Stressindex für 30 Großstädte: Augsburg ist Deutschlands stressfreieste Stadt
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Vergleich der Lebensbedingungen in 30 deutschen Großstädten zeigt deutliche Unterschiede bei alltäglichen Belastungen und Erholungsmöglichkeiten. In einer im September 2026 veröffentlichten Analyse des Anbieters CanDoc erreicht Augsburg den Spitzenplatz als stressfreieste Großstadt Deutschlands mit der Höchstwertung von 100 Punkten.
Am entgegengesetzten Ende des Rankings rangiert Düsseldorf mit 0 Punkten. Der Vergleich erfolgt vor dem Hintergrund eines allgemein hohen Belastungsniveaus der Bevölkerung: Laut dem Stressreport der Techniker Krankenkasse vom Juli 2026 fühlen sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst, während dieser Anteil im Jahr 2013 noch bei 57 Prozent lag.
Methodik und Gewichtung der Erhebung
Für den Stressindex wertete CanDoc Daten von Behörden und Institutionen wie dem Umweltbundesamt, dem Bundesamt für Naturschutz, der Europäischen Umweltagentur, dem Deutschen Wetterdienst und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aus. Insgesamt flossen zehn Faktoren in die Berechnung ein.
Den größten Anteil am Gesamtergebnis macht der Bereich Wellness, Gesundheit und Prävention mit 40 Prozent aus. Faktoren rund um das Thema Arbeit wurden mit 25 Prozent gewichtet, Umweltstress floss zu 20 Prozent ein und Grünflächen sowie Natur machten 15 Prozent der Bewertung aus. Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten wurden Belastungen wie Lärm oder Schadstoffe umgekehrt gewertet, sodass niedrigere Belastungen zu einer höheren Punktzahl führten.
Augsburg führt vor Bielefeld und Münster
Augsburg verdankt den ersten Platz einer Kombination aus günstigen Umweltwerten und präventiven Angeboten. Die Stadt weist einen Grünflächenanteil von 41,3 Prozent auf, wobei 72 Prozent der Bewohner eine Grünfläche innerhalb von 300 Metern erreichen.
Im Gesundheits- und Präventionssektor stehen 66 Hausärzte sowie 14 Stress- und Entspannungskurse je 100.000 Einwohner zur Verfügung – bei den Kursen ist dies der zweithöchste Wert nach Nürnberg. Die nächtliche Lärmbelastung ab 55 Dezibel betrifft rund 15 Prozent der Bevölkerung, während die durchschnittliche jährliche Arbeitszeit bei 1275 Stunden liegt.
Hinter Augsburg folgt Bielefeld mit 96 Punkten auf Rang zwei, wo 88 Prozent der Einwohner von einem kurzen Zugang zu Grünflächen profitieren – der bundesweite Bestwert. Münster belegt mit 93 Punkten Platz drei. Rang vier teilen sich Aachen und Kiel mit jeweils 90 Punkten.
Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich laut Stressreport häufig oder manchmal gestresst – doch Ihr Wohnort entscheidet mit, wie stark. Ein aktueller Index vergleicht 30 Großstädte nach Grünflächen, Lärm, Luft und Erholungsangeboten. Jetzt kostenlosen Stadt-Report anfordern
Aachen weist mit 51 Prozent den höchsten Grünflächenanteil aller untersuchten Städte auf, verzeichnet eine Quote von 73 Prozent beim Grünzugang in 300 Metern Distanz und bietet mit 1.260 Arbeitsstunden pro Jahr die geringste Arbeitszeit sowie überdurchschnittliche Luftwerte.
Kiel punktet mit der bundesweit geringsten Feinstaubbelastung von 6,0 Mikrogramm pro Kubikmeter und durchschnittlich 2,7 Tropennächten pro Jahr, knapp hinter Hamburg mit 2,5 Tropennächten.
Hohe Belastungen in Großstädten und im Westen
Am Tabellenende schneidet Düsseldorf als am stärksten belastete Großstadt ab. Mit 29 Prozent verzeichnet die Stadt den höchsten Anteil an Menschen, die nachts Straßenlärm von über 55 Dezibel ausgesetzt sind. Zudem erreichen dort lediglich 63 Prozent schnell eine Grünfläche, die durchschnittliche Arbeitszeit liegt bei 1357 Stunden pro Jahr und es treten bis zu 11 Tropennächte auf. Lediglich ein großes Angebot an Wellnesscentern bringt Punkte.
Auch Metropolen wie Stuttgart mit 23 Punkten, Frankfurt am Main mit 25 Punkten, Duisburg mit 27 Punkten und Köln mit 53 Punkten liegen im hinteren oder mittleren Bereich.
In Köln und Bonn sind jeweils 24 Prozent nachts Lärmwerten über 55 Dezibel ausgesetzt, während Karlsruhe mit 9 Prozent die geringste Quote aufweist. Bundesweit schwankt die jährliche Arbeitszeit je nach Wohnort um bis zu 135 Stunden.
Nicht jede Stadt schenkt Erholung: Zwischen Deutschlands Spitzenreiter und dem Schlusslicht liegen Welten bei Grünzugang, Nachtlärm und Jahresarbeitszeit. Wer seinen Alltag entspannter gestalten will, findet hier die konkreten Stellschrauben. Stressfrei-Wohnort-Checkliste jetzt sichern
Berlin teilt sich mit Chemnitz und Nürnberg Platz zwölf bei jeweils 55 Punkten. Die Bundeshauptstadt verzeichnet mit rund 11 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter zusammen mit Gelsenkirchen die höchsten Belastungswerte im Feld, etwa 10 Tropennächte und einen Grünzugang für 65 Prozent der Bevölkerung.
Chemnitz bietet hingegen für 87 Prozent der Bürger Wald oder Parks in maximal 300 Metern Entfernung bei einem Feinstaubwert von 8 Mikrogramm pro Kubikmeter. Leipzig erreicht auf Platz 16 mit 77 Hausärzten je 100.000 Einwohner die höchste Versorgungsdichte im Vergleich, fällt jedoch bei einem Grünflächenanteil von 26 Prozent ab.
