Stoffwechsel, Keto

Stoffwechsel: Keto senkt Blutzucker um 20%, Prädiabetes-Remission bei 50%

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 42 Personen zeigt Vorteile der ketogenen Kost bei Leberfett, Blutzucker und Prädiabetes-Remission gegenüber Vergleichsdiäten.

Washington-University-Studie: Keto senkt Leberfett besonders stark
Ein minimalistisches Labor-Setting mit frischem Gemüse, Avocados und Walnüssen auf einem weißen Tisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse der Washington University geben Aufschluss über die Wirksamkeit verschiedener Ernährungsformen bei der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen.

In einer klinischen Studie, die Ende August 2026 im Fachjournal Cell Metabolism veröffentlicht wurde, untersuchten Wissenschaftler die Auswirkungen einer ketogenen Diät im Vergleich zu mediterraner und pflanzenbasierter Kost auf Patienten mit Adipositas, Prädiabetes und nicht-alkoholischer Fettleber.

Signifikante Senkung von Leberfett und Blutzucker

Die Untersuchung umfasste 42 Teilnehmer, die in drei Gruppen zu je 14 Personen aufgeteilt wurden. Während alle Gruppen über einen Zeitraum von vier bis fünf Monaten einen ähnlichen Gewichtsverlust von rund 10 % erzielten, zeigten sich bei den Stoffwechselparametern deutliche Unterschiede.

Bei der ketogenen Diät, die in der Studie durch einen Kohlenhydratanteil von 4 % und einen Fettanteil von 73 % definiert war, sank das Leberfett um 67 %. Im Gegensatz dazu erreichten die Teilnehmer mit mediterraner oder pflanzenbasierter Kost eine Reduktion des Leberfetts von 45 %.

Besonders ausgeprägt waren die Effekte auf den Blutzuckerspiegel. In der Keto-Gruppe sank dieser um 20 %, während die Vergleichsgruppen lediglich einen Rückgang von 8 % verzeichneten. Diese Entwicklung schlug sich auch in den Remissionsraten nieder: 50 % der Teilnehmer in der Keto-Gruppe erreichten eine Remission ihres Prädiabetes. Bei der mediterranen Diät lag dieser Wert bei 29 %, bei der pflanzenbasierten Kost lediglich bei 7 %.

Differenzierte Auswirkungen auf die Insulinsensitivität

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Die Forscher beobachteten zudem spezifische Auswirkungen auf die Insulinreaktion des Körpers. Während sich die Muskel-Insulinsensitivität bei allen untersuchten Ernährungsformen um etwa 50 % verbesserte, wies die ketogene Diät bei der Leber-Insulinsensitivität eine zwei- bis dreifach stärkere Verbesserung auf als die Vergleichsdiäten.

Trotz des hohen Fettanteils der ketogenen Kost konnten die Wissenschaftler keine negativen Auswirkungen auf die Blutfettwerte feststellen. Die Werte für LDL-Cholesterin, ApoB, Triglyceride und das Gesamtcholesterin zeigten keine signifikanten Unterschiede zu den anderen Gruppen oder blieben stabil.

Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass eine ketogene Ernährung langfristig schwerer durchzuhalten sei als eine mediterrane Diät, welche oft als nachhaltiger eingestuft wird.

Marktkontext und medikamentöse Alternativen

Die Erkenntnisse zur ernährungsbasierten Therapie fallen in eine Zeit intensiver Marktbewegungen im Bereich der Adipositas-Behandlung. Während die Studie das Potenzial gezielter Diäten aufzeigt, wächst der Markt für medikamentöse Lösungen rasant.

Novo Nordisk plant beispielsweise die Einführung einer oralen Semaglutid-Tablette (Wegovy-Pille) in Deutschland für Anfang September 2026, wobei die Kosten je nach Dosierung zwischen 170 Euro und 280 Euro liegen sollen.

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Marktanalysen prognostizieren für Abnehmmedikamente bis zum Jahr 2030 ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Eli Lilly verzeichnete im zweiten Quartal 2026 mit seinen Präparaten Mounjaro und Zepbound einen Umsatzanstieg von 48 % auf 23,0 Milliarden US-Dollar.

Während Medikamente wie Semaglutid einen Gewichtsverlust von 14 % bis 16,6 % nach 64 Wochen ermöglichen können, weisen Berichte darauf hin, dass 24 % bis 40 % des verlorenen Gewichts auf fettfreie Masse entfallen können.

Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die Ergebnisse der Ernährungsstudie der Washington University primär auf die metabolische Qualität des Gewichtsverlusts und die spezifische Organfunktion.

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