SteuerkriminalitÀt, Regierung

SteuerkriminalitÀt: Regierung schafft Selbstanzeige ab und schÀrft Strafen

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bundesregierung stellt einen Aktionsplan mit 26 Maßnahmen gegen Steuerbetrug vor, darunter ein neues Ermittlungszentrum und hĂ€rtere Strafen.

Bundesregierung: 26 Maßnahmen gegen SteuerkriminalitĂ€t
Ein stilisiertes digitales Schloss- oder Schildsymbol ĂŒber verschwommenen Finanzdatenströmen und leuchtenden Netzwerkverbindungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das Programm umfasst 26 Einzelmaßnahmen – von neuen Ermittlungsbehörden bis zu hĂ€rteren Strafen. Parallel warnen VerbraucherschĂŒtzer vor einer Welle digitaler Betrugsversuche.

Neues Zentrum und 1500 zusÀtzliche Stellen

Ein KernstĂŒck der PlĂ€ne: Beim Zoll entsteht ein gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und FinanzkriminalitĂ€t. DafĂŒr sind 1500 neue Stellen vorgesehen. Die Ermittler sollen kĂŒnftig auf ein spezialisiertes Datenanalysezentrum zurĂŒckgreifen können.

KĂŒnstliche Intelligenz soll helfen, komplexe Finanzströme auszuwerten und organisierte Steuerhinterziehung schneller zu erkennen. Ein elektronisches Umsatzsteuer-Meldesystem soll zudem die Transparenz bei GeschĂ€ftstransaktionen erhöhen.

HĂ€rtere Strafen und das Ende der Selbstanzeige

Die Regierung verschĂ€rft das Strafrecht deutlich. Steuerhinterziehung soll wieder als Verbrechen gelten – mit einer Mindeststrafe von einem Jahr. Bei organisierter SteuerkriminalitĂ€t steigt der maximale Strafrahmen von zehn auf 15 Jahre.

Besonders einschneidend: Die strafbefreiende Selbstanzeige soll abgeschafft werden. Bisher konnten SteuersĂŒnder durch nachtrĂ€gliche Offenlegung einer Bestrafung entgehen.

Neue Pflichten fĂŒr Unternehmen

FĂŒr Gewerbetreibende bringt der Plan weitreichende Änderungen:

  • Aufbewahrungsfristen: Belege mĂŒssen kĂŒnftig 15 statt zehn Jahre lang aufbewahrt werden
  • Registrierkassenpflicht: Ab 1. Januar 2028 brauchen Betriebe mit ĂŒber 100.000 Euro Jahresumsatz zertifizierte Kassen
  • Vermögensbeschlagnahme: Neue Regelung erlaubt Sicherstellung von Vermögenswerten fĂŒr bis zu 180 Tage – ohne vorherige Verurteilung
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Die Regierung rechnet mit Mehreinnahmen von mindestens einer Milliarde Euro. Das Geld ist bereits fĂŒr den Haushalt 2027 eingeplant.

GefÀlschte Finanzamt-Mails im Umlauf

WĂ€hrend der Staat gegen GroßkriminalitĂ€t vorgeht, warnen Verbraucherzentralen vor Betrugsmaschen im digitalen Alltag. Aktuell kursieren gefĂ€lschte E-Mails im Namen der Finanzbehörden.

Die Nachrichten wirken tÀuschend echt und fordern EmpfÀnger zur Preisgabe von Kontodaten oder Passwörtern auf. Hintergrund: Die Steuerfrist endet am 31. Juli. Fachleute betonen: FinanzÀmter fragen niemals sensible Daten per E-Mail ab.

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Die Polizei warnt zudem vor unseriösen Angeboten fĂŒr sogenannte Finanzagenten. Privatpersonen werden angeworben, um ĂŒber ihre Konten Gelder fĂŒr Dritte zu transferieren – klassische GeldwĂ€sche mit strafrechtlichen Konsequenzen.

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