Steuerbetrug per WhatsApp: Malware stiehlt Bankdaten bis 4. August
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen die SteuererklĂ€rungssaison fĂŒr eine neue Welle von Cyberangriffen. Ăber WhatsApp und E-Mail verteilen sie gefĂ€lschte Nachrichten von Finanzbehörden, um Malware zu installieren und Bankdaten zu stehlen.
Malware per Messenger: GefÀlschte Steuerdokumente im Umlauf
Sicherheitsexperten von CloudSek warnen vor infizierten ZIP-Dateien, die scheinbar vom Income Tax Department stammen. Die Angreifer verschicken die Archive â oft unter Namen wie âITD.zipâ â ĂŒber Messenger-Dienste. Wer die Datei auf einem Android-GerĂ€t öffnet, gibt der Schadsoftware Zugriff auf SMS-Nachrichten. Einmalpasswörter fĂŒrs Online-Banking können so abgefangen werden.
ZusĂ€tzlich legen die TĂ€ter per Overlay-Technik gefĂ€lschte Anmeldeseiten ĂŒber legitime Apps. Bei Windows-Systemen ermöglichen die ausfĂŒhrbaren Dateien sogar einen vollstĂ€ndigen Fernzugriff. Damit der Druck stimmt, setzen die BetrĂŒger auf kurze Fristen: Oft bleiben nur 72 Stunden, und sie zitieren konkrete Paragraphen wie Sektion 271(1)(c) oder 276C.
ELSTER, Rentenversicherung und IRS im Visier
Auch deutsche Steuerzahler sind betroffen. VerbraucherschĂŒtzer melden gefĂ€lschte E-Mails im Namen des ELSTER-Portals. Unter dem Vorwand einer Datensynchronisierung sollen EmpfĂ€nger AnhĂ€nge öffnen oder Links anklicken â mit Frist bis zum 4. August 2026. Die Verbraucherzentrale rĂ€t, solche Mails kommentarlos zu löschen.
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Die Deutsche Rentenversicherung kĂ€mpft mit Ă€hnlichen Betrugsversuchen: Kriminelle nutzen das offizielle Logo und gefĂ€lschte Absenderadressen. Parallel kursieren manipulierte Briefe der US-Steuerbehörde IRS mit QR-Codes zu einem angeblichen âDigital Asset Compliance Portalâ. Die Masche zielt gezielt auf Krypto-Besitzer â Branchenangaben zufolge entstand 2025 ein Schaden von rund 17 Milliarden US-Dollar.
IdentitÀtsdiebstahl wird zum GeschÀftsmodell
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein beobachtet eine Professionalisierung: Gestohlene Daten dienen zunehmend als Grundlage fĂŒr komplette digitale IdentitĂ€ten. Die werden dann fĂŒr Warenkreditbetrug oder die Eröffnung von Konten zur GeldwĂ€sche missbraucht. Phishing ist laut Cisco Talos fĂŒr ĂŒber 50 Prozent aller untersuchten SicherheitsvorfĂ€lle im zweiten Quartal 2026 verantwortlich.
Doch nicht nur Behörden-Themen werden genutzt. GefĂ€lschte Kundenservice-Bots oder betrĂŒgerische Abstimmungen locken WhatsApp-Nutzer in die Falle. Ein Fall aus Rostock zeigt die Folgen: Nach der Ăbernahme eines Kontos schĂ€digten BetrĂŒger die Kontakte um insgesamt 3.150 Euro. Auch in Swisttal wurde Ende Juli ein solcher Fall gemeldet.
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Schutz: Zwei-Schritt-Verifizierung und gesundes Misstrauen
Experten empfehlen, die Zwei-Schritt-Verifizierung bei WhatsApp zu aktivieren und regelmĂ€Ăig die verknĂŒpften GerĂ€te zu prĂŒfen. GrundsĂ€tzlich gilt: Behörden kontaktieren BĂŒrger nicht ĂŒber private Messenger-Dienste. Wer unaufgefordert Nachrichten mit drĂ€ngendem Ton erhĂ€lt, sollte nicht klicken â sondern löschen.
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