Stricken: 400 Millionen Euro fĂŒr Handarbeit im analogen Trend
Veröffentlicht: 16.06.2026 um 05:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sie stricken, hĂ€keln, pflegen Streuobstwiesen oder starten Orientierungsprogramme im GrĂŒnen. Der Trend zur analogen Lebensgestaltung wird messbar.
Stricken ist Milliarden-Markt
Rund 400 Millionen Euro gaben Deutsche im vergangenen Jahr fĂŒr Strick- und HĂ€kelgarne aus. Das meldet die Initiative Handarbeit. Ein sichtbares Zeichen: der âWorld Wide Knit in Public Dayâ Mitte Juni. In Karlsruhe trafen sich 50 Kreative auf dem Marktplatz. Sie strickten gemeinsam im öffentlichen Raum â organisiert von Madeleine Grobe.
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Neben dem reinen Handwerk gewinnt Upcycling an Bedeutung. Aus Jeansresten und alten ReiĂverschlĂŒssen entstehen Taschen oder Miniquilts. Die âQuilt-As-You-Goâ-Technik macht Stoffreste nutzbar. Die Kreativszene entdeckt die nachhaltige Verwertung von Materialien neu.
Walderlebnis fĂŒr die ganze Familie
In Johanniskreuz lockt ein neuer digitaler Walderlebnispfad. âMit Förster Joe durch den Klima-Waldâ heiĂt das Angebot fĂŒr Kinder ab sechs Jahren. Zwölf Stationen auf 1,5 Kilometern erklĂ€ren forstwirtschaftliche ZusammenhĂ€nge. Spielerisch lernen Familien den Klimawandel im Wald kennen.
Auch die VHS Erkrath setzt auf Naturerlebnisse. Ihre âWalk & Talkâ-SpaziergĂ€nge richten sich an Frauen. Der Austausch in der Natur steht im Mittelpunkt. NĂ€chster Termin: 19. Juni.
90 Jahre alt und aktiv im Naturschutz
GĂŒnther Stiller und Georg Stammler sind ein besonderes Ehrenamts-Duo. Mit 90 und 73 Jahren pflegen sie Streuobstwiesen im Taunus. Das Prinzip: Pflege gegen Ernte. Auf 1,5 Hektar FlĂ€che mĂ€hen sie Wiesen und erhalten so die Kulturlandschaft. Der Zeitaufwand ist enorm â aber die beiden machen weiter.
Camping mit historischem Café
Clemens Voigt betreibt einen Campingplatz bei Machern. Sein Highlight: ein historischer StraĂenbahnwagen aus dem Jahr 1925. Er dient als CafĂ©. Wegen Bestandsschutzregeln mĂŒssen alle Bauten mobil bleiben. Das verleiht dem Platz einen minimalistischen Charme.
Orientierungsprogramm fĂŒr junge Erwachsene
Das Umweltbildungszentrum Licherode startet neu durch. Nach der Insolvenz 2022 bietet es ab Oktober das Programm âBachelor of Beingâ an. FĂŒnf Monate Selbstfindung und ökologische Bildung fĂŒr 18- bis 25-JĂ€hrige. Die Kosten: 2400 Euro monatlich. Unter bestimmten Voraussetzungen sinken sie auf 550 Euro. Hauptgesellschafter ist die Stadt Homberg mit 90 Prozent Anteil. GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Imke Badur will jungen Menschen Raum fĂŒr Neuorientierung geben.
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