Stressindex Deutschland: Augsburg ist die entspannteste Großstadt
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Etwa jede fünfte Person in Deutschland berichtet nach Angaben des Robert Koch-Instituts über eine erhöhte Stressbelastung. Vor diesem Hintergrund untersucht eine vergleichende Erhebung von CanDoc die Erholungs- und Belastungsfaktoren im urbanen Raum. Der sogenannte Stressindex Deutschland analysiert 30 deutsche Großstädte anhand von zehn Indikatoren und verknüpft die Auswertung mit Hinweisen zur Bewältigung von fordernden Wochenstarts.
Methodik und Gewichtung der Stressfaktoren
Die Untersuchung bewertet Faktoren aus der Umwelt, der Arbeitswelt, der Erholung sowie der Gesundheitsversorgung. Um das Ausmaß der Belastungen und Ausgleichsmöglichkeiten abzubilden, vergibt die Analyse maximal 100 Punkte. Diese verteilen sich auf vier gewichtete Hauptbereiche.
Den größten Anteil nimmt der Bereich Wellness, Gesundheit und Prävention ein, der mit 40 Prozent in das Gesamtergebnis einfließt. Die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz machen 25 Prozent der Gesamtwertung aus. Umweltstress wird mit einem Anteil von 20 Prozent berücksichtigt, während der Bereich Grünflächen und Natur mit 15 Prozent einfließt.
Augsburg und Bielefeld an der Spitze des Städtevergleichs
Angeführt wird die Auswertung von Augsburg. Die bayerische Großstadt sichert sich Platz eins unter anderem durch einen Grünflächenanteil von über 40 Prozent. Zudem erreichen 72 Prozent der Einwohner eine Grünfläche innerhalb einer Entfernung von 300 Metern. Bei der Beschäftigung weist Augsburg eine durchschnittliche Jahresarbeitszeit von 1275 Stunden auf.
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Auf dem zweiten Rang der 30 untersuchten Großstädte folgt Bielefeld, das damit laut der Auswertung als zweitentspannteste Stadt in Deutschland abschneidet. Ausschlaggebend für die vordere Platzierung sind insbesondere die Kriterien rund um Grünflächen. Dabei erzielt die Stadt positive Werte beim Anteil an der gesamten Stadtfläche, der Zugänglichkeit für die Bevölkerung sowie einer gleichmäßigen Verteilung über das Stadtgebiet hinweg.
Kontraste im Ranking und gesonderte Erholungsmaße
Am anderen Ende der Skala rangiert Düsseldorf als Schlusslicht des Vergleichs. Dort sind 29 Prozent der Bevölkerung nachts einem Straßenlärm von über 55 Dezibel ausgesetzt. Lediglich 63 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben schnellen Zugang zu einer Grünfläche. Bei den beruflichen Anforderungen liegt das jährliche Arbeitspensum mit durchschnittlich 1357 Arbeitsstunden über dem Niveau der Spitzenreiter.
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Nürnberg platziert sich im Hauptindex auf Rang 14. Die Stadt weist einen Grünflächenanteil von 31 Prozent auf, wobei 66 Prozent der Bürger Zugang zu Grünanlagen innerhalb von 300 Metern haben. Den nächtlichen Straßenlärm verzeichnet die Erhebung für 14 Prozent der Einwohner.
In einem gesonderten Erholungsindex platziert sich Nürnberg hingegen zusammen mit Frankfurt und München unter den drei am besten bewerteten Städten. Nürnberg verzeichnet rund 16 Stress- und Entspannungskurse pro 100.000 Einwohner, was dem ersten Platz in dieser Teilkategorie entspricht.
Bei der Hausarztdichte belegt die Stadt Rang zwei hinter Leipzig. Die Untersuchung verdeutlicht damit, wie stark sich lokale Angebote der Gesundheitsprävention und umweltbedingte Belastungsfaktoren je nach Kommune unterscheiden.
