Stablecoin-Markt: 322 Milliarden Euro Rekordhoch im Mai
30.05.2026 - 10:09:29 | boerse-global.deDer Lieferdienst DoorDash integriert Stablecoin-Zahlungen für grenzüberschreitende Auszahlungen an Händler über Stripe's Tempo-Blockchain. Die Ankündigung vom heutigen Samstag markiert einen Wendepunkt für internationale Finanzströme des Konzerns.
DoorDash ist in über 40 Ländern aktiv und erzielte 2025 rund 75 Milliarden Euro Umsatz. Künftig nutzt das Unternehmen die Tempo Layer-1-Infrastruktur für nahezu sofortige Abrechnungen. Die Technologie verspricht Verarbeitungszeiten unter einer Sekunde und feste Transaktionsgebühren – ein klarer Vorteil gegenüber traditionellen Banküberweisungen.
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Stripe's Tempo als Rückgrat
Die Integration basiert auf Stripe's wachsendem Ökosystem für digitale Vermögenswerte. Stripe selbst wickelt jährlich rund zwei Billionen Euro an Zahlungen ab und hat seine Blockchain-Kapitälten durch strategische Zukäufe ausgebaut – darunter die 1,1 Milliarden Euro schwere Übernahme von Bridge und der Kauf von Privy.
Die von Stripe entwickelte Tempo-Blockchain zeigt seit ihrem Start am 18. März 2026 beachtliche Aktivität. In den ersten zwei Monaten verarbeitete das Netzwerk 3,9 Millionen Transaktionen von 177.000 verschiedenen Adressen. Derzeit liegt das Stablecoin-Volumen auf der Chain bei über 25 Millionen Euro. Unterstützt werden unter anderem pathUSD, USDB sowie gebrückte Versionen von USDT, USDC und EURC. Besonders praktisch: Nutzer können Netzwerkgebühren direkt in Stablecoins bezahlen.
Cash App startet USDC-Rollout
Parallel dazu treibt Block's Cash App die Stablecoin-Nutzung voran. Seit dem 28. Mai rollt der Dienst schrittweise USDC-Support für seine rund 60 Millionen Nutzer aus. In der ersten Phase können 25 Prozent der Kunden Stablecoins senden und empfangen – vollständige Verfügbarkeit wird bis Ende der Woche erwartet.
Die Cash-App-Integration unterstützt mehrere Netzwerke, darunter Solana, Ethereum, Polygon und Arbitrum. Block positioniert den Schritt als Brücke zu Bitcoin und lockt mit gebührenfreien Transfers sowie automatischer Umrechnung in US-Dollar. Die täglichen Sendeliegrenzen liegen bei 2.000 Euro, wöchentlich bei 5.000 Euro. Das Angebot gilt nicht für Einwohner New Yorks.
Rekordniveau bei Stablecoins
Der Stablecoin-Markt erreichte Ende Mai 2026 mit einer Gesamtkapitalisierung von 322 Milliarden Euro ein Rekordhoch. Auch institutionelle Anbieter bauen ihre Präsenz aus:
Circle und Nium gaben am 28. Mai eine Partnerschaft bekannt. Sie integrieren USDC-Abrechnungen in globale Auszahlungsinfrastrukturen und ermöglichen Just-in-Time-Settlement in über 190 Ländern und 100 lokalen Währungen. Coinbase liefert die nötige Liquidität und Verwahrung.
Banking Circle und Orbital schlossen ebenfalls am 28. Mai eine Vereinbarung. Die Plattform Orbital setzt künftig auf Banking Circle für Stablecoin- und Multiwährungsabrechnungen in Europa. Banking Circle mit Sitz in Luxemburg ist MiCA-konform und wickelt jährlich über 1,5 Billionen Euro für 750 Finanzinstitute ab – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.
Citi Token Service steht ebenfalls in den Startlöchern. Auf einer Branchenveranstaltung am 28. Mai sprach Ryan Rugg, Global Head of Digital Assets bei Citi, über die Integration tokenisierten Geldes in die Kernbankeninfrastruktur für Echtzeit-Transfers.
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Unternehmen zögern noch
Trotz rasanter technischer Fortschritte und prominenter Partnerschaften bleibt die breite Unternehmensakzeptanz verhalten. Eine Studie von PYMNTS vom März 2026 zeigt: Nur 13 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen derzeit Stablecoins. Analysten sehen zwar Fortschritte bei On-Chain-Abrechnungen durch Projekte wie Agora oder Initiativen von Mastercard und SoFi – doch Off-Chain-Hürden wie Bankzugang, Compliance und Liquiditätsmanagement bremsen die Entwicklung.
Im Kartensektor geht es dagegen voran. Das Volumen von Krypto-Kartentransaktionen erreichte im Mai 2026 rund 7,8 Milliarden Euro – ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr. Visa und Bridge planen eigenen Angaben zufolge, Stablecoin-gestützte Kartendienste bis Ende 2026 auf über 100 Länder auszuweiten. Erste Rollouts in Lateinamerika laufen bereits.
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