Spot von Boston Dynamics: Roboter prüft Halbleiteranlagen in Singapur
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der Halbleiterfertigung gewinnen autonome Inspektionssysteme an Bedeutung. Wie das Fachportal theguru.co.kr in einem Bericht vom 4. November 2026 meldete, inspiziert der vierbeinige Roboter Spot von Boston Dynamics im Werk von GlobalFoundries in Singapur Anlagen per Wärmebild und meldet Anomalien. Der Schritt erfolgt im Rahmen einer umfassenden Modernisierung der Betriebsinfrastruktur an dem asiatischen Fertigungsstandort.
Vernetzung im Kontrollzentrum mit Siemens
GlobalFoundries baut gemeinsam mit Siemens ein KI-gestütztes Facility-Control-Center (AFCC) auf. In der ersten Phase des Projekts werden fünf Halbleiterfertigungen am Standort in Singapur eingebunden.
Nach einem weltweiten Rollout sollen über 1 Mio. Datenpunkte aus den Fertigungsanlagen miteinander vernetzt werden. Pradeep Singh von GlobalFoundries bezeichnete das AFCC als wichtigen Fortschritt für ein vernetztes und widerstandsfähiges Fertigungsnetzwerk.
Erfahrungen mit der Plattform sammelte das Unternehmen bereits zuvor: Im Jahr 2022 testete GlobalFoundries den Roboter Spot gemeinsam mit Levatas im 200-mm-Werk in Burlington im US-Bundesstaat Vermont. Bei diesem Testbetrieb wurden analoge Anzeigen digital erfasst und Überhitzungen an Anlagen identifiziert.
Technische Neuerungen bei Spot Enterprise
Boston Dynamics hat mit Spot Enterprise eine weiterentwickelte Version des Laufroboters vorgestellt. Das Gerät navigiert anhand QR-ähnlicher Referenzmarken selbstständig zu einer Ladestation und dockt dort an.
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Die Station stellt zudem eine feste Internetverbindung für den Daten-Upload bereit. Eine Fernsteuerung ist über die Web-Oberfläche Scout möglich; Manöver mit dem Roboterarm wie das Drehen von Ventilen oder das Ziehen von Hebeln werden darüber derzeit jedoch noch nicht unterstützt.
Für die Fernsteuerung reichen laut Chefentwickler Zack Jackowski ein paar Megabyte an Bandbreite aus, da rechenintensive Prozesse direkt vor Ort auf einem Server von Boston Dynamics verarbeitet werden. Nach Angaben des Herstellers sind weltweit bereits über 400 Spot-Einheiten im Einsatz.
Einsatzfelder in Fertigung, Logistik und Liegenschaftsschutz
Auch andere Industrieunternehmen nutzen das System für Routinekontrollen. Die Hyundai Motor Group setzt Spot im Metaplant America in Ellabell im US-Bundesstaat Georgia für Inspektionen in der Karosseriefertigung ein. An diesem Standort sind insgesamt über 1.000 Roboter aktiv, wie roitv.com am 3. November 2026 berichtete.
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Das Sicherheitsunternehmen Asylon integriert seine Plattform DroneIQ mit Sicherheitssystemen von Bosch und kombiniert dabei Flugdrohnen sowie das auf Spot basierende System DroneDog zur Bedrohungsabwehr. An Asylon ist Bosch Ventures beteiligt.
Parallel dazu testet Boston Dynamics zusätzliche Einsatzbereiche. Ein Zubehör für Spot soll es dem Roboter ermöglichen, Pakete von einem Fahrzeug zur Haustür zu bringen und dort autonom abzuladen. Paige Miller, Senior Staff Product Manager bei Boston Dynamics, stellte dazu fest, dass pro drei mit Spot zugestellten Paketen ein weiteres Paket in den Lieferwagen geladen werden könnte.
Im staatlichen Bereich plant die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE laut einer Beschaffungsbekanntmachung bis zu 2 Mio. US-Dollar für Spot-Roboter bereitzustellen. Ausgestattet mit 360-Grad-Kameras, Sensoren und optional ausfahrbaren Manipulatorarmen, sollen die Einheiten Aufgaben bei der Grenzsicherung und beim Schutz kritischer Infrastruktur übernehmen, darunter Inspektionen, Gefahrenbewertungen und die Erstellung von Lagebildern.
