Stablecoin-Boom: 9,3 Billionen Euro Transaktionsvolumen in 12 Monaten
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 08:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere Ankündigungen am Dienstag zeigen: Stablecoins sind kein Nischenphänomen mehr.
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MoneyGram bringt eigene Stablecoin auf den Markt
Der Überweisungsdienstleister MoneyGram hat am Dienstag seinen eigenen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin MGUSD auf der Stellar-Blockchain gestartet. Das Ziel: Der digitale Dollar soll grenzüberschreitende Überweisungen revolutionieren und Menschen ohne Bankzugang erreichen.
Mit über 60 Millionen aktiven Kunden und 500.000 Standorten weltweit verfügt MoneyGram über ein riesiges Netzwerk. Der MGUSD ist bewusst nicht als Spekulationsobjekt konzipiert, sondern als Grundlage für künftige Finanzanwendungen. Hinter der technischen Umsetzung stehen namhafte Partner: Bridge (zuletzt mit Stripe in Verbindung gebracht) fungiert als Emittent, M0 liefert die Technologie zum Prägen und Verbrennen der Token, und Fireblocks übernimmt die Verwahrung.
Der Start erfolgt zunächst in den USA, eine globale Expansion ist bereits geplant. Der Vorstoß zielt auf den weltweiten Remittance-Market ab, der auf umgerechnet rund 730 Milliarden Euro geschätzt wird – ein riesiges Geschäftsfeld für Familien, die Geld in ihre Heimatländer schicken.
Der Launch ist nur der jüngste Schritt einer ganzen Serie: Bereits im September 2025 führte MoneyGram USDC-Überweisungen ein, im Dezember folgte die Abwicklung über Fireblocks, und erst im Mai 2026 wurden Krypto-zu-Bargeld-Abhebungen ermöglicht.
Checkout.com und Coinbase: Stabilecoins für den Massenmarkt
Ebenfalls am Dienstag gaben Checkout.com und Coinbase eine Partnerschaft bekannt. Über 1.000 Unternehmenskunden können künftig Zahlungen in USDC und USDT akzeptieren. Die Besonderheit: Verbraucher zahlen in Stablecoins, Händler erhalten die Abrechnung aber in klassischen US-Dollar – über die bestehenden Zahlungswege von Checkout.com.
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Die Integration nutzt die regulierte Infrastruktur von Coinbase, die in knapp 50 Ländern aktiv ist. Für Händler entfällt damit die Notwendigkeit, eigene Krypto-Schnittstellen zu betreiben. Die Nachfrage ist enorm: Laut Visa-Daten erreichte das Transaktionsvolumen mit Stablecoins in den zwölf Monaten bis Mitte 2026 umgerechnet rund 9,3 Billionen Euro – ein Anstieg um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Visa erweitert Blockchain-Pilot massiv
Auch Visa legt nach. Der Zahlungsriese stockte seinen Stablecoin-Abwicklungspilot am Dienstag um fünf weitere Blockchains auf: Base, Polygon, Canton Network, Circles Arc und Tempo kommen hinzu. Der Pilot, der bereits 2023 startete, wickelt inzwischen ein annualisiertes Volumen von umgerechnet rund 6,4 Milliarden Euro ab – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Regulatorische Unsicherheit bleibt größte Hürde
Trotz der rasanten Entwicklung bremsen unklare Regeln den Durchbruch. Branchenstudien zufolge sehen 77 Prozent der Finanzvorstände das Fehlen regulatorischer Klarheit als größtes Hindernis für die Einführung von Kryptowährungen in Unternehmen.
Auch B2B-Geschäft zieht nach
Der Trend erfasst zunehmend auch den Geschäftskundenbereich. Bereits am Montag gab TransferMate eine Partnerschaft mit BVNK bekannt. Ziel ist die Integration von Stablecoin-Abwicklungen – für USDC, USDT und Euro-gestützte Token – in das globale Netzwerk. Im Fokus stehen Branchen wie Lohnabrechnung, E-Commerce und Bildung.
Die Zusammenarbeit folgt auf die Übernahme von BVNK durch Mastercard im März 2026, die mit umgerechnet bis zu 1,6 Milliarden Euro bewertet wurde. Branchenkenner auf der Money20/20 Europe-Konferenz in Amsterdam, wo mehrere dieser Neuigkeiten präsentiert wurden, zeigten sich überzeugt: Stablecoins haben das Pilotstadium hinter sich gelassen und werden zum zentralen Baustein des digitalen Dollar-Verkehrs im globalen Finanzsystem.
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