StopAndProtect: Hacker missbrauchen 2.000 WordPress-Sites als Malware-Infrastruktur
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsanalysten haben eine weitreichende Cyber-Operation identifiziert, bei der tausende kompromittierte WordPress-Websites als Command-and-Control-Infrastruktur (C2) missbraucht werden.
Die unter dem Namen StopAndProtect bekannte Kampagne nutzt diese Plattformen, um Malware mithilfe sogenannter ClickFix-Taktiken zu verbreiten. Dabei werden Besucher der manipulierten Seiten mit betrĂŒgerischen Inhalten konfrontiert, um Schadsoftware auf deren Systemen zu installieren.
ClickFix-Taktiken und mehrstufige Infektionsketten
Die Angreifer setzen bei ihrer Strategie auf TĂ€uschung durch gefĂ€lschte CAPTCHA-Abfragen. Diese ClickFix-Methode verleitet Nutzer dazu, schĂ€dliche Befehle in die PowerShell ihres Betriebssystems einzugeben und auszufĂŒhren. Nach der erfolgreichen Erstinfektion folgt ein mehrstufiger Prozess, bei dem spezialisierte .NET-Loader zum Einsatz kommen, um die eigentliche Schadsoftware nachzuladen.
Das bereitgestellte Malware-Toolkit der StopAndProtect-Operation ist modular aufgebaut und umfasst eine Vielzahl bösartiger Funktionen. Kernkomponenten sind ein Modul zur DateiverschlĂŒsselung namens SilentEncryptor sowie ein Werkzeug fĂŒr den Datendiebstahl mit der Bezeichnung SilentDataCollector.
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DarĂŒber hinaus beinhaltet das Toolkit einen SMB- und USB-Wurm zur lateralen Ausbreitung in Netzwerken, einen LockScreen, einen Credential-Stealer zum Abgreifen von Zugangsdaten sowie eine integrierte Chat-Funktion fĂŒr die Kommunikation mit den Opfern. Die Kampagne kombiniert somit klassische Ransomware-Aspekte mit Spionagefunktionen.
Persistenz durch manipulierte WordPress-Erweiterungen
Um die Kontrolle ĂŒber die als Infrastruktur genutzten WordPress-Instanzen dauerhaft zu sichern, setzen die HintermĂ€nner auf technische Manipulationen im Backend der Webseiten. Ein bösartiges âMust-Use-Pluginâ erstellt dabei einen versteckten REST-API-Upload-Endpunkt.
Dieser Mechanismus sorgt fĂŒr eine bestĂ€ndige PrĂ€senz auf den Servern und ermöglicht es den Angreifern, jederzeit weiteren Schadcode hochzuladen, wĂ€hrend die Kompromittierung fĂŒr die eigentlichen Seitenbetreiber oft unbemerkt bleibt.
Untersuchungen zeigen, dass die Angreifer gezielt Schwachstellen in Ă€lteren Systemen ausnutzen. In einem dokumentierten Fall lief eine betroffene WordPress-Seite bereits seit dem Jahr 2021 und wies rund 40 bekannte SicherheitslĂŒcken auf. Insgesamt verwalten die Betreiber der Kampagne schĂ€tzungsweise 2.000 kompromittierte Domains.
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Globale Reichweite und Analyse der Logdaten
Die Operation wurde Mitte Mai 2026 entdeckt. Aufgrund von Fehlern in der operativen Sicherheit (OPSEC) der Angreifer konnten Sicherheitsforscher Einblick in interne Protokolle gewinnen. Diese Logs enthalten rund 31.000 Screenshots und 700 Archive, die im Zeitraum zwischen Mitte Mai und Ende Juli 2026 gesammelt wurden.
Aus den Daten geht hervor, dass die Kampagne bereits ĂŒber 6.000 eindeutige Opfer-IP-Adressen gefordert hat. Die geografische Verteilung der Betroffenen zeigt Schwerpunkte in den USA mit 1.852 Infektionen sowie in Russland und Indien mit jeweils 630 identifizierten IPs.
Experten weisen darauf hin, dass die Kombination aus VerschlĂŒsselung und Datendiebstahl das Erpressungspotenzial der Gruppe erheblich steigert. Da die schĂ€dlichen AktivitĂ€ten auf den missbrauchten WordPress-Seiten hĂ€ufig im Hintergrund ablaufen, bleibt das Risiko fĂŒr Webseitenbetreiber ohne aktuelle Sicherheits-Patches und Monitoring-Lösungen hoch.
