Stress, Studierenden

Stress bei Studierenden: 41 Prozent leiden häufig – Verdopplung seit 2015

11.06.2026 - 14:21:50 | boerse-global.de

Forschungsergebnisse belegen: Umgang mit Druck ist wichtiger als Vermeidung. Führungskräfte und Studierende besonders betroffen.

Stress am Arbeitsplatz: Neue Studie zeigt Wege zur Resilienz
Stress - Eine Person meditiert ruhig in einem modernen Büro mit Blick auf eine Stadt, symbolisiert Stressbewältigung und innere Stärke. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während die Belastung in deutschen Unternehmen steigt, zeigt die Forschung: Entscheidend ist nicht die Vermeidung, sondern der Umgang mit Druck.

Warum Vermeidung schaden kann

Hirnforscher Volker Busch von der Uniklinik Regensburg plädiert für ein neues Verständnis von Stress. Eine dauerhafte Vermeidung schwäche langfristig, so der Experte. Stattdessen setzen Forscher auf das Konzept der Stressimpfung: Moderate Belastungen als Training für die Widerstandsfähigkeit nutzen. Krankmachend wirkt Stress demnach vor allem chronisch oder mit vollständigem Kontrollverlust.

Anzeige

Der tägliche Druck im Job muss nicht zwangsläufig krank machen, wenn man über die richtigen Strategien zur Stressbewältigung verfügt. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie mit konkreten Übungen und 5 Sofortmaßnahmen dabei, beruflich erfolgreich und privat ausgeglichen zu bleiben. Mehr Produktivität und Zeit für Freizeit entdecken

Eine aktuelle Resilienz-Studie untermauert diesen Ansatz. Nicht die Abwesenheit negativer Erlebnisse unterscheidet widerstandsfähige Menschen von anderen, sondern deren Verarbeitung. Professor Hoang Trung Hoc empfiehlt Techniken der kognitiven Neubewertung und gezielte Atemübungen, um akute Belastungsmomente abzufedern.

Führungskräfte im Ausnahmezustand

Die Dringlichkeit zeigt ein aktueller Index zur psychischen Verfassung in Deutschland. Rund 19 Prozent der Führungskräfte fühlen sich häufig oder immer ausgebrannt. Nur noch elf Prozent der Chefs gaben an, sich stark mit ihrem Unternehmen verbunden zu fühlen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 18 Prozent im Vorjahr.

Manager wie Leonhard Birnbaum (Eon) oder Bettina Orlopp (Commerzbank) setzen auf unterschiedliche Strategien: von sportlichem Ausgleich wie Klettern bis hin zur langjährigen Berufserfahrung.

Anzeige

Ein falscher Führungsstil unter hohem Druck kostet nicht nur die eigene Kraft, sondern mindert oft auch die Motivation des gesamten Teams. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie durch moderne Führungsansätze die Produktivität steigern und gleichzeitig für mehr Zufriedenheit sorgen. Kostenloses E-Book mit Führungsstil-Checkliste sichern

Studierende besonders betroffen

Noch härter trifft es den akademischen Nachwuchs. Eine Forsa-Umfrage unter 1.000 Studierenden vom Januar 2026 ergab: 41 Prozent leiden häufig unter Stress. 2015 waren es nur 23 Prozent. Rund 35 Prozent der Studierenden gelten als Burn-out-gefährdet – eine Steigerung gegenüber 2017 (24 Prozent).

HauptgrĂĽnde sind die Doppelbelastung durch Studium und Job sowie finanzielle Sorgen und PrĂĽfungsangst. Letztere betrifft laut OECD-Daten weltweit etwa 59 Prozent der Studierenden.

Gene allein sind nicht schuld

Auch die Biologie spielt eine Rolle. Eine internationale Studie im Fachmagazin Nature Human Behaviour identifizierte 74 Gen-Positionen, die mit Angstsymptomen zusammenhängen. Doch die Genetik erklärt nur etwa sechs Prozent der Unterschiede in der Stressanfälligkeit. Umweltfaktoren und der persönliche Umgang mit Belastungen sind weitaus bedeutender.

Eine über 13 Jahre laufende Studie einer Universität in Fuzhou zeigt zudem: Zwei bis drei Tassen Kaffee täglich können das Risiko für Depressionen senken. Verantwortlich sind Antioxidantien und Chlorogensäuren.

Unternehmen in der Pflicht

Fachbuchautoren fordern bereits seit 2025 ein Umdenken in der Unternehmenskultur. Publikationen von Nora Dietrich oder Silke Franzen plädieren dafür, Stress nicht länger als Statussymbol zu betrachten. Mehr Raum für Selbstfürsorge und den Umgang mit Emotionen am Arbeitsplatz sei nötig.

Besonders Mikroaggressionen und mangelnde Autonomie wurden als wesentliche Stressfaktoren identifiziert – und belasten vor allem junge Führungskräfte.

de | wissenschaft | 69520736 |