SteamOS 3.8.7: Linux-Handheld-OS verlässt AMD-Nische für Intel
16.06.2026 - 05:23:36 | boerse-global.de
SteamOS verlässt die AMD-Nische: Neue Beta unterstützt Intel Arc und Handhelds.
Der Spielekonzern Valve hat mit der Veröffentlichung von SteamOS Beta Build 20260612.1 (Version 3.8.7) am 12. Juni einen bedeutenden Schritt gewagt. Erstmals läuft das Linux-basierte Betriebssystem, das bisher exklusiv dem Steam Deck und AMD-Hardware vorbehalten war, auch auf Intel-Prozessoren und Arc-Grafikeinheiten. Das dürfte den Markt für portable Gaming-PCs gehörig durcheinanderwirbeln.
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Welche Geräte werden unterstützt?
Die neue Beta zielt gezielt auf Intels aktuelle Mobilprozessoren ab. Konkret unterstützt werden die MSI-Handhelds Claw 8 AI+, das ursprüngliche Claw A1M sowie das Claw 7 AI+ A2VM. Auch Desktop-Nutzer mit Intels diskreter Arc B580-Grafikkarte kommen in den Genuss des Updates.
Erste Tests auf dem MSI Claw 8 AI+ – ausgestattet mit dem Intel Core Ultra 7 258V und der Arc 140V-Grafik – zeigen, dass das System auf der Lunar-Lake-Architektur zunehmend stabil läuft. Spiele starten und laufen nativ. Allerdings fehlen noch einige gerätespezifische Funktionen: Die dedizierten Menütasten bestimmter Handhelds sind laut ersten Testern noch nicht belegt, und die Anpassung der Leistungsaufnahme (TDP) erfordert derzeit den Umweg über Drittanbieter-Plugins.
Leistung: Leichte Einbußen, aber stabileres Spielerlebnis
Die ersten Benchmarks zeichnen ein gemischtes Bild. Im Vergleich zu Windows 11 liefert SteamOS auf dem MSI Claw 8 AI+ rund zehn Prozent niedrigere Durchschnittsbildraten. Dafür punktet das Linux-System mit gleichmäßigeren Frametimes und besseren „One-Percent-Low“-Werten – das Spielerlebnis wirkt insgesamt flüssiger.
Konkret: In Cyberpunk 2077 erreichte der Handheld bei 720p und 17 Watt etwa 40 Bilder pro Sekunde. Erhöht man die Leistungsaufnahme auf 30 Watt und die Auflösung auf 1080p, klettert die Framerate auf fast 60 fps. In Resident Evil Requiem sorgte die gleichmäßigere Auslieferung für einen spürbar ruhigeren Bildeindruck.
Ein echtes Pfund ist die Akkulaufzeit: Bei Titeln wie Hollow Knight: Silksong hielt der Claw bei stabilen 60 fps rund sieben Stunden durch.
Neue Intel-Handhelds in den Startlöchern
Die Ausweitung von SteamOS kommt genau richtig. MSI bringt am 23. Juni den Claw 8 EX AI auf den Markt, der mit dem Intel Arc G3 Extreme SoC arbeitet. Dessen zentrales Motherboard-Design soll die Wärme von den Handauflagen fernhalten – ein klares Verkaufsargument.
Auch OneXPlayer steigt ein: Die angekündigten Modelle X2 (Tablet) und Apex Air (Handheld) setzen auf die Panther-Lake-Architektur von Intel. Sie treten damit direkt gegen AMDs Ryzen Z2 Extreme-Serie an, die den High-End-Markt derzeit dominiert.
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Noch nicht alles rund
Trotz des Meilensteins gibt es Baustellen. Desktop-Nutzer mit Arc B580 berichten von gemischten Ergebnissen – manche Systeme benötigen ein spezielles Recovery-Image, um überhaupt zu booten. Fehlt zudem die Unterstützung für Resizable BAR, brechen die Bildraten in modernen Titeln auf magere 20 fps ein.
Valve arbeitet bereits daran, den Linux-Kernel 6.17 in künftige Builds zu integrieren. Das soll die Treiberunterstützung für Intel Xe verbessern und die Stabilität erhöhen. Bleibt das große Problem vieler Linux-Spieler: Kernel-Level-Anti-Cheat-Software sperrt weiterhin viele populäre Multiplayer-Titel aus.
Doch die Richtung stimmt. Branchenkenner sind optimistisch: Halten Intel und Valve das Tempo, könnte SteamOS bis Jahresende zum Standard-Betriebssystem für konkurrierende Handhelds werden.
