Steam-Malware: 21-Jähriger stiehlt 220.000 Dollar über acht Spiele
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 20:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein junger Mann aus Florida soll über Jahre hinweg mit präparierten Videospielen Kryptowährungen gestohlen haben – die Beute: über 220.000 Dollar.
Die US-Bundespolizei FBI hat den 21-jährigen Zyaire Wilkins aus North Lauderdale festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen Mai 2024 und Februar 2026 eine Serie infizierter Spiele auf der Plattform Steam verbreitet zu haben. Die Schadsoftware befiel rund 8.000 Computer und knackte etwa 80 Krypto-Wallets.
Die Masche: Acht Spiele, acht falsche Identitäten
Die Täter tarnten den Schadcode in acht verschiedenen Spielen – darunter Titel wie „BlockBlasters", „Chemia", „Dashverse" oder „PirateFi". Um die Spiele auf Steam zu veröffentlichen und Sicherheitskontrollen zu umgehen, sollen acht separate Entwicklerkonten mit gestohlenen Identitäten angelegt worden sein. Beworben wurden die infizierten Programme über die Plattformen Discord, Telegram, X und LinkedIn.
Ein einzelnes Opfer erlitt nach FBI-Angaben einen Verlust von über 150.000 Dollar – insgesamt summiert sich der Schaden auf mehr als 220.000 Dollar (umgerechnet rund 200.000 Euro).
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Die Spur führte über Uber-Eats-Lieferungen
Die Ermittler kamen den Tätern durch eine klassische Kombination aus moderner Technik und altmodischer Ermittlungsarbeit auf die Spur: Sie analysierten die Blockchain-Transaktionen der gestohlenen Bitcoins. Die Kriminellen hatten die Erlöse über den Dienst Bitrefill in mehr als 150 digitale Gutscheinkarten umgewandelt – überwiegend für den Essenslieferdienst Uber Eats.
Diese Gutscheine wurden für Bestellungen genutzt, die direkt an Wilkins' Adresse in North Lauderdale sowie an einen Standort der University of West Florida geliefert wurden. Ein verräterischer Fehler.
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Beweise sichergestellt – bis zu zehn Jahre Haft drohen
Bei einer Durchsuchung am 8. Juli beschlagnahmten FBI-Agenten einen MacBook und weitere elektronische Geräte. Sie fanden zudem die Seed-Phrasen für drei Krypto-Wallets – die digitalen Schlüssel, die den Zugriff auf die Guthaben ermöglichen. Die Finanzermittler beziffern das gesamte Transaktionsvolumen, das Wilkins während der Tatzeit bewegte, auf rund 382.000 Dollar.
Der Fall wird vor dem US-Bezirksgericht für den westlichen Distrikt von Washington verhandelt. Bei einer Verurteilung drohen Wilkins bis zu zehn Jahre Haft. Zudem könnte er zur Rückzahlung der Schäden an die tausenden Geschädigten verpflichtet werden. Gegenüber den Ermittlern machte der 21-Jährige bislang keine Aussage.
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