Stress, Menschen

Stress bei jungen Menschen: 55 Prozent ziehen sich sozial zurück

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie von Vivida BKK und Stiftung Die Gesundarbeiter zeigt hohen Stress, mentale Erschöpfung und finanziellen Druck bei jungen Menschen.
Ein leerer, minimalistisch eingerichteter Raum mit sanftem Licht und langen Schatten, der eine Atmosphäre der Stille vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Eine wachsende Zahl junger Menschen in Deutschland leidet unter anhaltendem Druck und reagiert darauf mit Isolation. Laut der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit 2026“, die von der Vivida BKK und der Stiftung Die Gesundarbeiter durchgeführt wurde, ziehen sich 55 Prozent der von Stress betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ihrem sozialen Umfeld zurück.

Für die Untersuchung wurden im August 2026 insgesamt 1.045 Personen im Alter von 14 bis 34 Jahren befragt. Die Ergebnisse verdeutlichen ein hohes Belastungsniveau: Acht von zehn Befragten gaben an, sich oft gestresst zu fühlen; in ergänzenden Auswertungen zur Umfrage wird dieser Anteil mit 78 Prozent der 14- bis 35-Jährigen beziffert.

Mentale Erschöpfung und hoher Leistungsdruck

Die Auswirkungen der dauerhaften Anspannung reichen weit in den Alltag hinein. Drei Viertel der gestressten Teilnehmer berichteten über häufige mentale Erschöpfung, während mehr als zwei Drittel unter Schlafproblemen leiden.

Die Ursachen dafür liegen maßgeblich in einem hohen Erwartungsdruck begründet: 84 Prozent der Befragten gaben an, in vielen verschiedenen Lebensbereichen gleichzeitig funktionieren zu müssen.

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Zudem erklärten 78 Prozent, ständig an sich selbst zu arbeiten. Mehr als zwei Drittel – in detaillierten Berichten als 69 Prozent ausgewiesen – spüren einen ausgeprägten Druck durch die Erwartungen ihrer Mitmenschen.

Belastende Faktoren und deutliche Geschlechterunterschiede

Als wesentliche Stressauslöser stehen finanzielle Sorgen an vorderer Stelle. Sieben von zehn Befragten – laut weiteren Berichten 74 Prozent – nannten diesen Aspekt als Belastung. Zudem stellen Anforderungen in Arbeit, Schule oder Ausbildung für 69 Prozent einen maßgeblichen Faktor dar. Weitere 57 Prozent sehen die allgemeine gesellschaftliche und politische Lage als Ursache für ihr Stressempfinden.

Bei der Selbstwahrnehmung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So gaben 78 Prozent der Mädchen und jungen Frauen an, das Gefühl zu haben, nie gut genug zu sein. Dieser Wert liegt um 15 Prozentpunkte höher als bei den männlichen Befragten, bei denen der Anteil bei 63 Prozent liegt.

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Parallelen zu langfristigen Jugendgesundheitsdaten

Die Befunde decken sich mit breiter angelegten Erhebungen zur psychischen Verfassung von Heranwachsenden. Die achte Befragungsrunde der COPSY-Studie, deren Daten im Herbst 2025 erhoben wurden, wies bei Kindern und Jugendlichen weiterhin Belastungswerte aus, die leicht über dem Niveau vor der Corona-Pandemie verharren.

Demnach litten 23 Prozent an allgemeinen psychischen Problemen, 25 Prozent an Angstsymptomen und 15 Prozent an depressiven Symptomen. Eine signifikante Zunahme von Angst- und depressiven Symptomen zwischen 2024 und 2025 zeigte sich dabei ausschließlich bei Mädchen ab 14 Jahren.

Als dominierende externe Sorgen identifizierte die COPSY-Untersuchung globale Krisen: 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen gaben an, durch Kriege belastet zu sein, 62 Prozent nannten Terrorismus und 57 Prozent wirtschaftliche Probleme. Die Kombination aus gesellschaftlichen Krisen und individuellem Leistungsanspruch führt damit quer durch aktuelle Untersuchungen zu einer messbaren Überlastung der jüngeren Generation.

Mehr zum Thema bei Deutsches Ärzteblatt: „Viele junge Menschen ziehen sich bei Stress sozial zurück – News“

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