StĂŒrze ab 75: 86 Prozent der schwer Verletzten bleiben behindert
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deStĂŒrze im fortgeschrittenen Lebensalter fĂŒhren hĂ€ufig zu gravierenden gesundheitlichen Einschnitten. Daten der Korea Disease Control and Prevention Agency aus dem Injury Factbook 2026 verdeutlichen dieses Risiko: Bei schwer verletzten Sturzpatienten ab einem Alter von 75 Jahren erreicht die Behinderungsrate 86,0 Prozent. Zudem liegt die Sterblichkeit in dieser Altersgruppe bei 67,4 Prozent, was den höchsten Wert unter allen Altersgruppen darstellt.
Steigende Fallzahlen und verÀnderte Unfallmuster
Die Erhebungen der Behörde zeigen eine deutliche Zunahme sturzbedingter Behandlungen ĂŒber die vergangenen Jahre. Im Jahr 2024 lag die Rate sturzbedingter Krankenhausaufnahmen bei 1.149 pro 100.000 Personen, was einem Anstieg von 56,1 Prozent gegenĂŒber dem Jahr 2014 mit damals 736 Aufnahmen entspricht.
Bei Personen ĂŒber 75 Jahren erreichte die Aufnahmerate im Jahr 2024 einen Wert von 7.922 pro 100.000 Menschen, ein Zuwachs um 36,9 Prozent im Vergleich zu 2014.
Parallel dazu verschoben sich die Ursachen fĂŒr Notaufnahme-Besuche: Im Jahr 2025 machten StĂŒrze 40,0 Prozent dieser FĂ€lle aus, nachdem der Anteil 2015 noch bei 29,6 Prozent gelegen hatte. Der Anteil von VerkehrsunfĂ€llen sank im selben Zeitraum von 17,3 Prozent auf 15,5 Prozent.
Die Zahl der durch VerkehrsunfĂ€lle bedingten Krankenhausaufnahmen ging zwischen 2014 und 2024 um 41,7 Prozent auf 426 pro 100.000 zurĂŒck. Insgesamt verzeichnete die Behörde fĂŒr 2024 rund 3,9 Millionen Verletzte. Verletzungen waren 2024 fĂŒr 15,5 Prozent aller stationĂ€ren Aufnahmen verantwortlich.
Laut der behördlichen Statistik zu Verletzungsarten und -ursachen stieg der Anteil der ĂŒber 70-JĂ€hrigen an allen Sturzpatienten von 17,1 Prozent im Jahr 2014 auf 35,3 Prozent im Jahr 2024. Die Behörde stuft SturzprĂ€vention und Sicherheitsmanagement daher als dringend ein.
Wer im Alter aktiv vorsorgen möchte, findet in diesem Trainingsplan gezielte MaĂnahmen zur StĂ€rkung der Muskulatur. Ein erfahrener Physiotherapeut erklĂ€rt, wie Sie mit nur wenigen Minuten Training tĂ€glich Ihre Sicherheit im Alltag zurĂŒckgewinnen können. 7 Ăbungen gegen Muskelabbau kostenlos als PDF herunterladen
Gefahrenzone Wohnraum und hohe Folgerisiken
Ein GroĂteil der UnfĂ€lle ereignet sich im privaten Umfeld. Nach Angaben der Korea Consumer Agency entfallen 72,3 Prozent der SturzunfĂ€lle von Senioren auf die eigene Wohnung.
Medizinische Fachberichte weisen darauf hin, dass bei bestehender Osteoporose bereits ein Sturz von der Bettkante ausreichen kann, um schwere Frakturen an HĂŒfte, WirbelsĂ€ule oder Handgelenk auszulösen. Als besonders risikoreich gelten dabei die frĂŒhen Morgenstunden sowie nĂ€chtliche ToilettengĂ€nge.
Hinzu kommt die Gefahr von FolgeschĂ€den: Laut der Korea Disease Control and Prevention Agency traten bei Frauen rund 41 Prozent der erneuten KnochenbrĂŒche innerhalb von zwei Jahren nach der ersten Fraktur auf.
Um die Sturzgefahr nachhaltig zu senken, ist der Erhalt von Muskelkraft und StabilitĂ€t entscheidend. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie langsame und kontrollierte Bewegungen effektiv vor StĂŒrzen schĂŒtzen und die SelbststĂ€ndigkeit bewahren. Kostenlosen Trainingsplan fĂŒr mehr Kraft und StabilitĂ€t sichern
Nach einem Bruch des Handgelenks verdoppele bis vervierfache sich das Risiko fĂŒr Wirbel- oder Oberschenkelfrakturen. LĂ€ngere Bettruhe nach einem Unfall birgt zudem Risiken wie Muskelschwund, Dekubitus, LungenentzĂŒndungen oder Thrombosen, weshalb eine frĂŒhzeitige Mobilisation angestrebt wird.
Internationale Daten zu Versorgung und PrÀvention
Die Herausforderung betrifft Gesundheitssysteme weltweit. Ein Bericht der Healthcare Quality Improvement Partnership fĂŒr England und Wales erfasste fĂŒr 2025 insgesamt 4.191 FĂ€lle stationĂ€rer Sturzverletzungen, wobei HĂŒftfrakturen mit 35 Prozent und Kopfverletzungen mit 22 Prozent am hĂ€ufigsten auftraten.
Eine Dissertation an der UniversitĂ€t UmeĂ„ zeigte auf, dass eine HĂŒftfraktur das Sterberisiko Ă€lterer Menschen erhöht, insbesondere bei zusĂ€tzlicher Demenz.
In Ăsterreich stĂŒrzen laut Angaben von Gesundheit.gv.at jĂ€hrlich rund 30 Prozent der ĂŒber 65-JĂ€hrigen sowie 40 bis 50 Prozent der ĂŒber 80-JĂ€hrigen. Zur Minderung von Folgerisiken empfiehlt die koreanische Gesundheitsbehörde bei sehr hohem Frakturrisiko knochenaufbauende Medikamente wie Romosozumab ĂŒber zwölf Monate, gefolgt von knochenresorptionshemmenden Wirkstoffen, ergĂ€nzt durch Kalzium, Vitamin D sowie gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining.
