Star-Netzwerk, US-Banken

Star-Netzwerk: US-Banken planen 15-Milliarden-Übernahme von Fiserv

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 01:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

JPMorgan, BofA und Co. verhandeln über Debitkarten-Netzwerk. Der Kaufpreis für Star wird auf rund 15 Milliarden Euro taxiert.

US-Großbanken erwägen Milliardenkauf des Star-Netzwerks von Fiserv
Star-Netzwerk - Abstrakte Visualisierung vernetzter digitaler Finanznetzwerke, Übernahme eines Debitnetzwerks durch Großbanken. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo und PNC haben erste Gespräche geführt – der Preis für das Star-Netzwerk allein wird auf rund 15 Milliarden Euro geschätzt.

Strategischer Schachzug gegen die Gebührenbremse

Branchenbeobachter sehen in dem Vorstoß einen cleveren Versuch, die staatlichen Gebührenobergrenzen des Durbin Amendment zu umgehen. Die Regelung beschränkt die Interchange-Gebühren, die Banken bei Debitkarten-Transaktionen verlangen dürfen. Besitzen Kreditinstitute jedoch ein eigenes Debit-Netzwerk, können sie von diesen Preisdeckeln ausgenommen werden – und ihre Einnahmen deutlich steigern.

Das Vorbild für diesen Schritt lieferte Capital One mit der 50,6 Milliarden Euro schweren Übernahme von Discover samt dessen Pulse-Netzwerk. Große Kartenherausgeber können Transaktionen dann über eigene Systeme abwickeln, statt Visa oder Mastercard zu nutzen. Das sichert ihnen höhere Gebühren, die sonst für Großbanken gesperrt sind.

Fiserv unter Druck: Neuer Chef und fallende Aktie

Der mögliche Verkauf trifft Fiserv in einer Phase des Umbruchs. Im Juni 2026 übernahm Takis Georgakopoulos den Chefposten. Zusätzlich treibt der aktivistische Investor Jana Partners das Unternehmen zu Veränderungen – mit einem Anteil von einem Prozent drängt er auf Verkäufe, um den Aktionärswert zu steigern.

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Die finanzielle Entwicklung von Fiserv gab zuletzt Anlass zur Sorge. Nach einem Höchststand von 200 Euro im Jahr 2025 stürzte die Aktie um rund 70 Prozent ab und notierte zwischen 50 und 53 Euro. Die Verkaufsgerüchte sorgten immerhin für eine leichte Erholung: Das Papier legte in den vergangenen Handelstagen um über vier Prozent zu.

Das Star-Netzwerk in Zahlen

Das Star-Netzwerk wickelt jährlich rund drei Milliarden Transaktionen ab und bedient 115 Millionen Karteninhaber bei 2.800 Finanzinstituten. Ein Kauf würde den beteiligten Banken sofort eine enorme Reichweite im Zahlungsverkehr verschaffen.

Hürden: Regulierung und politischer Gegenwind

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Doch der Deal steht auf wackligen Beinen. Analysten zeigen sich skeptisch, ob eine Einigung tatsächlich zustande kommt. Die Gründe: massive regulatorische Hürden und erwarteter Widerstand von Händlerverbänden. Der Einzelhandel hat sich historisch gegen jede Maßnahme gewehrt, die zu höheren Transaktionsgebühren führt. Ein Umgehen der Durbin-Amendment-Regeln würde mit ziemlicher Sicherheit politische Gegenreaktionen auslösen.

Hinzu kommt: Die Gespräche befinden sich noch in einer frühen Phase. Einige der beteiligten Banken zögern bereits oder haben sich zurückgezogen. Auch die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der dominanten Netzwerkbetreiber wie Visa spielt eine Rolle. Ein Fiserv-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Spekulationen ab.

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