Stablecoins: BIZ-Chef erklĂ€rt sie fĂŒr ungeeignet als Zahlungsmittel
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der General Manager der Bank fĂŒr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Pablo HernĂĄndez de Cos, hat Ende August eine kritische Bilanz zur Rolle von Stablecoins im globalen Finanzsystem gezogen.
Nach EinschĂ€tzung des BIZ-Chefs haben diese digitalen Vermögenswerte den notwendigen KredibilitĂ€tstest fĂŒr den Zahlungsverkehr nicht bestanden. Sie seien in ihrer aktuellen Form nicht als glaubwĂŒrdiges Zahlungsmittel fĂŒr den Einsatz in groĂem MaĂstab geeignet.
Defizite bei ZuverlÀssigkeit und IntegritÀt
Laut AusfĂŒhrungen von HernĂĄndez de Cos scheitern Stablecoins als echtes Geld an vier zentralen Kriterien. Dazu zĂ€hlen die paritĂ€tische Einlösbarkeit, die ElastizitĂ€t des Systems, die InteroperabilitĂ€t zwischen verschiedenen Plattformen sowie die finanzielle IntegritĂ€t. Demnach fehle es diesen digitalen Einheiten an den notwendigen Eigenschaften fĂŒr einen zuverlĂ€ssigen Zahlungsverkehr.
Anstelle von Stablecoins wĂŒrden fĂŒr alltĂ€gliche Transaktionen tokenisierte Einlagen bevorzugt. Der BIZ-General-Manager warnte zudem vor den Risiken einer sogenannten digitalen Dollarisierung und wies auf potenziell steigende Finanzierungskosten fĂŒr Banken hin.
Eine Untersuchung des Financial Stability Institute (FSI) verdeutlichte in diesem Zusammenhang eine fragmentierte regulatorische Landschaft in den USA, der EuropĂ€ischen Union, GroĂbritannien, Hongkong und Singapur.
Marktwachstum und Auswirkungen auf die Geldpolitik
Trotz der geĂ€uĂerten Kritik verzeichnet der Sektor ein deutliches Wachstum. Das globale Angebot an Stablecoins belĂ€uft sich laut Daten der BIZ auf 308 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Innerhalb dieses Marktes nimmt USDT eine dominante Stellung ein und hĂ€lt rund 60 Prozent des gesamten Angebots.
Wer sich mit den aktuellen Entwicklungen am Kryptomarkt befasst, sollte ĂŒber Stablecoins hinausblicken. Dieser kostenlose Report stellt drei alternative Coins vor, die laut Experten ein auĂergewöhnliches Wachstumspotenzial fĂŒr das Jahr 2026 bieten. 3 KryptowĂ€hrungen mit explosivem Potenzial entdecken
Die Verflechtung mit dem traditionellen Finanzmarkt wird durch Untersuchungen der BIZ untermauert. Ein Zufluss von 3,5 Milliarden US-Dollar in Stablecoins fĂŒhrt demnach zu einer Senkung der Renditen dreimonatiger Schatzwechsel um 0,71 Basispunkte.
Auf der regulatorischen Seite adressiert der GENIUS Act diese Entwicklungen, indem er vorschreibt, dass Stablecoin-Reserven in Vermögenswerten mit einer Laufzeit von höchstens 93 Tagen gehalten werden mĂŒssen.
ErgĂ€nzend dazu plant das US-Finanzministerium fĂŒr den Verlauf des Septembers, das maximale RĂŒckkaufvolumen am langen Ende auf 4 Milliarden US-Dollar pro Operation zu verdoppeln, wobei die GesamtkapazitĂ€t bei 28 Milliarden US-Dollar liegt.
IWF warnt vor Risiken fĂŒr SchwellenlĂ€nder
Flankiert wurde die Kritik der BIZ durch ĂuĂerungen der IWF-Direktorin Kristalina Georgieva. Sie warnte am 28. August 2026 davor, dass Stablecoins die WĂ€hrungssubstitution vorantreiben und instabile KapitalflĂŒsse insbesondere in SchwellenlĂ€ndern verstĂ€rken könnten. Georgieva betonte, dass derzeit etwa jedes vierte Mitglied des Internationalen WĂ€hrungsfonds auf Kapitalkontrollen angewiesen sei.
WÀhrend die Diskussion um Regulierung und StabilitÀt anhÀlt, richten immer mehr Anleger ihren Blick auf ausgewÀhlte Kryptowerte mit hoher Dynamik. Erfahren Sie in diesem Spezial-Report, welche drei Coins derzeit als besonders aussichtsreich gelten, um von einer möglichen Marktrally zu profitieren. Zum kostenlosen Krypto-Report
Nach EinschĂ€tzung der IWF-Direktorin könnten Stablecoins, die an den US-Dollar gebunden sind, ein Volumen von etwa 15 Billionen US-Dollar auĂerhalb der Vereinigten Staaten absorbieren. Zwar biete die Tokenisierung das Potenzial fĂŒr ein nahtloseres globales Finanzsystem, doch forderte sie angesichts der neuen Risiken eine verstĂ€rkte internationale Koordinierung und Regulierung.
Im Zuge der Debatten und Marktunsicherheiten verzeichneten auch andere digitale Assets VolatilitÀt. So fiel der Kurs von Bitcoin am 28. August unter die Marke von 80.000 US-Dollar.
