Studierende, Druck

Studierende unter Druck: 60 Prozent verschuldet, Leistungen leiden

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 13:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen massive psychische Belastungen junger Erwachsener durch Geldsorgen und problematische Social-Media-Nutzung.

Finanzsorgen und Social Media: Psychische Krise bei Studierenden
Ein junger Student mit den Händen am Kopf, der gestresst vor einem verschwommenen Hintergrund aus Finanzdiagrammen und Social-Media-Symbolen sitzt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die psychische Verfassung von Schülern und Studierenden leidet massiv unter finanziellen Sorgen und problematischer Social-Media-Nutzung. Das zeigt eine Reihe von Studien und Expertenberichten aus der ersten Jahreshälfte 2026.

60 Prozent der Studierenden sind verschuldet

Besonders die finanzielle Situation setzt junge Erwachsene unter Druck. Laut einer EY-Umfrage vom Frühjahr 2026 mit über 2.000 Teilnehmenden sind 60 Prozent der Studierenden verschuldet. 81 Prozent gaben an, dass finanzielle Engpässe ihre Studienleistungen beeinträchtigen. Nur 43 Prozent bewerten ihre finanzielle Lage als gut.

Besonders hart trifft es Medizinstudierende: Hier liegt die Verschuldungsquote bei 74 Prozent.

Miete frisst über die Hälfte des Einkommens

Die Wohnungsnot verschärft die Lage zusätzlich. Studierende müssen im Schnitt 53 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden – in der Gesamtbevölkerung sind es nur rund 25 Prozent. In München kostet eine 30-Quadratmeter-Wohnung durchschnittlich 837 Euro. Das studentische Medianeinkommen liegt dagegen bei 930 Euro.

Rund 62 Prozent der Studierenden gelten daher als finanziell überlastet.

Social Media: Zwischen Sucht und Isolation

Auch der Umgang mit sozialen Medien belastet die mentale Gesundheit. Eine im Januar 2026 in JAMA Pediatrics veröffentlichte australische Studie mit über 100.000 Teilnehmenden zeigt: Sowohl exzessive Nutzung als auch vollständige Abstinenz können das Wohlbefinden beeinträchtigen. Bei älteren Schülern war soziale Isolation durch Nicht-Nutzung mit schlechterer psychischer Verfassung verbunden. Mädchen scheinen insgesamt anfälliger für negative Effekte.

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) warnte Mitte Juli 2026 vor den Risiken passiven und nächtlichen Scrollens. Es verstärke psychische Belastungen und Schlafprobleme.

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Ein Psychiater der Uniklinik Ulm empfahl eine Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien. Bei jüngeren Kindern bestehe ein erhöhtes Risiko für Sucht, Angstzustände und Depressionen. Die EU-Kommission plant laut Berichten für Herbst 2026 entsprechende Maßnahmen.

Mobbing und psychische Erkrankungen an Schulen

Auch an Schulen wachsen die Belastungen. Ein Bericht vom Juli 2026 dokumentiert eine Zunahme psychischer Erkrankungen und digitalen Mobbings an Schweizer Gymnasien. Daten aus dem Jahr 2024 zeigen: Rund 12 Prozent der 14- bis 25-Jährigen sind in psychotherapeutischer Behandlung.

Geschlechterunterschiede bei der Hilfe

Die Inanspruchnahme psychologischer Hilfe unterscheidet sich stark nach Geschlecht. Laut Bundesamt für Statistik (Daten von 2022) ließen sich 14 Prozent der jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren behandeln. Bei gleichaltrigen Männern waren es nur 4,3 Prozent.

Was Institutionen dagegen tun

Universitäten und Forschungseinrichtungen setzen verstärkt auf Prävention:

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  • Universität Hamburg: Startete im Juli 2026 die Befragung „HOW ARE U(HH)?!“ zu Gesundheits- und Studienbedingungen. Ziel: Unterstützungsangebote optimieren.
  • Bewegungsförderung: Das Fitnessbarometer Baden-Württemberg 2026 zeigt: Bewegung verbessert die psychische Gesundheit von Kindern. Allerdings liegen die Ausdauerwerte noch unter Vor-Pandemie-Niveau.
  • Spezialisierte Hilfe: Die „BetterCare-Studie“ in The Lancet Global Health belegt die Wirksamkeit gestufter Versorgungsmodelle für unbegleitete minderjährige Geflüchtete. 43 Prozent von ihnen litten unter posttraumatischen Belastungsstörungen.
  • Ganzheitliche Ansätze: Im August 2026 startet die „EASE-Studie“ an der Universität Gießen. Sie verfolgt bei Adipositas einen gewichtsneutralen Ansatz mit Fokus auf psychisches Wohlbefinden und Stigmareduktion.

Die internationale Zusammenarbeit wird ebenfalls ausgebaut. Die Allianz EUGLOH, der auch die Universität Hamburg angehört, soll ab 2027 für zwei weitere Jahre von der EU-Kommission gefördert werden. Schwerpunkte: Zukunftskompetenzen und transnationaler Austausch.

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