ein Werk mit einer Fläche von 323.000 Quadratfuß. Das Vorhaben wird durch Steuergutschriften in Höhe von 25 Millionen US-Dollar unterstützt und soll bis zum Jahr 2033 Raum für bis zu 1.250 Beschäftigte bieten. Ein potenzieller Börsengang wird Unternehmensberichten zufolge zwar geprüft, gilt jedoch frühestens ab dem Jahr 2027 als denkbar.

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