Stadtradeln 2026: 11.600 Teilnehmer sparen 397 Tonnen CO?
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Viele Kommunen machen Radverkehr zum Kern der Mobilitätswende. Pendlerrouten, Brücken und Abstellanlagen stehen im Fokus. Die Förderung durch die Länder erreicht dabei Rekordniveau.
Mannheim und Ludwigshafen planen Radschnellwege
Mannheim meldet einen Anstieg des Radverkehrsanteils von 20 auf 22 Prozent zwischen 2018 und 2023. 14 neue Fahrradstraßen entstanden in dieser Zeit. Der Masterplan Mobilität 2035+ bildet seit 2025 die strategische Grundlage für weitere Schritte.
Ludwigshafen arbeitet parallel an einem eigenen Fuß- und Radverkehrskonzept. Es soll bis zum Spätsommer vorliegen. Hauptradrouten für Pendler ins Zentrum sind das Ziel. Ein wichtiger Abschnitt unter der Hochstraße Süd ist für 2027 geplant.
Komplexere Bauwerke wie eine Umweltverbundbrücke über Bahngleise bleiben dagegen Zukunftsmusik. Ihre Realisierung ist frühestens nach 2030 absehbar.
Landeszuschüsse ermöglichen Großprojekte
Die Finanzierung läuft oft über Förderquoten von bis zu 90 Prozent. Ein Beispiel: der Radweg zwischen Torgelow und Liepgarten. Der 7,8 Kilometer lange Weg wird für 1,64 Millionen Euro saniert. Das Land übernimmt fast die gesamte Summe. Fertigstellung noch dieses Jahr.
In Baden-Württemberg fließen 800.000 Euro in den Ausbau der Rad- und Fußwege am Flugfeldklinikum Böblingen. Ein Zweirichtungsradweg entsteht dort seit März. Mitte 2027 soll er fertig sein.
In Hessen geht es an der L2310 zwischen Weiskirchen und Froschhausen los. Baustart für einen Geh- und Radweg ist Mitte August, Fertigstellung Juni 2027.
Der Münchner Mobilitätsausschuss gab im Juli grünes Licht für einen Radweg am Gebsattelberg. Nach Fernwärmearbeiten soll 2027 gebaut werden: bergauf 2,30 Meter breit, bergab fallen Parkbuchten weg.
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Mehr Platz für Räder an Bahnhöfen
Wer mit dem Rad zum Zug fährt, braucht einen sicheren Abstellplatz. In Jüchen nahm eine neue Fahrradsammelgarage am Bahnhof Hochneukirch den Betrieb auf. 40 Stellplätze, hydraulisches System für E-Bikes. 95 Prozent der Kosten übernahm das Land.
Willich-Anrath plant bis 2028 den Austausch von 50 veralteten Fahrradboxen. Die Hälfte der neuen Plätze kommt in eine gesicherte Sammelschließanlage.
Das Leihradsystem VRNnextbike verzeichnete 2025 im gesamten Verbund 1,5 Millionen Ausleihen. Davon entfielen über 670.000 auf Mannheim allein.
Brücken als Nadelöhre im Radnetz
Ingenieurbauwerke sind oft die Schwachstelle. Der ADFC fordert beim Neubau der Schanzenbergbrücke im Saarland moderne Rad- und Fußwege. Grund: Die Brücke verbindet Arbeitsplatzschwerpunkte. Die Strecke Ludwigshafen-Forbach soll 2028/29 voll gesperrt werden – eine Chance für zeitgemäße Wegeführungen.
Ein Pilotprojekt in Fertigteilbauweise läuft in Marbach am Neckar. Ab Ende Juli wird die Murrbrücke unter Vollsperrung ersetzt. Bis Oktober soll der Neubau stehen – inklusive barrierefreier Kreuzung für Radler und Fußgänger.
2,4 Millionen Kilometer beim Stadtradeln
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Die Kampagne „Stadtradeln“ 2026 zeigt die hohe Akzeptanz des Fahrrads. Im Rhein-Neckar-Kreis legten über 11.600 Teilnehmer mehr als 2,4 Millionen Kilometer zurück. Die Kommunen berechneten eine CO2-Ersparnis von 397 Tonnen.
In Ladenburg und Sinsheim beteiligten sich hunderte Bürger und Schulklassen. Das Carl-Benz-Gymnasium Ladenburg fuhr allein über 118.000 Kilometer. Für viele Planer sind diese Zahlen ein Beleg: Der Ausbau der Infrastruktur muss schneller gehen.
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