Stablecoin-Boom: B2B-Zahlungen wachsen um 733 Prozent
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 20:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Krypto-Infrastrukturdienstleister MoonPay hat seine Handelsplattform an das TRON-Netzwerk angebunden und ermöglicht damit erstmals gasfreie Stablecoin-Überweisungen. Nutzer können nun On-Chain-Transfers ausführen, ohne dafür native TRX-Token für Netzwerkgebühren vorhalten zu müssen. Das TRON-Netzwerk, das täglich ein Transfervolumen von über 22 Milliarden Dollar verarbeitet und eine USDT-Ausstattung von mehr als 90 Milliarden Dollar vorweist, hat Trust Wallet als ersten Partner für diese Integration benannt.
Der Trend zur Gebührenfreiheit
Der Schritt folgt einem breiteren Branchentrend: Netzwerkbetreiber versuchen zunehmend, technische Hürden bei digitalen Zahlungen zu beseitigen. Bereits am 3. August 2026 bestätigte die TRON DAO, dass KI-Agenten über gasfreie USDT-Zahlungen und Cross-Chain-Liquiditätskanäle auf dem Netzwerk agieren. Bis Ende Juni 2026 verarbeitete die bestehende Gas-freie Infrastruktur von TRON wöchentlich rund 2,9 Milliarden Dollar an USDT-Volumen.
Mastercard setzt auf eigene Stablecoin-Infrastruktur
Die traditionelle Finanzwelt bewegt sich zunehmend von Partnerschaftsmodellen hin zum direkten Eigentum an Zahlungsinfrastruktur. Am 3. August 2026 schloss Mastercard die Übernahme von BVNK für 1,8 Milliarden Dollar ab – ein strategischer Schachzug, der dem Kreditkartenriesen die erste eigene Stablecoin-Infrastruktur beschert. Der Deal umfasst eine Basiszahlung von 1,5 Milliarden Dollar sowie eine Earnout-Komponente von 300 Millionen Dollar.
BVNK verarbeitet ein jährliches Stablecoin-Volumen von rund 30 Milliarden Dollar in 130 Märkten und hält mehr als 25 Lizenzen, darunter die im Februar 2026 erhaltene MiCA-Zulassung. Mastercard plant, diese Fähigkeiten in sein Multi-Token-Netzwerk zu integrieren. Der Konkurrent Visa setzt dagegen weiterhin auf Partnerschaften, etwa mit Bridge für Stablecoin-Karten in 18 Ländern.
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Neue Netzwerk-Plattformen im Wettbewerb
Auch alternative Blockchain-Netzwerke melden beachtliche Volumina durch gebührenfreie oder kostengünstige Transfermodelle. Das Sui-Netzwerk hat seit dem 10. Juni 2026 mehr als 65 Milliarden Dollar an Stablecoin-Transfers ohne Gasgebühren verarbeitet. Das Gesamtvolumen seit Anfang 2024 erreicht 2,27 Billionen Dollar. Am 22. Juli 2026 startete Sui zudem sein Hashi-Testnetz, das die Nutzung von Bitcoin als Sicherheit im dezentralen Finanzwesen ermöglicht.
Visa erweiterte diesen Sommer ebenfalls seine technische Präsenz. Am 16. Juli 2026 kündigte das Unternehmen die Visa Stablecoin Platform (VSP) an, die sich derzeit in der Testphase befindet. Die Plattform unterstützt Open USD (OUSD) auf Netzwerken wie Ethereum, Solana und Tempo und bietet Wallet-as-a-Service sowie „Bring your own web3"-Funktionen für institutionelle Kunden.
Marktwachstum und Effizienz-Herausforderungen
Eine Marktstudie von McKinsey und Artemis vom Februar 2026 zeigt: B2B-Stablecoin-Zahlungen erreichten ein jährliches Volumen von 226 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 733 Prozent im Jahresvergleich. Die Transaktionskosten liegen dabei zwischen 0,1 und 0,5 Prozent, während traditionelle Banküberweisungen mit 3 bis 6 Prozent zu Buche schlagen. Trotz dieses Wachstums schrumpfte das gesamte Stablecoin-Angebot im Jahresverlauf leicht – von 354 auf 315 Milliarden Dollar. Das monatliche Volumen erreichte im Juni 2026 immerhin 1,79 Billionen Dollar.
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Die Effizienzfrage bleibt unter Zentralbanken umstritten. Eine Studie der Banca d'Italia vom 4. August 2026 analysierte 200 USDC-Transfers über zehn Korridore und fand Kosten zwischen 0,30 und 8,96 Prozent. Die Forscher stellten fest: Während blockchain-spezifische Kosten nur etwa 0,4 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen, verzögern Engpässe an den Ein- und Ausstiegspunkten zwischen Fiat- und Digitalwährungen – den sogenannten On- und Off-Ramps – die Abwicklung weiterhin. Diese kann zwischen 20 Minuten und zwei Tagen dauern.
