Steam-Trojaner: 8.000 Geräte infiziert, 200.000 Euro gestohlen
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 08:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein 21-jähriger Mann aus Florida soll mit präparierten Spielen auf der Plattform Steam Kryptowährungen im Wert von Hunderttausenden Euro gestohlen haben. Das FBI nahm Zyaire Dontaevious Zamarion Wilkins am 14. Juli 2026 fest.
Trojaner versteckt in acht Spielen
Die Bundesbehörde wirft Wilkins vor, zwischen Mai 2024 und Februar 2026 gemeinsam mit einem Komplizen mindestens acht Spiele auf Steam hochgeladen zu haben. Die Titel wie BlockBlasters, Chemia, Dashverse (auch als DashFPS bekannt), Lampy, Lunara, PirateFi und Tokenova enthielten versteckte Schadsoftware. Ziel war es, sich unbefugten Zugriff auf Krypto-Wallets der Nutzer zu verschaffen.
Die Masche war erfolgreich: Rund 8.000 Geräte wurden infiziert. Die Täter erlangten Zugang zu etwa 80 Krypto-Wallets und erbeuteten mindestens 220.000 US-Dollar (rund 200.000 Euro). Ein einzelnes Opfer verlor dabei über 150.000 US-Dollar. Die Spiele wurden über Plattformen wie X, Discord, Telegram und sogar LinkedIn beworben.
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Komplize nutzte gestohlene Identitäten
Ein in Seattle ansässiger Mittäter soll gestohlene Identitäten verwendet haben, um Entwicklerkonten auf Steam zu erstellen. Wilkins selbst kaufte die Schadsoftware in Hacker-Foren für rund 10.000 US-Dollar. Die Anklage lautet auf Verschwörung zum unbefugten Datenzugriff – ein Verstoß gegen den Computer Fraud and Abuse Act.
Digitale Spuren führten zum Täter
Die Ermittler kamen Wilkins durch den Kauf digitaler Geschenkkarten auf die Spur. Er soll gestohlene Bitcoins genutzt haben, um über die Plattform Bitrefill mehr als 150 Uber-Eats-Gutscheine zu erwerben. Diese Transaktionen führten zu seiner Telefonnummer, seiner Adresse und einer E-Mail-Adresse der University of West Florida.
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Bei Durchsuchungen beschlagnahmte das FBI ein MacBook und mehrere Smartphones. Die Analyse ergab Transaktionen im Wert von rund 382.000 US-Dollar. Zudem sicherten die Ermittler die Wiederherstellungsphrase eines Monero-Wallets.
Bis zu zehn Jahre Haft drohen
Die FBI-Abteilung Seattle hatte bereits zuvor ein Online-Formular eingerichtet, um betroffene Nutzer zu identifizieren. Im Falle einer Verurteilung drohen Wilkins bis zu zehn Jahre Gefängnis. Der Fall zeigt einmal mehr, wie raffiniert Cyberkriminelle vorgehen – und dass selbst vertrauenswürdige Plattformen wie Steam nicht immun gegen solche Angriffe sind.
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